Erfrischende Effizienz
Die riha WeserGold Getränke GmbH & Co. KG ist ein international agierendes Getränkeunternehmen und zählt zu den größten Herstellern alkoholfreier Getränke Europas. Mit einer täglichen Produktionskapazität von bis zu fünf Millionen Einheiten und 1.600 Mitarbeitenden weltweit gehört das Unternehmen mit Hauptsitz in Rinteln zu den bedeutendsten Akteuren der Branche.
Modernisierung von Lagerverwaltung und Fördertechnik
Das bestehende Lagerverwaltungssystem bei riha WeserGold war technisch überholt und bot keine zukunftssichere Basis mehr. Durch die Einstellung des Supports entstanden auch zunehmend technische und logistische Herausforderungen und man entschied sich für die Ablösung des Systems. Vor diesem Hintergrund beauftragte riha WeserGold den Logistikspezialisten Artschwager + Kohl mit einer umfassenden Modernisierung. Im Zuge der technischen Bestandsaufnahme zeigte sich, dass auch die Fördertechnik einem Retrofit unterzogen werden sollte. Die vorhandene Simatic-S5-Systemarchitektur entsprach nicht mehr den aktuellen Anforderungen an Ersatzteilversorgung, Maschinensicherheit, Energieeffizienz und Stabilität. Hier kam Heitec als Automatisierungspartner ins Spiel.
Nach eingehender Evaluierung entwickelten A + K und Heitec gemeinsam mit dem Kunden für einen Modernisierungsplan, der auch den Austausch wichtiger Hardware-Komponenten sowie die Optimierung des gesamten Bedienkonzepts vorsah. Ein wesentliches Ziel war es, alle Maßnahmen bei minimaler Beeinträchtigung der laufenden Logistikprozesse umzusetzen. Damit die produzierten Getränke während des Umbaus weiterhin zuverlässig von den Anlagen in den Versand gelangen konnten, wurde für die Übergangsphase ein spezieller Betriebsmodus eingerichtet.
Im Rahmen des Projekts ersetzte A+K das alte Lagerverwaltungssystem durch das eigene System „Lomas“, das sich aufgrund seiner modularen Eigenschaften sehr gut an bestehende automatisierte Lager anpassen lässt. Das Logistik-Management-System lässt sich dank frei kombinierbarer Module, hochflexibler Schnittstellen und standardisierter Kommunikationsprotokolle schnell an bestehende Strukturen, Systeme und Anforderungen anpassen und deckt sämtliche typischen Lagerprozesse ab. Es verbindet Lagerverwaltung, Materialflusssteuerung und Produktionslogistik durchgängig und konnte deshalb nahtlos in die bestehende IT-Landschaft integriert werden. Die Lösung ist skalierbar und ermöglicht bei Bedarf eine flexible Erweiterung der Anlage. Alle logistischen Vorgänge werden nun vollständig transparent überwacht und dokumentiert.
Neueste Technik für zukünftige Innovationen
Um die Vorteile der Modernisierung voll auszuschöpfen, wurde auch die gesamte Fördertechnik durch Heitec einem umfassenden Retrofit unterzogen. Dazu gehörten der Austausch kritischer Antriebe an der Förderstrecke sowie der Einbau von 22 neuen Schaltschränken und sieben Unterverteilern aus mehreren firmeneigenen Fertigungsstandorten. Die veraltete Technik wurde vollständig durch modernste Simatic-Technik ersetzt. Dadurch konnten signifikante Optimierungen hinsichtlich Stabilität, Ausfallsicherheit, Maschinensicherheit und Bedienbarkeit erzielt werden. Der Einsatz neuester Technik öffnet so auch die Wege zu zukünftigen Innovationen im Bereich der Automatisierung.
Angesichts steigender Anforderungen an Arbeitssicherheit und Risikomanagement lag ein weiterer Schwerpunkt auf der Modernisierung der Sicherheitstechnik. Das Projektteam prüfte daher sämtliche Anlagen und Automatikbereiche vor dem Sicherheitsupdate umfassend. Anschließend wurde die Sicherheitstechnik in kritischen Bereichen durch Personenlichtschranken auf den neuesten Stand gebracht. Diese überwachen alle relevanten Zonen zuverlässig und schalten bei unbefugtem Betreten automatisch ab.
