Warum Melkus seine Transportfahrzeuge auf den letzten Zentimetern quer fahren lässt

Steht eine Palette nicht exakt an ihrer vorgesehenen Position, kann ihre automatische Aufnahme Zeit kosten. Eine Kombination aus Sensorik und Drehschemel-Antrieb soll das Problem lösen.

Bei den Paletten-AGV von Melkus Mechatronic sorgt das Zusammenspiel zwischen geschützt verbauten Laserscannern und dem omnidirektionalen Antrieb für eine autonome, präzise und zeitsparende Lastaufnahme. (Quelle: P. Kemptner)
Bei den Paletten-AGV von Melkus Mechatronic sorgt das Zusammenspiel zwischen geschützt verbauten Laserscannern und dem omnidirektionalen Antrieb für eine autonome, präzise und zeitsparende Lastaufnahme. (Quelle: P. Kemptner)

Die Melkus Mechatronic GmbH aus Göming bei Salzburg kombiniert bei ihren Fahrerlosen Transportfahrzeugen Laserscanner mit einem omnidirektionalen Antrieb, um Fahrzeuge unmittelbar vor der Palettenaufnahme automatisch auszurichten. Nach Angaben des Herstellers soll die Feinpositionierung zusätzliche Rangierbewegungen auf den letzten Zentimetern vor dem Ladungsträger vermeiden und dadurch die Prozesszeit im innerbetrieblichen Transport verkürzen.

Bei der automatisierten Aufnahme einer Palette müssen die Gabeln möglichst mittig und gerade in die Palettentunnel einfahren. Steht ein Fahrzeug nicht korrekt ausgerichtet vor dem Ladungsträger, ist daher eine Positionskorrektur erforderlich. Ein schräges Einfahren kann dazu führen, dass die Palette nicht vollständig unterfahren wird. Insbesondere leere Paletten können zudem verschoben werden und anschließend außerhalb der vorgesehenen Aufnahmeposition stehen.

Laserscanner erfassen Palettenposition

Eine Herausforderung besteht darin, dass Paletten nicht an jedem Übergabepunkt exakt positioniert sind. Ihre tatsächliche Lage lässt sich deshalb nicht immer vorab im Navigationssystem eines Fahrerlosen Transportsystems berücksichtigen.

Die Palettenfahrzeuge „G130 3.0“ und „HLG 130“ nutzen Laserscanner sowohl für die Navigation und Personensicherheit als auch zur Ermittlung der Position der aufzunehmenden Palette. Anhand der erfassten Daten kann das Fahrzeug seine Position vor dem Ladungsträger korrigieren und die Gabeln anschließend berührungslos in die Palettentunnel einfahren.

Omnidirektionaler Antrieb übernimmt Korrekturfahrt

Für die Feinpositionierung setzt Melkus Mechatronic auf einen Drehschemel-Antrieb. Dieser ermöglicht omnidirektionale Bewegungen und damit Positionskorrekturen in unterschiedliche Richtungen. Das ist nach Angaben des Herstellers auch unter Last möglich.

Die Bordsoftware verarbeitet die Positionsdaten der Sensoren und übernimmt die Korrektur autonom. Eine vorherige Berücksichtigung der Feinpositionierung in der Programmierung eines Flottenmanagement- oder Navigationssystems sei nicht erforderlich. Die Ausrichtung vor der Palette erfolge innerhalb weniger Sekunden.

Weniger Rangier- und Wendemanöver

Durch die direkte Korrekturbewegung sollen wiederholte Reversiermanöver unmittelbar vor der Palettenaufnahme entfallen. Der Hersteller sieht darin einen Ansatz, um die Gesamtzeit automatisierter Transportvorgänge zu reduzieren.

Zusätzlich können die Palettenfahrzeuge laut Melkus Mechatronic Lagergassen leer oder beladen mit voller Geschwindigkeit quer zur Fahrtrichtung befahren. Dadurch lassen sich nach Unternehmensangaben Wendemanöver vermeiden und weitere Fahrwege innerhalb eines Transportprozesses verkürzen.

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