TÜV SÜD und Accenture präsentieren „Physical AI Safety Suite" auf der NVIDIA GTC Berlin 2026
Die „Physical AI Safety Suite" digitalisiert mithilfe von digitalen Zwillingen und KI-gestützten Simulationen teilweise die manuelle Begutachtung von Anlagen und Ausrüstung sowie die Erstellung von Zertifizierungspaketen. TÜV SÜD schätzt, dass der digitale Prozess die Inbetriebnahme um bis zu 30 Prozent beschleunigen könnte. Dadurch werden nicht nur physische Abhängigkeiten wie installierte Anlagen und Besichtigungen vor Ort reduziert; Unternehmen können zudem Sicherheits- und Zertifizierungsprobleme früher angehen, um kostspielige Nacharbeiten im Betrieb zu vermeiden.
„Physische KI ermöglicht es Robotersystemen, immer anpassungsfähiger zu werden, und ebnet gleichzeitig den Weg für unabhängige, evidenzbasierte digitale Zertifizierungsprozesse", sagte Patrick Vollmer, CEO und Vorstandsvorsitzender der TÜV SÜD AG. „Mit unserer 'Physical AI Safety Suite', die auf simulationsgestützten Nachweisen basiert, können wir die Compliance-Readiness bereits in einer viel früheren Phase des Entwicklungszyklus unterstützen, ohne dabei Abstriche bei der von unseren Standards geforderten Genauigkeit zu machen. Die Bewertung von Automatisierungskonzepten, bevor der erste Roboter eingesetzt wird, reduziert Unsicherheiten im laufenden Betrieb und trägt dazu bei, ein höheres Maß an Sicherheit, Effizienz und Leistung in Produktion und Logistik zu erreichen."
„Unternehmen prüfen Automatisierungskonzepte zu oft erst dann anhand von Industriestandards, wenn die Anlagen, Layouts und Arbeitsabläufe bereits festgelegt sind“, sagte Sarat Maitin, Leiter Supply Chain and Engineering bei Accenture für Zentral- und Osteuropa. „Die ‚Physical AI Safety Suite‘ verlagert diese Schritte auf einen früheren Zeitpunkt, an dem Unternehmen Sicherheitsvorfälle und kostspielige Nacharbeiten noch vermeiden können. Sie ermöglicht außerdem die kontinuierliche Überwachung automatisierter Anlagen. Beides unterstützt den schnelleren Einsatz von physischer KI-gestützter Automatisierung, die erforderlich ist, um die Produktivität in der Fertigung insbesondere in Europa zu steigern."
Verbundene Prüfungen auf drei Ebenen
Das Konzept der „Physical AI Safety Suite“ bewertet Automatisierung auf drei miteinander verbundenen Ebenen, wobei TÜV SÜD eine unabhängige Bewertung und Sicherstellung vornimmt und die Verantwortung für die Zertifizierung behält:
Ebene 1: Simulation industrieller Anlagenlayouts - Wo können Unternehmen physische KI sicher einsetzen?
Mithilfe der NVIDIA-Omniverse-Bibliotheken, der offenen Weltmodellplattform „Cosmos“ und des offenen Robotik-Frameworks „NVIDIA Isaac Sim“ bewertet die „Physical AI Safety Suite" virtuell Routen, Freiräume, Mischnutzungszonen und Kooperationsbereiche, bevor Roboter eingesetzt oder Layouts neu konfiguriert werden. Anschließend erstellt sie ein strukturiertes Nachweispaket zur Prüfung durch TÜV SÜD, das Anforderungen an Betriebsbereiche, Standards für Gefahren- und Risikominderung, Normen zur Roboterintegration sowie Sicherheitsaspekte von Steuerungssystemen abdeckt.
Ebene 2: Einbindung von Roboterflotten - Wie funktioniert Physical AI sicher?
Mithilfe von „NVIDIA Omniverse“, „Cosmos“ und „Isaac Sim“ simuliert die „Physical AI Safety Suite“ Roboterflotten und deren Verhalten, um vor dem Einsatz betriebliche Einschränkungen und potenzielle Gefahren zu identifizieren, beispielsweise dass Mitarbeiter von AMRs eingeklemmt werden könnten. Während des Betriebs werden die Sicherheitsplattform „NVIDIA Halos“ und die „Edge-KI-Plattform NVIDIA IGX Thor“ genutzt, um potenziell gefährliche Situationen zu erkennen, die außerhalb des Sichtfelds eines einzelnen Roboters liegen. KI-Agenten, die auf Basis des „NVIDIA Halos Outside-In Safety Blueprint“ entwickelt wurden, erweitern die Wahrnehmung eines Roboters, sodass dieser mithilfe von in der Anlage installierten Kameras autonom Schlussfolgerungen ziehen und handeln kann. Dadurch können Flottenmanagementsysteme früher reagieren, um die Sicherheit und die betriebliche Effizienz zu verbessern.
Ebene 3: Einzelne Roboter - Was darf Physical AI tun?
Selbst Geräte, die alle geltenden Produktvorschriften erfüllen, müssen unter den für den jeweiligen Einsatzort vorgesehenen Betriebsbedingungen getestet werden, wie beispielsweise Belastung, Geschwindigkeit, Bodenbeschaffenheit und Beleuchtung. Mithilfe von „NVIDIA Isaac Sim“ und „Cosmos“ erstellt und testet die „Physical AI Safety Suite“ eine Vielzahl von für die Zertifizierung relevanten Szenarien, die bei Tests unter realen Bedingungen praktisch niemals abgedeckt werden könnten. Dadurch können Engineering-Teams beispielsweise die beste Platzierung für Sicherheitssensoren ermitteln, lange bevor ein physischer Prototyp existiert.

































