Komplexität im Griff

Integrierte Robotiklösung für das Kartonagen-Handling im Warenausgang

Je vielfältiger die Kartonagen, desto komplexer gestaltet sich die Palettierung. Körber aber zeigt, dass Roboter sehr viel mehr können als nur Standard. Bei der TE Connectivity Germany GmbH palettieren sie mit hoher Effizienz Kartons in unterschiedlichsten Formaten und Gewichtsklassen für Kunden aus der Automotive-Branche. Die Integration erfolgte in zwei Phasen im Zuge einer Brownfield-Automatisierung am Standort Wört.

1105
 Bild: Körber Supply Chain
Bild: Körber Supply Chain

TE Connectivity (TE) ist ein Innovationsführer in vielen an Innovationen nicht gerade armen Branchen. Seit mehr als 80 Jahren entwickelt das Unternehmen Verbindungs- und Sensorprodukte, unter anderem für Luft- und Raumfahrt, die Medizintechnik und die Automobilindustrie. Für die immer enger getakteten Lieferketten seiner Kunden optimiert TE kontinuierlich seine Warenströme. Dabei nimmt die Logistik am Standort Wört eine Vorreiterrolle innerhalb der Unternehmensgruppe ein.

Bereits 2020 wurde die damalige S5-Steuerungs-Architektur des dortigen Palettenlagers durch Körber auf die moderne TIA-Plattform gebracht. Aufgrund der positiven Erfahrungen – Körber realisierte die komplexe Migration nach Plan im laufenden Betrieb – erhielt der Integrations-Spezialist später den Auftrag zu einer robotergestützten Automatisierung des Warenausgangs.

Die Maßnahme führte Körber als Generalunternehmer in zwei Projektphasen im Zeitraum Q2/2022 bis Q1/2025 durch.

Robotik wo möglich, manuelle Arbeit wo nötig

Vorausgegangen waren intensive Workshops, in denen Körber gemeinsam mit den Logistikverantwortlichen von TE ein intelligentes Lösungskonzept erarbeitete, das bei einer maximalen Automatisierung der Standardprozesse ausreichend Raum für die manuelle Bearbeitung von Sondergütern und Spezialverpackungen lässt. „Eine hybride Lösung, die das beste beider Welten vereint und das große Potenzial von Brownfield-Automatisierungen im Bestand zeigt“, so Christos Doulakis, Head of Retrofit-Sales Automation in der Körber Business Area Supply Chain.

Im ersten Schritt implementierte Körber zwei leistungsstarke Knickarm-Roboter für die Depalettierung und die Aufgabe der Kartons auf eine ebenfalls neue Förderstrecke. Auf dieser werden die Behältnisse zu einer zweistelligen Zahl an Shipping-Lanes transportiert, wo die – in der ersten Phase noch manuelle – Kommissionierung der Kundenpaletten erfolgt.

Die Hardware stammt von einem Drittanbieter aus dem Körber-Ökosystem, einem dynamischen Netzwerk unabhängiger Unternehmen, die jeweils ihre Kompetenzen und Produkte einbringen, die Körber zu integrierten Lösungen aus einer Hand zusammenführt. „Auch wenn sich die Prozesse ähneln, muss jeder Anwendungsfall individuell betrachtet werden. Speziell in der Robotik gibt es keine Universallösung, sondern Systeme mit unterschiedlichen Stärken“, begründet Doulakis die Wahl des Hardwarepartners.

„Tetris“ in Höchstgeschwindigkeit

Im Anschluss automatisierte Körber auch diesen gesamten Prozess in der zweiten Projektphase. Heute übernehmen zwei Roboter mit Vakuumgreifern die vollautomatische Palettierung an insgesamt acht Shipping-Lanes mit einer Leistung von 125 Kartons/Stunde. Damit benötigt jeder Roboter weniger als eine Minute für die Aufnahme eines Kartons, die Berechnung des Satzbildes und die Positionierung auf dem Ladungsträger – eine schnelle Runde „Tetris“ angesichts der Vielfalt an Kartonagen. Es gibt nicht weniger als 15 verschiedene Formate bei Gewichten von jeweils bis zu 25 Kilogramm. Für Sondergrößen stehen weitere fünf manuelle Arbeitsplätze zur Verfügung.

Mit der umfangreichen Automatisierung konnte TE alle selbstgesteckten Ziele erreichen: Das Personal wird von anstrengenden manuellen Tätigkeiten entlastet und der Warenausgang ist sicher, zuverlässig und leistungsstark aufgestellt. Überdies konnte der Standort Wört seine Position als Leuchtturm-Anlage für die Konzernlogistik ausbauen: „Mit der neuen Robotik bewegen wir uns dank Körber auf Augenhöhe mit unseren Kunden aus der hochautomatisierten Automotive-Branche“, so Martin Schmidt, Manager Logistics. (ck)

Eine Information von Körber Supply Chain

Hier geht's zum Firmenprofil ...

» Mit der neuen Robotik bewegen wir uns dank Körber auf Augenhöhe mit unseren Kunden aus der hochautomatisierten Automotive-Branche.

Martin Schmidt, Manager Logistics, TE Connectivity Germany GmbH

Redaktion (allg.)

AnhangGröße
Beitrag als PDF herunterladen266.05 KB

· Artikel im Heft ·

Komplexität im Griff
Seite 56 bis 57
27.04.2023
Innovative Anlage palettiert Kies-Säcke und Kartons
Platzsparend musste die Palettieranlage für die Firma Rosnerski sein und in der Lage, zwei völlig unterschiedliche Produkttypen mit nur einem Greifer zu handeln. Denn sowohl Säcke mit Kies als auch...
10.09.2024
Palettenshuttles verbessern Ein- und Auslagerprozesse im TK-Bereich
Durch den Einsatz von Palettenshuttles des Typs „Movu Atlas“ in seinem Tiefkühllager erreicht Westhof Bio eine sehr hohe Effizienz und Skalierbarkeit bei der Ein- und Auslagerung von Bio-Gemüse. Das...
31.07.2024
Hohe Flexibilität bei reduzierter Komplexität
50 verschiedene Schaltschranktypen maschinell verpacken und palettieren – ohne einen Kratzer, mit vollautomatischem Produktwechsel. Diese scheinbar unmögliche Aufgabe löste der Sondermaschinenbauer...
26.02.2025
Mit Open Shuttles zur erfolgreichen Lagerautomatisierung
Die Anforderungen an moderne Logistik im Lager und in der Produktion wachsen rasant. Unternehmen suchen nach flexiblen, skalierbaren Lösungen, die sich schnell an veränderte Bedingungen anpassen...
09.04.2024
Palettieren schwerer Nutzlasten mit Cobots
Eine effiziente Intralogistik wird auf dem globalisierten Markt immer mehr zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Gleichzeitig stellen Arbeitsschritte wie das Palettieren und Verpacken Unternehmen vor...
14.10.2025
Michael Brandl über Märkte, Nachhaltigkeit und den Trend zu End-to-End-Lösungen
"Michael Brandl war der Branche lange Zeit als Executive Vice President bei Körber Supply Chain Software bekannt. Mittlerweile ist er mit seinem Team als Executive Vice President EMEA von Infios auf...