Industrielle Prozessanlagen: Mit alternativen Analyse- und Prüfverfahren unnötige Stillstandszeiten vermeiden
Im Rahmen eines solchen Industriekonzepts können alternative Prüfmethoden festgelegt werden, die es erlauben, dass die Anlagenteile zur Prüfung weder geöffnet, geleert, gereinigt, gegebenenfalls gasfrei gemacht oder Isolierungen entfernt werden müssen. Betreiber müssen diese Einschätzung von einer zugelassenen Überwachungsstelle (ZÜS) wie TÜV Nord bestätigen
lassen. Ist das Konzept zulässig, können diese Prüfmethoden zum Einsatz kommen. Mit ihnen wird der Anlagenstillstand verkürzt oder gar ganz vermieden.
Einen wichtigen Beitrag in beanspruchten Prozessanlagen kann auch die Schadensvorsorge leisten. Wenn belastete Komponenten wie Pumpen, Flansche, Wandungen oder Schrauben durch Verschleiß- oder Alterungserscheinungen sowie Temperatur- und Druckschwankungen bereits Schädigungen aufweisen, werden sie oft zügig ausgetauscht. Mithilfe einer Befundbewertung kann die zulässige Betriebsdauer von beschädigten Komponenten und Anlagenteilen ermittelt werden, so dass ein notwendiger Stillstand an den Betriebsablauf optimal angepasst und gegebenenfalls auf einen späteren Zeitpunkt verlegt werden kann. Mithilfe der Schadenstoleranzanalyse können flexible, fahrweisenabhängige Inspektionsintervalle ermittelt werden. Diese Methode ist eine Möglichkeit für die Verlängerung von Inspektionsintervallen gemäß BetrSichV. Darüber hinaus ermöglicht die Methode eine maximale Ausnutzung der Lebensdauer aller Komponenten, ohne Abstriche an der Anlagensicherheit zu machen. Dadurch kann ein vorzeitiger Komponentenaustausch vermieden werden.
In schwer zugänglichen Anlagenbereichen können Technologien und Berechnungsprogramme eingesetzt werden, die dem Betreiber aufwändige bauliche Maßnahmen und vor allem Zeit ersparen. So gibt es Molche, die in Rohren wie Dükerleitungen und Druckrohren Daten sammeln. Sog. „Crawler“ bewegen sich ferngesteuert über magnetische Räder an schwer zugänglichen und gefährlichen Stellen – wie z. B. dünnwandigen Tankdächern – um Materialdicken aufzunehmen. Mit Flugrobotern werden unzugängliche Stellen auf mögliche Schäden überprüft. Die Ergebnisse all dieser Untersuchungen können über 3D-Drucker plastisch dargestellt werden.


















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