Parallel dazu wurde die komplette Anlagenvisualisierung auf WinCC Unified-Basis neu konzipiert. Komplexe Daten lassen sich nun einheitlich und übersichtlich darstellen, was nicht nur die Bedienung erleichtert, sondern auch die Prozessoptimierung sowie künftige Neuerungen unterstützt. Dank standardisierter Schnittstellen kann die neue Visualisierung schnell an individuelle Bedürfnisse angepasst werden. Mobile Wireless Panels ermöglichen eine sichere Steuerung direkt an der Anlage, während die webbasierte Darstellung von jedem Firmenrechner aus, einen vollständigen Überblick bietet.
Optimierte Identifizierung und Datenerfassung
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Optimierung der Palettenidentifizierung/Datenerfassung: Die vorhandenen Linienscanner wurden durch kamerabasierte Scanner von Keyence ersetzt, die vor ihrem Einsatz inhouse einen genauen Test durchliefen. Die neuen Scanner bieten eine deutlich höhere Erkennungsgenauigkeit, erfassen Prüfobjekte hochauflösend und identifizieren selbst kleinste Defekte sofort, sodass Korrekturmaßnahmen unmittelbar eingeleitet werden können. Ein kamerabasiertes System ist zudem schnell und unkompliziert auf sich ändernde Code-Strukturen anpassbar; ein weiterer Benefit mit Blick in die Zukunft.
Das Software-Engineering erfolgte auf Basis des Heitec-Fördertechnikstandards. Alle Funktionen wurden vorab inhouse am virtuellen Modell von Heitec verbunden mit dem „Lomas“-System von A+K simuliert und umfassend getestet. Eventuelle Schwach- und Engstellen können somit vorab erkannt und behoben werden. Eine reibungslose Inbetriebnahme im geplanten Zeitrahmen kann damit sichergestellt werden.
Dank des dedizierten, personalstarken Projektteams, das eng Hand in Hand mit dem Kunden arbeitete, konnte der Go-Live termingerecht realisiert werden. A+K übernahm die Ablösung des alten Lagersystems und implementierte mit „Lomas“ eine flexible, durchgängige Lösung, die jederzeit einen transparenten Materialfluss gewährleistet. Heitec verantwortete das Retrofit der Fördertechnik, die Erneuerung der Schaltschränke, den Wechsel der Steuerungstechnik inklusive Software, die Integration der modernen Visualisierung sowie den Austausch der Sensorik und kritischen Antriebe.
Fazit
Das Projekt zeigt exemplarisch, wie moderne Software, bestehende Mechanik und intelligente Automatisierung nahtlos zusammenspielen und in einer Bestandsanlage integriert werden können. Durch die Kombination aus fundierter Intralogistik-Expertise, individueller Softwareentwicklung und praxisbewährten Projektmethoden arbeitet riha WeserGold heute mit einer modernen Anlage, deren bedienerfreundliches System transparent und bei Bedarf ohne aufwändige Eingriffe erweiterbar ist. Weniger Ausfälle und optimierte Prozesse steigern die Effizienz deutlich – und der ROI verbessert sich messbar.
Moderne Bedienkonzepte ermöglichen eine schnelle Störungsbehebung und reduzieren den Wartungsaufwand. Die Ersatzteilversorgung ist langfristig gesichert. Für die Zukunft verfügt das Unternehmen über verlässliche, kompetente Partner in der Intralogistik. Das Ergebnis: mehr Prozesssicherheit, höhere Bedienfreundlichkeit und eine nachhaltig zukunftsfähige Lösung.
Eine Information der Heitec AG
Firmenprofile siehe Seite 62 und 64


Lager bei riha WeserGold Bild: Heitec


Neue Schaltschränke nach dem Retrofit Bild: Heitec
» Alle Schritte wurden transparent geplant. Heute verfügen wir über eine hochmoderne, skalierbare und effiziente Anlage und sehen uns für die Zukunft und weiteres Wachstum gut gerüstet.
» Mithilfe von Artschwager + Kohl und Heitec haben wir unsere logistischen und technischen Herausforderungen perfekt meistern können. Die Zusammenarbeit war zu jeder Zeit offen und vertrauensvoll.
Alexander Bauer
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