INTERVIEW: Warum Mumbai auch für deutsche Logistikunternehmen immer wichtiger wird

Die Logimat India findet in einer Region statt, auf die rund die Hälfte der deutschen Investitionen in Indien entfällt. Die AHK Indien erklärt, warum der Standort für die Branche relevant ist.

Fachsimpeln über Indien: Jan Noether, AHK Indien (rechts) und Jan Kaulfuhs-Berger, Technische Logistik, im Headquater der AHK Indien in Mumbai (Quelle: AHK Indien)
Fachsimpeln über Indien: Jan Noether, AHK Indien (rechts) und Jan Kaulfuhs-Berger, Technische Logistik, im Headquater der AHK Indien in Mumbai (Quelle: AHK Indien)

Die Indo-German Chamber of Commerce (AHK Indien) sieht nach Worten von Jan Noether, Generaldirektor der AHK in Indien als wichtigen Markt für deutsche Unternehmen und ordnet Mumbai als zentralen Standort ein. Zu den vorrangigen Aufgaben der AHK gehöre es, deutsche Unternehmen beim Indiengeschäft zu begleiten, über Chancen und Herausforderungen zu informieren und den Austausch mit Partnern in Deutschland zu koordinieren.

Vielfalt als Grundlage für leistungsfähige Industriecluster

Ein Schwerpunkt liegt auf dem Markteintritt deutscher Unternehmen. Die AHK begleite Firmen nicht nur bei ersten Schritten, sondern auch beim Ausbau ihrer Aktivitäten, etwa bei Markterschließung, Bildungsinitiativen, Messebeteiligungen und Delegationsreisen. Für das laufende Jahr sei die Kammer bereits in rund 20 Delegationsreisen eingebunden. Indien unterscheide sich laut Noether von anderen asiatischen Märkten vor allem durch seine Größe und Vielfalt. Das Land sei geprägt von unterschiedlichen Regionen, Sprachen, Bildungsniveaus und politischen Strömungen. Diese Vielfalt bilde zugleich die Grundlage für leistungsfähige Industriecluster.

Talentpool als wichtiger Faktor für Investitionsentscheidungen

Als wesentlichen Standortvorteil hebt Noether den großen Fachkräftepool hervor. Allein im Ingenieurwesen kämen jährlich rund 1,5 Millionen Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen auf den Arbeitsmarkt. Deutsche Unternehmen bewerteten diesen Talentpool als wichtigen Faktor für Investitionsentscheidungen. Zugleich beschreibt Noether die Geschäftskultur als dynamisch: Einerseits seien hierarchische Führungsstile verbreitet, andererseits nehme Teamorientierung zu. Indische Beschäftigte zeigten häufig hohe Motivation und starkes Engagement. Deutsche Muttergesellschaften müssten sich teilweise an die Geschwindigkeit und Kreativität in Projekten gewöhnen.

Hohe Relevanz für Logistik und Intralogistik

Für die Logistik und Intralogistik sieht Noether in Indien hohe Relevanz. Rund 1.800 deutsche Unternehmen seien im Land aktiv, davon etwa 100 im weit gefassten Bereich Logistik. Regional konzentrierten sich deutsche Investitionen stark auf Maharashtra: Rund 50 Prozent entfielen auf diesen Bundesstaat, etwa 15 Prozent auf Tamil Nadu und rund 13 Prozent auf Karnataka. Daraus ergebe sich für die Logimat India ein naheliegender Standort in Mumbai. Messen entwickelten sich in Indien zunehmend zu Plattformen für Austausch, Fachforen und Konferenzen. Die Logimat bringe Industrie- und Wirtschaftsvertreter aus Asien mit Partnern aus Europa zusammen und unterstütze die weitere Entwicklung Indiens als Messe- und Innovationsstandort.

Das komplette Interview mit Jan Noether lesen Sie in der Ausgabe 4/26 von „Technische Logistik“ oder unter diesem LINK.

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