Meculogisches Retrofit

Wie der NE-Metallgroßhändler MECU sein „Honeycomb“-Lager modernisierte

Ein Retrofit ist oft mehr als nur eine Instandhaltungsmaßnahme – so auch bei der MECU Metallhalbzeug GmbH & Co. KG. Der inhabergeführte NE-Metallgroßhändler aus Velbert hat zusammen mit Fehr Lagerlogistik sein Herzstück, ein „Honeycomb“-Lager von Fehr, umfassend modernisiert. Ergebnis: Ein zukunftsfit aufgestelltes Hochregallager, das Prozesssicherheit, Energieeffizienz und gelebte Nachhaltigkeit auf kluge Weise vereint.

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Komplettmodernisierung der Steuerungs- und Antriebstechnik sowie sicherheitsrelevanter Komponenten. Bild: Fehr Lagerlogistik
Komplettmodernisierung der Steuerungs- und Antriebstechnik sowie sicherheitsrelevanter Komponenten. Bild: Fehr Lagerlogistik

Seit 1986 ist MECU mit seiner Firmenzentrale in Velbert zu Hause. Die Gegend südlich des Ruhrgebiets gilt als Schlüsselregion für metallverarbeitende Betriebe. Auf 6.000 Quadratmetern Lagerfläche halten die rund 100 Mitarbeitenden an vier Standorten über 7.000 Artikel aus Aluminium, Kupfer, Messing und Bronze bereit. Schnelle, präzise Lieferungen und umfassende Serviceleistungen – vom Zuschnitt bis zum Recycling – sind für den inhabergeführten Großhändler selbstverständlich.

Dabei verfolgt MECU mit seiner „meculogischen“ Philosophie einen klaren Kurs: mit vier Jahrzehnten Metallkompetenz, verantwortungsvollem Handeln und fairem Miteinander wird die Lieferfähigkeit für über 12.000 Kunden in der gesamten DACH-Region gesichert. Doch als das zentrale „Honeycomb“-Lager, Baujahr 2003, zunehmend an die Grenzen seiner Ersatzteilverfügbarkeit stieß, war klar: Ein Retrofit muss her – aber meculogisch.

Drei starke Ziele für ein starkes Lager

Für MECU bedeutete der Umbau weit mehr als ein technisches Update. Die Modernisierung verfolgte drei strategische Ziele:

.1. Zukunftssicherheit und Prozessstabilität: Das Lager ist das Herzstück der gesamten Logistik. Seine Verfügbarkeit garantiert den reibungslosen Materialfluss für tausende Kundenaufträge pro Jahr. Das Retrofit für den „Honeycomb“ musste also langfristig die Ersatzteilversorgung und Servicefähigkeit gewährleisten.

2. Effizienzsteigerung und Wirtschaftlichkeit: Moderne Steuerungs- und Antriebstechnik senkt den Energieverbrauch spürbar, was angesichts der hohen Energiekosten in Deutschland ein wichtiger Hebel für mehr Wirtschaftlichkeit ist. Gleichzeitig optimiert die neue Technik die Kommissionierprozesse und steigert so die Effizienz.

3.. Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung: Anstatt die bestehende Anlage auszumustern, setzt MECU auf gezielte Modernisierung – ressourcenschonend und CO2-reduzierend. Technische Features wie die Bremsenergie-Rückspeisung „Fehr Greenline“ zahlen direkt auf die Klimabilanz ein.

Individuelle Lösung statt Standardpaket

Die Wahl des richtigen Partners war für die Erreichung dieser Ziele entscheidend. Mit dem Schweizer Lagertechnikspezialisten Fehr fand MECU ein Unternehmen, das den Gedanken des Retrofit konsequent denkt: Bestehende Substanz intelligent nutzen, statt sie zu ersetzen. Es entwickelte sich schnell eine partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Die Anforderungen des Auftraggebers wurden aufgenommen und ein maßgeschneidertes Konzept entwickelt, das perfekt zum „meculogischen“ Ansatz des Unternehmens passt.

Das Gesamtpaket überzeugte: kein Schnellschuss, sondern eine wirtschaftlich und technologisch nachhaltige Lösung mit klarem Blick auf die Lebensdauer der Anlage.

Ein Retrofit mit chirurgischer Präzision

Die Aufgabe war klar umrissen: Das „Honeycomb“-Lager von Fehr sollte in kürzester Zeit so modernisiert werden, dass es für die kommenden Jahre prozesssicher arbeitet – ohne den laufenden Betrieb unnötig zu gefährden. Das Projekt startete mit einer detaillierten Bestandsaufnahme vor Ort. Auf Basis dieser Analyse erarbeitete Fehr ein detailliertes Umbauszenario, bei dem Stillstandzeiten auf ein Minimum reduziert wurden. Eine besondere Herausforderung: Bei den Arbeiten für das Retrofit musste sogar die Hallenfassade geöffnet werden, was durch eine logistische Meisterleistung auf einen kurzen Zeitrahmen begrenzt werden konnte.

Im Zentrum des Retrofits standen der komplette Austausch der Steuerungs- und Antriebstechnik sowie sicherheitsrelevanter Komponenten. Statt der alten Siemens-SPS S7-400 arbeitet nun eine moderne Safety-SPS S7-1500 mit zeitgemäßer Feldbus-Kommunikation über ProfiNet. Am Regalbediengerät ersetzten die Spezialisten von Fehr Hubwerksmotor, Getriebemotoren, Laufräder, Sensoren, Lichtgitter, Endschalter und Messsysteme. Auch die drahtlose Datenkommunikation und die Energiekette wurden erneuert. Sämtliche Schalt- und Bedienschränke im Lager erhielten ein Update und wurden gegen Neue ausgetauscht. Ein frisches Sicherheitskonzept stellt sicher, dass alle Normen eingehalten werden.

Erfolgreiche Umsetzung in Rekordzeit

Das Retrofit gliederte sich in ein Vorbereitungswochenende für Materialchecks und erste Umbauarbeiten sowie einen intensiven Hauptumbau, der innerhalb von zwei Wochen abgeschlossen wurde. Dank der engen Abstimmung mit den Fehr-Experten konnte die Anlage planmäßig in Betrieb genommen werden – pünktlich zum Produktionsstart.

Mit dem Retrofit hat MECU gleich mehrere Vorteile realisiert: Die Anlage ist wieder auf dem Stand der Technik, die Abläufe sind noch effizienter, und der Energieverbrauch sinkt dank Bremsenergie-Rückspeisung. Die Investition in das zentrale Lager war für den Metallgroßhändler ein logischer Schritt, um auch in Zukunft flexibel und ressourcenschonend agieren zu können. (ck)

Eine Information von Fehr Lagerlogistik

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» Ein Retrofit am Herzen unserer Logistik bei laufendem Betrieb – das ist eine Operation, die man nur einem absoluten Spezialisten anvertraut. Die Zusammenarbeit mit Fehr war von Anfang an partnerschaftlich, transparent und exzellent geplant.

Stephan Miethling, Betriebsleiter MECU

Redaktion (allg.)

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· Artikel im Heft ·

Meculogisches Retrofit
Seite 50 bis 51
28.08.2023
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