Präzise platzieren, effizient verdichten: Würth Industrie Service und SSI Schäfer entwickeln Kommissionierroboter gemeinsam weiter
Die neue Piece-Picking-Zelle in kompakter Portalbauweise dient der automatisierten Verdichtung bereits vorkommissionierter Artikel auf Tablaren. Ziel ist es, Tablare schneller zu entleeren und zeitnah wieder für die Vorkommissionierung bereitzustellen. Hierfür identifiziert das System die Artikel auf den Quelltablaren in Echtzeit, ermittelt geeignete Greifpunkte und steuert den Roboterarm. Dieser nimmt die Artikel sicher auf und platziert sie gezielt an einer passenden Position im Zieltablar.
Pick & Place für Verpackungen bis fünf Kilogramm
Der am Markt übliche Pick-&-Drop-Modus, bei dem die Artikel über dem Zielbehältnis abgeworfen beziehungsweise fallen gelassen werden, ist für Würth Industrie Service keine Option. Denn: Zum Sortiment des C-Teile-Anbieters gehören zahlreiche Produkte, die zu schwer für das kollisionsfreie Ausführen von Drop-Prozessen sind. Um auch bis zu fünf Kilogramm schwere Verpackungen betriebssicher zu fördern, arbeitet die Piece-Picking-Zelle bei Würth Industrie Service deshalb im Betriebsmodus „Pick & Place“. Dieser sieht vor, dass die gepickten Artikel gezielt abgesetzt werden.
Würth Industrie Service und SSI Schäfer wollen im Rahmen der gemeinsamen Entwicklungspartnerschaft die Pick-&-Place-Performance kontinuierlich zu einem technisch möglichen Optimum weiterentwickeln. Im Pick-&-Drop-Modus liegt dieses bei bis zu 1.200 Picks pro Stunde. Da jedoch der exakte und schonende Pick-&-Place-Modus gegenüber dem Pick-&-Drop-Modus mehr Zeit für ein zielgenaues und sicheres Absetzen der Ware erfordert, sind derartig hohe Performancewerte nicht erreichbar.
Bilderkennung liefert detaillierte 3D-Lagebilder
„SSI Piece Picking“ nutzt einen kompakten Sauggreifer, der jeden Winkel eines Behälters erreicht und auch kleinste Teile zuverlässig aufnimmt. Der Portalroboter nimmt von einer Quellposition auf und legt die jeweilige Verpackung im Zieltablar ab. Um die dazu nötigen Quell- und Zielpunkte und Bewegungen in Echtzeit zu errechnen, wird das integrierte Bilderkennungssystem „Wamas Vision“ eingesetzt. Dessen Kameras erstellen Lagebilder der Quell- und Zieltablare und berechnen auf dieser Basis die bestmöglichen Greifpunkte, optimierte Bahnkurven und Zielpunkte für die Robotersteuerung. Nach Vorgabe der Auftragsdaten aus dem Lagerverwaltungssystem „Würth WMS“, beauftragt und überwacht die integrierte Robotersteuerung die Ausführung der Pick-&-Place-Operationen.
Entwicklungspartnerschaft soll Robotik weiter optimieren
Die gemeinsame Entwicklungspartnerschaft unterstreicht den Anspruch beider Unternehmen, innovative Robotiklösungen gezielt für die Anforderungen moderner Intralogistik weiterzuentwickeln. Die gewonnenen Erkenntnisse aus dem Projekt fließen in die Optimierung bestehender Prozesse sowie in künftige Automatisierungslösungen ein.
































