Kontinuierliche Modernisierung

Kontinuierliche Modernisierung

Retrofit erhöht die Zuverlässigkeit des Hochregallagers einer Molkerei

Dank qualitativ hochwertiger Komponenten, konsequenter Wartungen und guter Anlagenpflege läuft die Intralogistik in vielen Lagern oftmals über Jahrzehnte einwandfrei. So auch bei Hochwald Foods. Das Hochregallager der Molkerei befindet sich nahezu im Originalzustand von 2002. Doch Technologien entwickeln sich weiter, die gewohnte Betriebs- und Ausfallsicherheit von Anlangen verringert sich mit den Jahren, und Produktpaletten der Hersteller verändern sich immer schneller: Zeit für eine Modernisierung.

1. Die Sicherheitstechnik wurde 2020 auf den neuesten Stand gebracht. (Quelle: Westfalia)
2. Bevor der Modernisierungsprozess begann, wurde die alte Software durch die neue, moderne Lagerverwaltungs- und Materialflusssteuerung „Savanna.NET“ ersetzt. (Quelle: Westfalia)
3. Abgekündigte Technik weicht neuer, um die Verfügbarkeit für die nächsten Jahre zu sichern. (Quelle: Westfalia)
4. Im Fokus der Molkerei: 
eine rundum zukunftsfähige Anlage. (Quelle: Westfalia)

Seit 2017 wird das Hochregallager von Hochwald Foods in Hungen kontinuierlich auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Es galt, die in die Jahre gekommenen Regalbediengeräte sowie die Steuerung für das Sicherungskonzept der Anlage hinsichtlich Betriebssicherheit, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit zu erneuern. Damit das automatische Satellitenlager aus dem Hause Westfalia Logistics Solutions Europe GmbH & Co. KG seine Stärken ausspielen kann, wurde im Vorfeld außerdem die bislang verwendete Lagerverwaltungs- und Materialflussteuerungssoftware durch die neue, modulare Software „Savanna.NET“ ersetzt.

Eine moderne Intralogistik für eine moderne Molkerei

Die Hochwald Foods GmbH mit Sitz in Thalfang, Rheinland-Pfalz, deckt ein breites Spektrum an Milchprodukten ab. Unter dem Dach bündelt Hochwald bekannte Marken wie Bärenmarke, Lünebest, Glücksklee, Elinas und Hochwald sowie Handelsmarken und internationale Marken.

Weil gerade Logistikanlagen immer komplexer werden, gleichzeitig eine hohe Verfügbarkeit gewährleistet sein muss, wurde die Anlage bei Hochwald von den Kundenbetreuern von Westfalia zahlreichen Bestandsaufnahmen unterzogen. „Wir haben den Kunden frühzeitig auf veraltete oder abgekündigte Komponenten hingewiesen und konnten durch rechtzeitiges Handeln die Zuverlässigkeit der Anlage erhalten“, sagt Martin Schaper, zuständiger Projektmanager von Westfalia.

Er prüfte damals die Beschaffenheit des über 4.100 Regalstellplätze großen Lagers, den Zustand der Elektro- und Antriebstechnik sowie die Steuerungssysteme und Sicherheitselemente der Anlage. Ziel der Retrofit-Maßnahmen, die bereits 2017 geplant wurden, war eine höhere Verfügbarkeit der Intralogistik im Satellitenlager. Umso wichtiger war es, den langen Modernisierungsprozess optimal zu gestalten, ohne den Betriebsablauf zu unterbrechen. So wurden die Umbauzeitfenster möglichst kurz gehalten oder an Wochenenden oder in der Nacht durchgeführt.

Die drei Regalbediengeräte wurden einem umfangreichen Retrofit unterzogen

Im Hochregallager der Molkerei sind drei Regalbediengeräte verbaut, wovon zwei im Zuge des Lagerneubaus 2002 in Betrieb genommen wurden. In 2007 wurde ein drittes baugleiches Regalbediengerät installiert. Dieses verfährt gemeinsam mit einem älteren Gerät in einer Gasse. Technisch betrachtet unterscheiden sich die Fahrzeuge nur in einem zusätzlichen Kollisionsüberwachungssystem. Einige der im Jahre 2002 bei den Regalbediengeräten verbauten technischen Komponenten sind aufgrund ihres Alters heute nicht mehr lieferbar. Bei einem plötzlichen Ausfall können aufgrund von Liefer- oder Reparaturzeiten sehr lange Stillstandzeiten entstehen, wodurch die Versorgung der Versandzone oder der Produktion nicht mehr sichergestellt wäre.

Um diese Situation zu verbessern, wurden alle drei Regalbediengeräte im Abstand eines Jahres nacheinander modernisiert. Dadurch konnten die Störanfälligkeit vermindert und die Anlagenverfügbarkeit wieder erhöht werden. Ebenfalls werden dadurch die Instandhaltungskosten gesenkt und vor allem die Verfügbarkeit der Ersatzteile wieder sichergestellt. Nachdem die beiden älteren Regalbediengeräte in 2018 und 2019 modernisiert wurden, stand 2020 die sicherheitstechnische Ertüchtigung und die Erhaltung der Betriebssicherheit des Hochregallagers an.

Im Zuge der Modernisierung wurde die analoge Sicherheitstechnik in eine neue Steuerung verlagert. Diese verknüpft nun die Sicherungselemente miteinander. Die gesamte Sicherheitstechnik wird nun über das neue Profinet Netzwerk eingebunden. Alle bestehenden Bedienterminals wurden ausgetauscht und mit einer Profinet-Anschaltung und einem neuen Panel ausgestattet. Die Sicherheitstechnik besteht aus modernen Not-Halt-Tastern, Personenschutzlichtschranken und Türendschaltern. Hinzugekommen ist außerdem ein Retrofit der Einlaufsicherungen bei den Auf- und Abgabestationen. Darüber hinaus wurden die Frequenzumrichter der Fördertechnikanlage erneuert.

Für die Zukunft bestens gerüstet

In 2021 folgt dann die Modernisierung des dritten Regalbediengerätes aus dem Jahre 2007. Auch hier werden die Antriebstechnik des Fahr- und Hubwerks, die Steuerung und diverse Lichtschranken modernisiert.

Und selbst dann ist das Retrofit bei der Molkerei Hochwald noch nicht abgeschlossen, denn es folgen weitere Modernisierungen, damit die Anlage fit für die Zukunft bleibt. Dann wird der Fokus auf der Implementierung des Kollisionsüberwachungssystems und der Geschwindigkeitsüberwachung zwischen den beiden in einer Gasse verfahrenden Regalbediengeräten liegen. (jak)

Eine Information der Westfalia Logistics Solutions Europe GmbH & Co. KG., Borgholzhausen

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