Neue E-Stapler zielen auf kompaktere Lagerprozesse im 48-Volt-Segment
Jungheinrich hat heute, also am 15. Juli 2026, den Verkauf der vollständig neu entwickelten Elektro-Gegengewichtsstapler „EFG 2/2i“ und „EFG 3/3i“ gestartet. Die Baureihen decken das 48-Volt-Segment mit Tragfähigkeiten von 1,4 bis zwei Tonnen ab. Nach Angaben des Hamburger Unternehmens richten sich die Fahrzeuge vor allem an Betreiber mit begrenzten Verkehrs- und Lagerflächen sowie unterschiedlichen Anforderungen an Umschlagleistung und Energieversorgung.
In die Entwicklung seien Erfahrungen aus mehr als 170.000 verkauften Fahrzeugen eingeflossen. Die Baureihe EFG 2/2i umfasst wendige Dreiradstapler mit Tragfähigkeiten zwischen 1,4 und zwei Tonnen. Die als Vierradstapler ausgeführte Baureihe EFG 3/3i ist für Lasten zwischen 1,6 und zwei Tonnen vorgesehen.
Kompaktere Bauweise für schmale Arbeitsbereiche
Ein Schwerpunkt der Neuentwicklung liegt auf der Reduzierung des Flächenbedarfs. Eine integrierte Lithium-Ionen-Batterie, eine optimierte Geometrie der Lenkachse und die kompakte Fahrzeugkonstruktion sollen nach Angaben des Herstellers eine um bis zu 15 Prozent höhere Flächeneffizienz ermöglichen.
Gegenüber der Vorgängerserie wurde der Wendekreis je nach Modell um bis zu 300 Millimeter verkleinert. Die Fahrzeuge sollen dadurch unter anderem in schmalen Lagergängen, auf Lkw-Ladeflächen und in räumlich begrenzten Produktionsbereichen eingesetzt werden können.
Drei Leistungsstufen für unterschiedliche Umschlagmengen
Jungheinrich gliedert die neuen Baureihen in die drei Leistungsstufen „Efficiency Plus“, „Drive & Lift Plus“ und „Performance Plus“. Die Varianten unterscheiden sich insbesondere bei Fahr- und Hubleistung sowie bei der Auslegung für unterschiedliche Umschlagmengen. „Efficiency Plus“ ist als Einstiegsvariante für Anwendungen mit moderaten Umschlagleistungen vorgesehen. „Drive & Lift Plus“ soll ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Leistung und Energieverbrauch bieten. „Performance Plus“ richtet sich an Anwendungen mit häufigen Fahr- und Hubbewegungen sowie kurzen Umschlagzyklen.
In der stärksten Konfiguration verwendet das Unternehmen permanentmagneterregte Synchronmotoren und eine angepasste Hydraulik. Diese Kombination soll die Umschlagleistung erhöhen und zugleich den Energieverbrauch begrenzen. Zum Verkaufsstart ist zunächst „Drive & Lift Plus“ bestellbar. „Efficiency Plus“ und „Performance Plus“ sollen 2027 folgen.
Mehrere Batteriegrößen und alternative Energieträger
Die Baureihen basieren auf einem modularen Energiekonzept. Für den Betrieb mit Lithium-Ionen-Technik stehen integrierte Batterien mit Kapazitäten von 346, 460 oder 690 Amperestunden zur Auswahl. Die Batteriegröße kann damit an Einsatzdauer, Umschlagleistung und Ladefenster angepasst werden.
Alternativ lassen sich die Stapler laut einer Mitteilung des Unternehmens mit Blei-Säure-Batterien betreiben. Zudem bietet Jungheinrich eine Vorbereitung für den Einsatz einer Brennstoffzelle an. Man decke damit unterschiedliche betriebliche Voraussetzungen und vorhandene Energieinfrastrukturen ab, heißt es.
Mehr Platz und weniger Vibrationen in der Kabine
Bei der Gestaltung des Fahrerarbeitsplatzes hat der Hersteller den Fußraum vergrößert. Er bietet rund 100 Millimeter zusätzliche Beinfreiheit. Ein niedrigerer Einstieg und eine überarbeitete Lenksäule sollen die körperliche Belastung beim Ein- und Aussteigen sowie während der Arbeit verringern.
Die Kabine ist schwingungsentkoppelt. Zusammen mit dem überarbeiteten Akustik- und Vibrationskonzept soll dies Geräusche und Erschütterungen am Fahrerarbeitsplatz reduzieren. Jungheinrich beziffert den Geräuschpegel auf 63 Dezibel mit A-Bewertung.
Zur Bedienung dient eine neu entwickelte Mensch-Maschine-Schnittstelle mit einem 4,3-Zoll-Touchdisplay. Ergänzend hat der Anbieter die Anordnung und Gestaltung der Bedienelemente überarbeitet.
B-Säule soll Sicht beim Rückwärtsfahren verbessern
Für eine bessere Rundumsicht wurde die B-Säule schräg angeordnet. Nach Angaben des Unternehmens verringert diese Konstruktion den toten Winkel beim Rückwärtsfahren um bis zu 65 Prozent. Jungheinrich begründet die Änderung mit den besonderen Unfallrisiken bei Rückwärtsfahrten von Flurförderzeugen.
Ein niedriger ausgeführter Armaturenbereich soll die Sicht auf Gabeln und Lasten verbessern. Für Arbeiten in größeren Hubhöhen ist zudem ein Panoramadach erhältlich, das die Sicht auf höher gelegene Regalebenen erleichtern soll.
Assistenzsysteme und vernetzte Servicefunktionen
Für die Stapler stehen verschiedene konfigurierbare Assistenzsysteme zur Verfügung. Dazu gehören Kameralösungen, die mit künstlicher Intelligenz arbeitende Personenerkennung „Added View“ und das zonenbasierte Kollisionsschutzsystem „Zone Control“.
Das optionale Lichtband „Smart Stripe“ zeigt unter anderem Bremsvorgänge, Fahrtrichtung und Warnmeldungen an. Außerdem lässt sich der aktuelle Ladestatus der Batterie aus größerer Entfernung erkennen.
Die Elektro-Gegengewichtsstapler sind serienmäßig vernetzt und übertragen Betriebsdaten in Echtzeit. Digitale Servicefunktionen, vorausschauende Wartung und Ferndiagnosen sollen technische Probleme frühzeitig erkennen, ungeplante Stillstände vermeiden und Reparaturzeiten verkürzen.


































