Neue Umfrage von Reichelt Elektronik: Stationäre Roboter oder Cobots? Welche Roboter arbeiten in der Fabrik der Zukunft?
Der Untersuchung zufolge setzen bereits 85 Prozent der befragten Unternehmen Robotiksysteme ein. Am häufigsten kommen dabei stationäre Roboter zum Einsatz. 55 Prozent der Unternehmen nutzen laut Studie fest installierte Systeme in eingehausten oder abgegrenzten Produktionsbereichen. Gleichzeitig haben 41 Prozent bereits Cobots oder andere flexible Roboterarme im Einsatz.
Auch mobile Robotik gewinnt an Bedeutung. 39 Prozent der Unternehmen verwenden nach Angaben der Studie mobile Roboter wie fahrerlose Plattformen oder mobile Manipulatoren. Sieben Prozent setzen bereits humanoide Roboter ein.
Investitionen verschieben sich zu flexiblen Systemen
Bei den geplanten Investitionen zeigt sich ein deutlicher Trend zu flexiblen Robotersystemen. 41 Prozent der Unternehmen wollen innerhalb der kommenden zwei Jahre Cobots anschaffen. 36 Prozent planen Investitionen in mobile Roboter. Stationäre Robotersysteme stehen dagegen nur bei 32 Prozent der Befragten auf der Investitionsliste. Jeder fünfte Befragte plant zudem die Anschaffung humanoider Roboter.
63 Prozent der Unternehmen würden laut Studie künftig Roboterarme stationären Robotern vorziehen. Als Gründe nennen die Befragten neben wirtschaftlichen Aspekten vor allem die flexibleren Einsatzmöglichkeiten. 74 Prozent sehen in Cobots Fähigkeiten, die klassische stationäre Systeme nicht bieten. 57 Prozent geben an, dass der Preis bei der Investitionsentscheidung eine wichtige Rolle gespielt habe.
Zudem zeigt die Untersuchung, dass Cobots insbesondere kleineren Unternehmen den Einstieg in die Automatisierung erleichtern. 57 Prozent der Unternehmen hatten vor der Einführung von Cobots nach eigenen Angaben keine Robotiksysteme im Einsatz.
Robotik vor allem bei belastenden und repetitiven Aufgaben
Die Unternehmen setzen Robotik insbesondere bei körperlich anstrengenden oder wiederkehrenden Tätigkeiten ein. 53 Prozent nutzen Roboter für körperlich belastende Aufgaben, 45 Prozent für repetitive Prozesse.
Zu den häufigsten Anwendungen zählen Pick-and-Place-Prozesse mit 46 Prozent sowie Transportaufgaben mit 44 Prozent. Darüber hinaus kommen Robotersysteme laut Studie unter anderem beim Schneiden, Löten, Palettieren, Verpacken und Montieren zum Einsatz.
Humanoide Roboter befinden sich dagegen noch in einer frühen Marktphase. Unternehmen sehen deren Hauptaufgaben derzeit vor allem in der Unterstützung bei körperlich belastenden Tätigkeiten und repetitiven Prozessen. Einzelne Unternehmen nutzen humanoide Systeme bereits in KI-gestützten Testumgebungen zur weiteren Automatisierung von Arbeitsabläufen.
KI und Sensorik treiben Entwicklung voran
Als wichtigste technologische Entwicklungen nennen die Unternehmen Künstliche Intelligenz und verbesserte Sensortechnik. Jeweils 42 Prozent der Befragten geben an, dass diese Technologien den Robotikeinsatz in den vergangenen Jahren effizienter gemacht hätten.
Darüber hinaus nennen Unternehmen taktile Sensorsysteme für einen verbesserten Tastsinn der Roboter sowie leistungsfähigere Software zur Steuerung komplexer Bewegungsabläufe als wichtige Fortschritte.
Viele Unternehmen erwarten vollständig automatisierte Produktion
Derzeit automatisieren Roboter in den meisten Unternehmen nur einen Teil der Produktionsprozesse. 69 Prozent der Befragten geben an, dass Roboter bislang maximal 40 Prozent der Aufgaben übernehmen. Knapp zehn Prozent automatisieren bereits mehr als 60 Prozent ihrer Fertigungsprozesse.
Für die kommenden Jahre rechnen viele Unternehmen jedoch mit einer deutlich stärkeren Automatisierung. 59 Prozent erwarten innerhalb der nächsten fünf Jahre eine vollständig automatisierte Produktion. 56 Prozent sehen Robotik zudem als wichtigen Faktor im Kampf gegen den Fachkräftemangel.
Parallel dazu steigen die Investitionen. In 62 Prozent der Unternehmen hat sich das Budget für Robotik in den vergangenen Jahren erhöht. 16 Prozent berichten sogar von deutlich gestiegenen Investitionen. Als wichtigste Voraussetzungen für weitere Robotikprojekte nennen die Unternehmen günstigere Systeme, einfachere Programmierung, mehr Individualisierungsmöglichkeiten sowie einen besseren Zugang zu Fördermitteln.































