Active Load Management: Foppa lädt Flurförderzeugflotte zu 90 Prozent mit selbstproduziertem Solarstrom

Das italienische Lebensmittelgroßhandelsunternehmen Foppa maximiert den Eigenverbrauch seiner Photovoltaikanlage durch intelligentes Energiemanagement. Mit dem „Active Load Management“ von Jungheinrich wird der Ladevorgang der Flurförderzeuge in Echtzeit an die verfügbare Solarenergie angepasst. Das Ergebnis: deutlich höherer Eigenverbrauch und reduzierte Energiekosten.

(Bildquelle: Foppa / Jungheinrich AG)
(Bildquelle: Foppa / Jungheinrich AG)

Foppa betreibt an seinem Hauptsitz in Egna in der italienischen Provinz Bozen seit 2009 eine Photovoltaikanlage, die kontinuierlich ausgebaut wurde und heute eine Leistung von rund ein Megawatt Peak erreicht. Damit erzeugt das Familienunternehmen einen erheblichen Teil seines Strombedarfs selbst. Die Herausforderung bestand darin, die tagsüber erzeugte Solarenergie optimal für die Flurförderzeugflotte nutzbar zu machen.

„Unsere Kühlzellen und Flurförderzeuge haben einen hohen Energiebedarf, vor allem in den Abend- und Nachtstunden. Gleichzeitig erzeugen wir tagsüber viel Solarstrom. Die Frage war: Wie bringen wir beides sinnvoll zusammen, um Kosten zu senken und unseren Eigenstrom besser zu nutzen?", erklärt Renè Celva, Geschäftsleiter für Einkauf und Logistik bei Foppa.

Dynamisches Energiemanagement statt zeitgesteuerter Ladung

Die Lösung liegt im „Active Load Management“ (ALM) von Jungheinrich. Anders als einfache, zeitbasierte Ladelösungen ist ALM direkt an das bestehende Energiemanagementsystem angebunden und steuert die Ladeprozesse der Flurförderzeuge in Echtzeit. Dabei werden sowohl Ladezeitpunkt als auch Ladeleistung kontinuierlich an die aktuell verfügbare Solarenergie, die vorhandene Infrastruktur und den bestehenden Energievertrag angepasst.

„Active Load Management sorgt dafür, dass die Ladegeräte genau dann aktiv sind, wenn ausreichend Solarstrom vorhanden ist. Gleichzeitig wird die Ladeleistung dynamisch an die vorhandene Infrastruktur und den bestehenden Energievertrag angepasst", erläutert Sergio Bandirali, Solution Design Energy Systems bei Jungheinrich Italien.

Das sogenannte Solarüberschussladen stimmt Erzeugung Verbrauch laufend aufeinander ab, sodass jederzeit so viel Solarstrom wie möglich in die Flurförderzeugflotte fließt. So vermeidet Foppa unnötigen Netzbezug und entlastet gleichzeitig die bestehende Infrastruktur.

Hohe Eigenstromnutzung ohne zusätzliche Speichertechnik

Eine zentrale Voraussetzung für dieses flexible Laden ist die eingesetzte Lithium-Ionen-Technologie. „Lithium-Ionen-Batterien lassen sich im Gegensatz zu Blei-Säure-Batterien auch kurzfristig und mit wechselnder Leistung laden", sagt Bandirali. „Das ist ein großer Vorteil, wenn man den Ladevorgang an die schwankende Solarstromproduktion anpassen will."

Die Ergebnisse sind deutlich: „Mit dem ‚Active Load Management‘ konnten wir den Eigenstromanteil beim Laden der Flurförderzeuge auf rund 90 Prozent erhöhen“, berichtet Celva. „Gleichzeitig haben wir unsere Energiekosten weiter gesenkt – und das ganz ohne stationäre Batteriespeicher.“ Das macht Foppa zudem unabhängiger von schwankenden Strompreisen und erhöht die Planungssicherheit.

Im Rahmen des Projekts wurden drei bestehende Fahrzeuge nachgerüstet. Ergänzend kamen neun weitere Kommissionierer mit integrierter ALM-Funktion hinzu. In Egna sind damit aktuell zwölf Jungheinrich ECE-Kommissionierer mit „Active Load Management“ im Einsatz.

Erleichterung für den Lagerbetrieb

Neben Energie- und Kosteneffekten bringt die Lösung auch praktische Vorteile im Betrieb. Bei Lithium-Ionen-Fahrzeugen entfallen Batteriewechsel ebenso wie separate Laderäume oder der Umgang mit schweren Wechsel-Akkus.

Das in Egna umgesetzte Konzept macht deutlich, wie sich Solaranlagen durch intelligentes Lademanagement optimal in den Logistikbetrieb integrieren lassen. Weitere Schritte sind bereits in Planung. Denn die Photovoltaikanlage erzeugt mehr Strom, als derzeit für das Laden der Flurförderzeuge benötigt wird. „Wir schauen uns gemeinsam mit Jungheinrich an, wie wir den überschüssigen Strom künftig auch für weitere logistische Prozesse nutzen können“, sagt Celva.

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