Sicherer Halt durch Vakuumverankerung: Timmer entwickelt mobiles Schlauchhebersystem ohne schweres Kontergewicht
Bei der Installation von Kransystemen in Produktions- und Logistikhallen können bauliche Einschränkungen den Einsatz fest montierter Lösungen erschweren. Dazu zählen unter anderem Fußbodenheizungen, geringe Deckentragfähigkeiten oder Zwischendecken. Insbesondere notwendige Bohrungen zur Bodenverankerung lassen sich unter solchen Bedingungen nicht immer realisieren. Mobile Kransysteme mit Beton- oder Stahlsockeln stellen eine Alternative dar, bringen jedoch ein vergleichsweise hohes Eigengewicht mit sich.
Timmer setzt beim „timbaseLIFT“ deshalb auf ein anderes Verankerungsprinzip. Das System kombiniert den Schlauchheber „timLIFT“ mit einer Bodenplatte, die sich durch Unterdruck am Hallenboden fixiert. Dabei nutzt die Verankerung das Vakuum, das bereits für den Betrieb des Schlauchhebers erzeugt wird. Eine zusätzliche Vakuumquelle ist nach Herstellerangaben nicht erforderlich.
Durch dieses Konzept kann der Hersteller auf schwere Kontergewichte verzichten. Während die Bodenplatte herkömmlicher Mobilkrane mit Betonsockeln laut Timmer rund 1,2 Tonnen wiegt, beträgt das entsprechende Gewicht beim „timbaseLIFT“ etwa 400 Kilogramm. Das entspricht einer Reduzierung um rund zwei Drittel.
Geringeres Gewicht erleichtert Standortwechsel
Die Gewichtsreduzierung soll insbesondere das Umpositionieren innerhalb von Produktions- und Logistikhallen erleichtern. Für den innerbetrieblichen Transport lässt sich das System bei Bedarf mit Gabelstaplertaschen ausstatten. Damit kann der Schlauchheber an unterschiedlichen Einsatzorten positioniert werden.
Nach Angaben des Herstellers vereinfacht das geringere Eigengewicht außerdem den Versand zum Kunden. Zugleich erweitert es die Einsatzmöglichkeiten in Hallen, deren statische Tragfähigkeit die Aufstellung schwerer Krananlagen einschränkt.
Das Konzept richtet sich damit insbesondere an Betriebe, die ihre Produktions- oder Logistikflächen regelmäßig neu aufteilen und Hebetechnik an wechselnden Arbeitsplätzen benötigen.
Sicherheitskonzept koppelt Hubfunktion an Bodenverankerung
Für den Betrieb hat Timmer ein patentiertes Sicherheitskonzept entwickelt, das auf drei Funktionen basiert. Während des Hebevorgangs gewährleistet die aktive Vakuumverankerung die erforderliche Standsicherheit. Außerhalb des Betriebs übernimmt die Bodenplatte diese Funktion.
Bei einem plötzlichen Stromausfall hält ein integriertes Rückschlagventil den Unterdruck unter der Bodenplatte aufrecht. Gleichzeitig senkt das System die angehobene Last kontrolliert ab. Die Vakuumverankerung bleibt während dieses Vorgangs nach Herstellerangaben bestehen.
Eine weitere Sicherheitsfunktion ergibt sich aus der technischen Kopplung zwischen Hubfunktion und Bodenverankerung. Der Schlauchheber kann nur dann Lasten anheben, wenn die Bodenplatte das erforderliche Vakuumniveau erreicht. Ist der Unterdruck für eine sichere Verankerung nicht ausreichend, wird das Anheben der Last verhindert.
Modularer Aufbau für unterschiedliche Hallenhöhen
Der „timbaseLIFT“ ist modular aufgebaut und lässt sich an unterschiedliche räumliche Anforderungen anpassen. Das System bietet Traglasten von bis zu 85 Kilogramm und Auslegerlängen von bis zu vier Metern.
Für den Aluminium-Ausleger stehen neben der Standardausführung auch Varianten in Niedrigbauweise zur Verfügung. Diese sind für Einsatzorte mit begrenzter Deckenhöhe vorgesehen.
Als typische Anwendungen nennt Timmer die Handhabung von Kartons, Kanistern, Eimern und Säcken. Das System soll damit ergonomische Hebevorgänge an Arbeitsplätzen ermöglichen, an denen fest installierte Kransysteme aufgrund baulicher Einschränkungen nicht infrage kommen oder ein häufiger Standortwechsel erforderlich ist.














































