„Still Smart Assist“: Modulares Assistenzsystem soll Kollisionen im Lager vermeiden

Der Hamburger Intralogistikanbieter Still hat mit „Still Smart Assist“ ein modulares Sicherheitsassistenzsystem für Flurförderzeuge vorgestellt. Die Lösung soll Kollisionsrisiken zwischen Fahrzeugen, Personen und Lagerinfrastruktur reduzieren. Dafür kombiniert der Hersteller konfigurierbare Schutz- und Warnzonen mit funkbasierter Erkennung, automatischer Geschwindigkeitsregelung und optionaler kamerabasierter Personenerkennung. Das System lässt sich an unterschiedliche Hallenlayouts, Verkehrswege und Flottenstrukturen anpassen.

Für die effektive Kollisionsvermeidung nutzt das Assistenzsystem „Still Smart Assist“ ein umfassendes Portfolio unterschiedlicher Module für Fahrzeuge, Personen und Infrastruktur. (Bildquelle: Still GmbH)
Für die effektive Kollisionsvermeidung nutzt das Assistenzsystem „Still Smart Assist“ ein umfassendes Portfolio unterschiedlicher Module für Fahrzeuge, Personen und Infrastruktur. (Bildquelle: Still GmbH)

Nach Angaben von Still nutzt „Smart Assist“ ein breitbandiges Funksignal sowie mobile und stationäre Module, um Personen, Fahrzeuge und Infrastruktur in Echtzeit zu erkennen. Unternehmen können damit Schutz- und Warnzonen für bestimmte Verkehrsbereiche festlegen und die Reaktionen des Systems an die jeweiligen Gefährdungen anpassen.

Erkennt die Lösung eine kritische Situation, warnt sie Fahrer und Fußgänger über akustische und visuelle Signale. Abhängig von der Konfiguration kann das System außerdem die Geschwindigkeit eines Flurförderzeugs automatisch reduzieren. Dadurch sollen mögliche Kollisionen frühzeitig vermieden werden.

Die modulare Architektur ermöglicht sowohl die Absicherung einzelner Gefahrenstellen als auch den Aufbau eines übergreifenden Sicherheitskonzepts für den innerbetrieblichen Materialfluss. Dafür lassen sich unterschiedliche Funktionsmodule miteinander kombinieren und erweitern.

„Gate Control“ überwacht Tordurchfahrten

Mit dem Modul „Gate Control“ adressiert Still zudem die Kollisionsrisiken an Toren und Hallendurchfahrten. Hierzu richtet das System auf beiden Seiten eines Tores Schutz- und Warnzonen ein. Sobald ein entsprechend ausgestattetes Fahrzeug in den überwachten Bereich einfährt, passt das Modul dessen Geschwindigkeit automatisch an und löst gleichzeitig die Toröffnung aus.

Eine weitere Funktion betrifft die Stellung des Hubmasts. Ist dieser bei der Annäherung an das Tor angehoben, aktiviert „Gate Control“ optische und akustische Warnsignale und reduziert die Fahrzeuggeschwindigkeit weiter. Die Geschwindigkeitsreduzierung bleibt bestehen, bis der Hubmast abgesenkt wurde und eine sichere Durchfahrt möglich ist.

Nach Angaben des Unternehmens soll das Modul dadurch nicht nur Kollisionen mit Personen und anderen Fahrzeugen vermeiden, sondern auch Beschädigungen an Flurförderzeugen und der baulichen Infrastruktur verhindern.

„Zone Control“ sichert Kreuzungen und Fußgängerüberwege

Für besonders risikoreiche Verkehrsbereiche bietet der Hersteller das Modul „Zone Control“ an. Zu den vorgesehenen Einsatzorten zählen Kreuzungen, schwer einsehbare Regaleinfahrten, Tore und Fußgängerüberwege.

Mobile und stationäre Sensoren erfassen potenzielle Gefährdungen innerhalb zuvor definierter Schutzzonen. Je nach Konfiguration reagiert das System mit Warnsignalen oder einer automatischen Reduzierung der Fahrzeuggeschwindigkeit.

Sobald die erkannte Gefahr nicht mehr besteht, hebt Zone Control die Geschwindigkeitsbegrenzung selbstständig wieder auf. Damit soll die Geschwindigkeit nur während der jeweiligen Gefahrensituation eingeschränkt werden.

„Speed Control“ begrenzt die Fahrzeuggeschwindigkeit

Während „Gate Control“ und „Zone Control“ bestimmte Gefahrenbereiche überwachen, übernimmt das Modul „Speed Control“ die Kontrolle der maximalen Fahrgeschwindigkeit unabhängig von einzelnen Schutzzonen.

Nach Herstellerangaben lässt sich die Funktion sowohl innerhalb von Lager- und Produktionshallen als auch auf Verkehrsflächen im Außenbereich einsetzen. Das Modul kontrolliert dort die Maximalgeschwindigkeit der Fahrzeuge.

Kamerabasierte Erkennung ohne Fußgängermodule

Zusätzlich zu den funkbasierten Komponenten lässt sich „Smart Assist“ mit einer mobilen Kamera zur Objekt- und Personenerkennung kombinieren. Die Kamera verwendet Künstliche Intelligenz und soll Personen in Gefahrenbereichen erkennen, ohne dass diese separate Fußgängermodule mitführen müssen.

Befindet sich ein Objekt innerhalb einer definierten Schutz- oder Warnzone, löst das System ein Warnsignal aus. Gleichzeitig informiert es über die Richtung, aus der die erkannte Gefahr kommt.

Für die Überwachung beider Fahrtrichtungen kann die kamerabasierte Lösung nach Angaben von Still auf bis zu drei Kameras erweitert werden. Damit soll sich der Erfassungsbereich entsprechend den betrieblichen Anforderungen vergrößern lassen.

Modulares Sicherheitskonzept für unterschiedliche Lagerstrukturen

Mit „Smart Assist“ erweitert Still sein Angebot zur Kollisionsvermeidung und zur Verbesserung der betrieblichen Arbeitssicherheit. Unternehmen können die einzelnen Module entsprechend ihrer Verkehrswege, Gefahrenstellen und Flottenstrukturen auswählen und miteinander kombinieren.

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