Rack-Bot-Systeme erschließen bis zu zwölf Meter Lagerhöhe
SSI Schäfer setzt bei seinen Rack-Bot-Systemen auf eine Kombination aus statischen Standardregalen und autonomen mobilen Robotern. Das modulare Konzept ist insbesondere für die Automatisierung bestehender Lagergebäude vorgesehen und lässt sich nach Angaben des Anbieters ohne umfangreiche bauliche Eingriffe integrieren. Regale und Roboter können unabhängig voneinander ergänzt werden. Erweiterungen sollen auch im laufenden Betrieb möglich sein.
Layout an Bestandsgebäude anpassbar
Das System ist nicht an ein vorgegebenes Gesamtlayout gebunden. Nach Angaben von SSI Schäfer lassen sich beispielsweise L-förmige Anordnungen oder Layouts für unregelmäßige Gebäudestrukturen realisieren. Dadurch soll die Automatisierung auch in Bestandsgebäuden möglich sein, deren Geometrie nicht auf eine standardisierte Lageranlage ausgelegt ist.
Die Rack-Bot-Systeme nutzen Lagerhöhen von bis zu zwölf Metern. In Verbindung mit einer bis zu dreifachtiefen Lagerung lassen sich laut Anbieter in konkreten Anwendungen bis zu 43 Behälter pro Quadratmeter unterbringen.
Verschiedene Ladeeinheiten im selben System
Die Anlage kann unterschiedliche Behältergrößen, Kartons und Tablare aufnehmen. Kartons lassen sich laut SSI Schäfer direkt handhaben, sodass kein vorheriges Umpacken erforderlich ist. Auch eine Mischung verschiedener Ladeeinheiten innerhalb einer Anlage ist möglich.
Behälter können unmittelbar aus dem System entnommen und anschließend weiterverarbeitet werden. Zusätzliche Pufferstufen zwischen Lagerung und nachfolgenden Prozessen sind damit nach Angaben des Anbieters nicht grundsätzlich erforderlich.
Roboter greifen auf jeden Behälter zu
Ein technisches Merkmal der „Rack-Bot-Systeme“ ist die Full-Roaming-Funktion. Jeder eingesetzte Roboter kann im gesamten Lager auf jeden Behälter zugreifen. Damit unterscheidet sich das Konzept laut SSI Schäfer von Automatisierungslösungen, bei denen einzelne Fahrzeuge bestimmten Gassen oder Lagerbereichen zugeordnet sind.
Die Architektur soll verhindern, dass Lagerkapazität und Leistung einzelner Gassen unmittelbar voneinander abhängig sind. Gleichzeitig benötigt das System nach Angaben des Unternehmens keine starre Klassifizierung der Artikel anhand ihrer Umschlagshäufigkeit. Verändern sich Artikelprofile, Umschlagshäufigkeiten oder Auftragsstrukturen, können die Roboter weiterhin systemweit auf die Ladeeinheiten zugreifen.
Sequenzierung innerhalb des Systems
Die Roboter übernehmen auch die Sequenzierung der Aufträge. Sie transportieren die benötigten Ladungsträger in der vorgesehenen Reihenfolge zu den Arbeitsplätzen. Zusätzliche Fördertechnik ist dafür laut Anbieter nicht zwingend notwendig.
Für zeitkritische Aufträge nennt SSI Schäfer die leistungsoptimierte Ausführung Rack-Bot-System „Elevate“. Bei dieser Variante kann ein benötigter Behälter laut Unternehmen innerhalb von zwei Minuten am Arbeitsplatz bereitstehen.
Leistung durch zusätzliche Roboter skalierbar
Eine Leistungssteigerung ist durch zusätzliche Roboter und Arbeitsplätze sowie veränderte Betriebsstrategien möglich. Das statische Regalsystem muss dafür nach Angaben von SSI Schäfer nicht verändert werden. Auf diese Weise lässt sich die Anlagenleistung schrittweise an steigende Anforderungen anpassen.
Das Konzept ermöglicht damit eine getrennte Skalierung verschiedener Systemkomponenten. Unternehmen können zusätzliche Transportkapazität durch weitere Roboter schaffen, ohne zwangsläufig gleichzeitig die Lagerstruktur verändern zu müssen.
25 Rack-Bots bei Desigual
Als Anwendungsbeispiel nennt SSI Schäfer eine Installation beim Modeunternehmen Desigual. Dort sind 25 Rack-Bots im Einsatz. Die Anlage erreicht laut Anbieter einen Durchsatz von bis zu 650 Kartons pro Stunde sowie 150.000 Einheiten pro Woche im Zweischichtbetrieb. Von der Planung bis zur Inbetriebnahme der Anlage vergingen nach Angaben von SSI Schäfer sieben Monate.

















































