Jungheinrich: Neue EFG-Stapler bieten bis zu 15 Prozent mehr Flächeneffizienz
Jungheinrich startet Produktion neuer Elektro-Gegengewichtsstapler in Moosburg
Jungheinrich hat am Standort Moosburg die Produktion der neuen Elektro-Gegengewichtsstapler „EFG 2/2i“ und „EFG 3/3i“ aufgenommen. Am 26. Oktober lief mit dem EFG 320i das erste Fahrzeug der neuen Generation vom Band. Die Baureihen erweitern das Portfolio des Hamburger Intralogistikanbieters im 48-Volt-Segment und decken Tragfähigkeiten bis zwei Tonnen ab. Im Mittelpunkt der Neuentwicklung stehen eine kompakte Bauweise, unterschiedliche Leistungsstufen sowie Anpassungen bei Ergonomie und Sicherheit.
Die neue Generation basiert nach Angaben des Herstellers auf Erfahrungen mit mehr als 170.000 verkauften Fahrzeugen. Das Angebot umfasst sowohl Dreirad- als auch Vierradstapler. Die Baureihe EFG 2/2i deckt Tragfähigkeiten von 1,4 bis zwei Tonnen ab, während die Vierradmodelle der Reihe EFG 3/3i für Lasten zwischen 1,6 und zwei Tonnen ausgelegt sind. Damit richtet sich das Angebot an Betreiber mit unterschiedlichen Anforderungen an Transport- und Umschlagprozesse.
Kompakte Konstruktion für beengte Einsatzbereiche
Ein Schwerpunkt der Entwicklung liegt auf der Reduzierung des Platzbedarfs. Bei den Modellen mit integrierter Lithium-Ionen-Batterie kombiniert Jungheinrich eine kompakte Fahrzeugkonstruktion mit einer optimierten Lenkachsgeometrie. Dadurch soll sich die Flächeneffizienz bei den entsprechenden Modellen um bis zu 15 Prozent erhöhen.
Der Wendekreis fällt laut Jungheinrich modellabhängig um bis zu 300 Millimeter kleiner aus. Das soll die Manövrierfähigkeit insbesondere in schmalen Lagergängen, auf Lkw-Ladeflächen und in beengten Produktionsbereichen verbessern. Zugleich sieht der Hersteller darin eine Möglichkeit, vorhandene Lager- und Produktionsflächen wirtschaftlicher zu nutzen.
Drei Leistungsstufen für unterschiedliche Anforderungen
Für die neuen Elektro-Gegengewichtsstapler stehen die Leistungsvarianten „Efficiency Plus“, „Drive & Lift Plus“ und „Performance Plus“ zur Verfügung. Sie unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Auslegung für verschiedene Umschlagleistungen.
Die Variante „Efficiency Plus“ ist für moderate Umschlaganforderungen vorgesehen. „Drive & Lift Plus“ richtet sich an vielseitige Einsatzprofile, während „Performance Plus“ auf höhere Umschlagleistungen ausgelegt ist. In der leistungsstärksten Ausführung setzt Jungheinrich permanentmagneterregte Synchronmotoren und eine optimierte Hydraulik ein. Diese Kombination soll sowohl die Umschlagleistung als auch die Energieeffizienz verbessern.
Modulares Konzept für die Energieversorgung
Auch bei der Energieversorgung verfolgt Jungheinrich einen modularen Ansatz. Für die neuen Stapler stehen integrierte Lithium-Ionen-Batterien mit Kapazitäten von 346, 460 oder 690 Amperestunden zur Verfügung. Darüber hinaus umfasst das Konzept Blei-Säure-Batterien sowie eine Vorbereitung für den Betrieb mit Brennstoffzellen.
Mit den unterschiedlichen Energieoptionen können Betreiber die Fahrzeuge entsprechend ihren betrieblichen Anforderungen konfigurieren. Angaben zu Ladezeiten, Energieverbräuchen oder Laufzeiten der einzelnen Batterievarianten enthält die Mitteilung nicht.
Mehr Platz und geringerer Geräuschpegel am Fahrerarbeitsplatz
Neben der Fahrzeugkonstruktion hat der Hersteller den Fahrerarbeitsplatz überarbeitet. Die neue Generation bietet rund 100 Millimeter mehr Beinfreiheit. Hinzu kommen ein niedrigerer Einstieg und eine angepasste Lenksäule. Diese Maßnahmen sollen die körperliche Belastung beim Bedienen der Fahrzeuge reduzieren.
Eine schwingungsentkoppelte Kabine senkt den Geräuschpegel laut Jungheinrich auf 63 Dezibel(A). Die Bedienung erfolgt unter anderem über ein 4,3-Zoll-Touchdisplay und überarbeitete Bedienelemente. Damit will der Hersteller die Ergonomie und Handhabung bei längeren Einsätzen verbessern.
Anpassungen bei Sicht und Sicherheitsausstattung
Weitere Änderungen betreffen die Sichtverhältnisse während des Fahrbetriebs. Eine schräg angeordnete B-Säule reduziert nach Unternehmensangaben den toten Winkel beim Rückwärtsfahren um bis zu 65 Prozent. Ein niedriger gestalteter Armaturenbereich soll die Sicht auf Gabeln und Last verbessern. Optional steht ein Panoramadach zur Verfügung, das die Sicht auf höher gelegene Regalebenen erweitert.
Zusätzlich können die Fahrzeuge mit verschiedenen Assistenzsystemen ausgestattet werden. Dazu gehört die mit künstlicher Intelligenz unterstützte Personenerkennung „Added View“. Das System soll Personen im Arbeitsumfeld erkennen. Mit „Zone Control“ bietet der Hersteller außerdem ein System zum Kollisionsschutz an.
Eine weitere optionale Ausstattung ist das Lichtband „Smart Stripe“. Die LED-Anzeige signalisiert unter anderem Bremsvorgänge, die Fahrtrichtung, Warnmeldungen und den Batteriestatus. Damit ergänzt Jungheinrich die klassischen Sicherheits- und Anzeigeelemente um zusätzliche optische Informationen.
Digitale Servicefunktionen für die Instandhaltung
Die neuen EFG-Baureihen verfügen darüber hinaus über Funktionen zur digitalen Erfassung und Bereitstellung von Betriebsdaten in Echtzeit. Diese bilden die Grundlage für digitale Servicedienstleistungen, Ferndiagnosen und vorausschauende Wartungsmaßnahmen.
Nach Angaben von Jungheinrich sollen die Funktionen dazu beitragen, ungeplante Stillstände zu vermeiden, Reparaturzeiten zu verkürzen und die Instandhaltungskosten zu senken. Konkrete Kennzahlen zu möglichen Einsparungen oder zur Verfügbarkeit der Fahrzeuge nennt der Hersteller nicht.
Mit dem Produktionsanlauf in Moosburg ergänzt Jungheinrich sein Angebot an Elektro-Gegengewichtsstaplern um zwei neue Baureihen. Die Fahrzeuge verbinden unterschiedliche Leistungs- und Energievarianten mit einer auf begrenzte Platzverhältnisse ausgelegten Konstruktion. Damit adressiert der Hersteller sowohl Anforderungen an die Umschlagleistung als auch an die Flächennutzung und den Fahrerarbeitsplatz.

































