Igus: Unternehmensgründer Margret und Günter Blase gestorben
Unternehmensgründung in einer Doppelgarage
Die Geschichte des Unternehmens begann 1964 in einer Doppelgarage in Köln-Mülheim. Günter Blase hatte zunächst eine Schreinerlehre absolviert und anschließend Ingenieurwissenschaften studiert. Im Mittelpunkt seiner unternehmerischen Tätigkeit stand die Entwicklung technischer Kunststoffbauteile.
Einen frühen Entwicklungsschritt markierte ein Auftrag des Automobilzulieferers Pierburg. Für das Unternehmen fertigte Günter Blase 1965 einen Ventilkegel aus Kunststoff, der in einem Fahrzeugvergaser eingesetzt werden sollte. Die Herstellung des Kunststoffbauteils war nach Unternehmensangaben technisch anspruchsvoll. Günter Blase experimentierte mit dem Spritzguss, bis die Fertigung gelang.
Während er sich auf die technische Entwicklung konzentrierte, übernahm Margret Blase die kaufmännische Organisation des Unternehmens. Die Steuerberaterin verantwortete Verwaltung und Finanzen, betreute Kunden und war an wesentlichen Investitionsentscheidungen beteiligt. Damit ergänzten sich die technischen und wirtschaftlichen Aufgaben der beiden Unternehmensgründer.
Ausbau des Standorts und internationale Expansion
Ab 1983 beteiligten sich auch die Söhne Frank und Carsten Blase aktiv an der Weiterentwicklung des Familienunternehmens. In den folgenden Jahrzehnten erweiterte der Hersteller sein Produktportfolio auf mehrere Tausend Produkte und baute seine internationale Geschäftstätigkeit aus. Anfang der 1990er Jahre errichteten Margret und Günter Blase den heutigen Unternehmensstandort in Köln-Lind. Der Standort bildet nach Unternehmensangaben weiterhin einen zentralen Bestandteil der Produktions- und Unternehmensstruktur.
Im Laufe seiner Entwicklung spezialisierte sich igus zunehmend auf Kunststoffkomponenten für bewegte technische Anwendungen. Dazu gehören insbesondere Lösungen für die Energiezuführung sowie Komponenten für Lagerungs- und Bewegungsaufgaben. Diese Produkte fasst der Hersteller unter der Bezeichnung „motion plastics“ zusammen.
Technische Entwicklung und wirtschaftliche Stabilität
Günter Blase beschäftigte sich nach Unternehmensangaben bis ins hohe Alter mit technischen Fragestellungen und der Optimierung von Produktionsprozessen. Zu den prägenden Grundsätzen seiner Unternehmensführung gehörte die Vorbereitung auf erhebliche Veränderungen des Geschäftsverlaufs.
Dabei orientierte er sich an möglichen positiven und negativen Schwankungen von jeweils 50 Prozent. Ziel dieses Ansatzes war es nach Darstellung des Unternehmens, die wirtschaftliche Stabilität und Handlungsfähigkeit sowohl bei starkem Wachstum als auch bei rückläufiger Nachfrage zu sichern.
Margret Blase begleitete die Entwicklung des Familienunternehmens insbesondere durch ihre kaufmännische Tätigkeit und die Mitgestaltung wesentlicher wirtschaftlicher Entscheidungen. Beide Gründer waren über Jahrzehnte an dessen Aufbau und Entwicklung beteiligt.
Operative Führung durch vier Geschäftsführer
Die Unternehmensführung ist inzwischen auf eine mehrköpfige Geschäftsleitung verteilt. Seit Oktober 2025 firmiert der Hersteller als Igus SE & Co. KG. Die operative Verantwortung liegt bei vier Geschäftsführern. Frank Blase, Sohn des Gründerpaares, begleitet als Vorsitzender des Verwaltungsrats die strategische Entwicklung.
Nach Angaben des Unternehmens beschäftigt Igus weltweit mehr als 5.700 Mitarbeitende, davon rund 2.500 in Deutschland. Neben dem bestehenden Produktgeschäft entwickelt der Hersteller weitere Geschäftsfelder. Die operative Leitung des Unternehmens liegt heute bei vier Geschäftsführern, während Frank Blase die strategische Entwicklung als Vorsitzender des Verwaltungsrats begleitet.


































