INTERVIEW: Warum Toyota Material Handling nicht mehr nur über Stapler spricht
Toyota Material Handling Deutschland positioniert sich als ganzheitlicher Partner für Intralogistiklösungen. Im Interview spricht Jan Lorenz, Geschäftsführer Deutschland, darüber, dass es für Kunden nicht mehr nur um einzelne Flurförderzeuge gehe, sondern um funktionierende Lösungen für den Materialfluss. Dazu zählen Analyse, Planung, Umsetzung und laufender Betrieb ebenso wie Flurförderzeuge, Regalsysteme, Automatisierungslösungen, Software und Service.
Die globale Stärke des Toyota-Konzerns soll sich nach Darstellung des Unternehmens auch auf Kundenlösungen in Deutschland auswirken. Genannt werden unter anderem das Toyota Research Institute, Toyota Automated Logistics und Logiconomi Connections. Hinzu kommen Kooperationen mit Technologiepartnern, etwa im Bereich Digital Twins mit Nvidia und „SoftServe“ sowie bei Real-Time Location Systems und autonomen mobilen Robotern. Toyota Material Handling will diese Entwicklungen in konkrete Anwendungen überführen. Für den deutschen Markt sei entscheidend, globale Innovationskraft mit lokalen technologischen und regulatorischen Anforderungen zu verbinden.
Innovation bei Sicherheit und Automatisierung
Neue Entwicklungen konzentrieren sich laut Unternehmen unter anderem auf Automatisierung, Digitalisierung, Energie und Sicherheit. Auf der Logimat 2026 zeigte Toyota Material Handling beispielsweise einen Ultraschall-Fußschutz an Nieder- und Hochhubwagen sowie das Assistenzsystem „SEnS+“ für Frontstapler.
Im klassischen Flurförderzeugbereich nennt das Unternehmen den neuen „Traigo80“ im Segment von 3,5 bis fünf Tonnen. Hinzu kommen das „E-Steer“-Lenkrad beim Kommissionierer „Toyota Optio“ und der automatisierte Gegengewichts-Hochhubwagen „Toyota SAI125CB“, der standardisierte Prozesse automatisieren und in bestehende Abläufe integrieren soll.
Nachhaltigkeit und Service als Faktoren
Nachhaltigkeit ist für Toyota Material Handling ein wirtschaftlicher und strategischer Faktor. Energieeffizienz soll Betriebskosten senken und zur Wettbewerbsfähigkeit beitragen. Das Unternehmen verweist auf verifizierte "SBTi"-Ziele zur Kohlendioxid-Neutralität bis 2041. Diese beziehen nach Unternehmensangaben auch Lieferanten und die Nutzung der Produkte beim Kunden ein. Zudem nennt Toyota Material Handling seinen "EcoVadis"-Platin-Status.
Service versteht das Unternehmen als zentralen Bestandteil der Lösung. Entscheidend sei für Kunden vor allem die Verfügbarkeit ihrer Geräte und Systeme. Toyota Material Handling nennt dafür Reaktionsgeschwindigkeit, flächendeckende Präsenz und eine Ausrichtung auf den gesamten Lebenszyklus. Digitalisierung soll den Service vorausschauender machen, indem Betriebsdaten mögliche Probleme früh erkennbar machen.
Automatisierung schrittweise einführen
Automatisierung ist laut Toyota Material Handling fester Bestandteil des Portfolios, wird aber nicht isoliert betrachtet. In der Praxis entstünden geeignete Lösungen häufig aus der Kombination manueller und automatisierter Prozesse. Für den Einstieg setzt der Anbieter auf klar abgegrenzte, gut standardisierbare Anwendungsfälle.
Mit „Swarm Automation Go“ bietet Toyota Material Handling Automatisierung als flexible Mietlösung an. Kunden können damit einen konkreten Workflow unter realen Bedingungen testen, Prozesse validieren und die Wirtschaftlichkeit bewerten. Für komplexere Projekte baut Toyota Automated Logistics die Systemkompetenz durch Vanderlande, Viastore und Bastian Solutions weiter aus.
Den größten Hebel für wirtschaftliche Automatisierung sieht Toyota Material Handling in der Auswahl geeigneter Prozesse. Faktoren wie Fachkräftemangel, Prozessstabilität und Verfügbarkeit gewinnen dabei an Bedeutung. Für die Zukunft erwartet das Unternehmen stärker vernetzte, datengetriebene und zunehmend automatisierte Intralogistiksysteme, bei denen der Mensch weiterhin eine zentrale Rolle behält.
Das komplette Interview mit Jan Lorenz lesen Sie in der Ausgabe 4/26 von „Technische Logistik“ oder unter diesem LINK.


































