Linde Material Handling präsentiert aktuelle Fortschritte und neue Entwicklungen in Automatisierung und humanoider Robotik
Es hatte etwas von Science-Fiction: Über ein Tablet teiltten die Messebesucher dem humanoiden Roboter „Carl“ mit, ob sie eine Flasche Wasser oder eine Flasche Cola trinken möchten. Sobald er die Bestellung erhalten hatte, machte er sich auf den von ihm gewählten, optimalen Weg zum Regal. Dort angekommen, erkannte er die unterschiedlichen Flaschen und griff eine davon mit der linken oder rechten Hand. Das Besondere: Carl traf diese Entscheidungen selbstständig, der humanoide Roboter folgte weder einem komplett definierten Ablauf noch ist er ferngesteuert. Insbesondere die Erkennung der Flaschensorte sowie deren genauen Standorts und der Greifprozess werden vollständig autonom ausgeführt. Denn Carl hat in einem KI-Trainingsprozess gelernt, wie er die ihm gestellte Aufgabe selbstständig löst. „Wir zeigen mit dem humanoiden Roboter den nächsten Entwicklungsschritt bei der Kommissionierung. Bis daraus ein marktreifes Produkt wird, dauert es aber noch ein paar Jahre“, schilderte Jan-Niklas Freund, Manager Automation Sales Steering bei Linde MH. Eingebunden in den Kion-Konzern befinde man sich derzeit in einem frühen Entwicklungsstadium. Es gehe aktuell um strategisches Lernen. Das erfolge an den verschiedenen globalen Entwicklungsstandorten von Kion und in enger Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern.
Größeres Angebot für wachsende Nachfrage
Parallel zum wachsenden Einsatz von Automatisierungslösungen in den Unternehmen sind in den vergangenen Jahren auch die Anforderungen gestiegen. Beispielsweise, wenn in der Getränkeindustrie zwei Paletten mithilfe einer Doppelpalettenklammer gleichzeitig autonom ein- und ausgelagert oder mit einer angebauten Papierklammer schwere Papierrollen bewegt werden sollen. Dann sind robuste AGV mit höheren (Rest-)Tragfähigkeiten gefragt, die sich auf unterschiedliche Anwendungen anpassen lassen. Der auf der Logimat gezeigte autonome Hochhubwagen „Linde I-MATIC AC core“ verfügt über freitragende Gabeln, um geschlossene Ladungsträger zu transportieren oder Güter an Übergabestationen wie Rollbahnen aufzunehmen, die mit Radarmen nicht unterfahrbar sind. Das robuste Gegengewichtsfahrzeug ist für Lasten bis vier Tonnen und 600 Millimeter Lastschwerpunkt ausgelegt, die er auf eine Höhe von vier Metern hebt, beziehungweise für Lasten bis 3,5 Tonnen auf 6,7 Meter. Verschiedene Anbaugeräte machen die autonomen Schwergewichte zu multifunktionalen Logistikhelfern. Weitere Modelle der Baureihe sind für Tiefkühllager bis –25 Grad Celsius oder spezielle Lastträger konzipiert, um Waren im Breitganglager zu bewegen oder die Produktion mit Material zu ver- bzw. Fertigprodukte zu entsorgen. Ein weiteres Modell verfügt sogar über ein integriertes Förderband und kann Ladungsträger sowohl seitlich als auch von vorne aufnehmen und absetzen. Individuell in der Ausführung haben die Fahrzeuge allesamt Industriestandard und kommen aus der konzerneigenen Entwicklung und Fertigung. Softwareseitig basieren die Fahrzeuge auf der „MATIC:move+-Plattform“ und werden durch den Linde Warehouse Manager koordiniert. Er übernimmt die Steuerung, das Routing und die Übergaben im autonomen Warenfluss.
Standardisiert, individuell und stationär
Die weiteren Fahrzeuge des auf der Logimat gezeigten Live-Szenarios repräsentierten die beiden anderen Bereiche des Linde-Automatisierungsportfolios: standardisierte Fahrzeuge und stationäre Lösungen. Der autonome Hochhubwagen „Linde L-MATIC core“ kommt mit einer Arbeitsgangbreite von unter 2,5 Metern gut mit schmalen Gängen und engen Platzverhältnissen zurecht und eignet sich für Standardaufgaben wie Bodentransporte sowie das Ein- und Auslagern in niedrigen Höhen. Zur weiteren Produktpalette standardisierter Fahrzeuge gehören außerdem verschiedene (Gegengewichts-)Hochhubwagen sowie ein Schubmaststapler, ein Schmalganggerät sowie AMR.































