Von 160 auf 1.671 Aussteller: Was 25 Jahre Logimat über die Intralogistik zeigen

Was 2003 auf dem Stuttgarter Killesberg begann, erstreckt sich inzwischen über zehn Messehallen. Ein Rückblick auf die Technologien, die das Wachstum der Fachmesse geprägt haben, und die Entwicklung ihrer internationalen Bedeutung.

Seit 2008 findet die LogiMAT auf dem Messegelände am Stuttgarter Flughafen statt. Im Jahr 2019 nutzte sie erstmals alle zehn Hallen. (Quelle: Euroexpo GmbH)
Seit 2008 findet die LogiMAT auf dem Messegelände am Stuttgarter Flughafen statt. Im Jahr 2019 nutzte sie erstmals alle zehn Hallen. (Quelle: Euroexpo GmbH)

Logimat: 25 Jahre im Zeichen des technologischen Wandels

Die Logimat feiert 2027 ihr 25-jähriges Bestehen in Stuttgart. Was 2003 mit 160 Ausstellern und 3.700 Fachbesuchern auf dem Killesberg begann, ist heute eine internationale Fachmesse, die alle zehn Hallen des Stuttgarter Messegeländes belegt. Bei der jüngsten Ausgabe 2026 zählte Veranstalter Euroexpo GmbH 1.671 Aussteller und 69.856 Fachbesucher. Hinter diesen Zahlen steht auch ein Stück Technologiegeschichte: Von den ersten mobilen Robotern über vernetzte Lagersysteme bis hin zur künstlichen Intelligenz hat die Logimat zahlreiche Entwicklungen der Intralogistik begleitet.

Schon 2003 ging es um Robotik und Digitalisierung

Ein Blick zurück zeigt, wie früh viele heute etablierte Technologien auf der Messe vertreten waren. Bereits bei der Premiere 2003 beschäftigten sich Aussteller und Fachreferenten mit Robotern, fahrerlosen Transportsystemen und digitalen Identifikationsverfahren. Auch sprach- und lichtgestützte Kommissioniertechniken wie Pick-by-Voice und Pick-by-Light waren damals schon ein Thema.

Hinzu kamen webbasierte Softwaresysteme, mit denen sich logistische Prozesse effizienter gestalten ließen. Die erste Logimat bot damit bereits einen Ausblick auf technische Entwicklungen, die in den folgenden Jahrzehnten an Bedeutung gewinnen sollten. Das grundlegende Messekonzept hat sich seitdem kaum verändert: eine übersichtlich nach Branchensegmenten gegliederte Ausstellung, ergänzt durch ein umfangreiches Fachvortragsprogramm.

 

Der Onlinehandel verändert die Anforderungen

In den folgenden Jahren rückten die Digitalisierung und die zunehmende Vernetzung logistischer Prozesse stärker in den Vordergrund. 2004 und 2005 zeigten Aussteller unter anderem neue Pick-by-Voice-Systeme und erste mobile Roboter. Auch die Idee, komplexe logistische Netzwerke weitgehend selbstständig steuern zu lassen, wurde bereits diskutiert. Das Interesse an der Messe wuchs. Im Jahr 2005 kamen 7.230 Fachbesucher und 289 Aussteller nach Stuttgart. Damit hatten sich beide Zahlen gegenüber der Premiere nahezu verdoppelt.

Spätestens 2006 wurde deutlich, welchen Einfluss der elektronische Handel auf die Intralogistik haben würde. Neben der Materialflussautomatisierung standen digitale Logistikprozesse und das Internet der Dinge auf der Agenda. Ein Jahr später beschäftigte sich die Messe bereits mit Webservices und cloudbasierten Softwareangeboten. Die letzte Logimat auf dem Killesberg verzeichnete 2007 schließlich 463 Aussteller und 11.000 Fachbesucher.

Mehr Platz für neue Technologien

Mit dem Umzug auf das neue Messegelände am Stuttgarter Flughafen begann 2008 das nächste Kapitel. Zunächst nutzte die Logimat drei Hallen. Dort präsentierten 571 Aussteller ihre Lösungen, mehr als 15.000 Fachbesucher kamen zur Veranstaltung. Inhaltlich rückten nun Themen in den Mittelpunkt, die die Branche bis heute beschäftigen. Dazu gehörten vernetzte Fahrzeugflotten, fahrerlose Transportsysteme und energieeffiziente Technologien. Auch Shuttle-Systeme und flexibel erweiterbare Lagerlösungen gewannen an Bedeutung.

Gleichzeitig beschäftigte sich die Branche zunehmend mit dem Energie- und Ressourcenverbrauch ihrer Anlagen. Nachhaltige Verpackungskonzepte, effizientere Antriebe und der sparsame Einsatz von Energie fanden ihren Platz im Messeprogramm. Hinzu kamen Fragen rund um ergonomische Arbeitsplätze und den demografischen Wandel. Der Platzbedarf wuchs entsprechend. In den drei Jahren nach 2009 belegte die Logimat bereits vier Hallen. Ab 2012 kam aufgrund der steigenden Nachfrage nahezu jedes Jahr eine weitere hinzu.

Automatisierung wird zum bestimmenden Thema

2014 erreichte die Logimat 32.800 Fachbesucher. Der Onlinehandel hatte sich inzwischen zu einem wichtigen Treiber der Lagerautomatisierung entwickelt. Schnellere Warenbewegungen und neue Anforderungen an die Kommissionierung rückten automatisierte Lager- und Materialflusssysteme stärker in den Fokus.

In der zweiten Hälfte der 2010er-Jahre waren Roboter, fahrerlose Transportsysteme und Shuttle-Lösungen auf der Messe längst keine Randthemen mehr. Auch Industrie 4.0 und das Internet der Dinge bestimmten das Fachprogramm.

Parallel dazu wuchs die Ausstellung weiter. 2016 belegte die Logimat erstmals alle damals verfügbaren Messehallen. Als das Stuttgarter Messegelände auf zehn Hallen erweitert war, nutzte die Fachmesse 2019 erstmals die gesamte Fläche.

Nach der Pandemie rücken autonome Systeme in den Fokus

Die Corona-Pandemie unterbrach die Entwicklung der Präsenzveranstaltung. Zeitweise konnte die Logimat nicht vor Ort stattfinden. Veranstalter Euroexpo überbrückte diese Phase mit Angeboten auf einer eigenen internationalen Online-Plattform.

2022 kehrte die Fachmesse nach Stuttgart zurück und belegte erneut alle zehn Hallen. Technologisch hatte sich die Branche inzwischen weiterentwickelt. Autonome mobile Roboter, intelligente Sensorik und künstliche Intelligenz gewannen an Bedeutung.

Auch bei den Flurförderzeugen und fahrerlosen Transportsystemen zeigte sich der Fortschritt. Aussteller präsentierten neue Antriebs- und Speichertechnologien sowie zunehmend autonome Lösungen. Hinzu kamen Drohnen und skalierbare automatische Lagersysteme.

Bei der Software verlagerte sich der Schwerpunkt weiter in Richtung intelligenter, cloudbasierter Anwendungen. Neben Lagerverwaltung und Materialflusssteuerung rückten auch Datenanalyse, die Sicherheit informationstechnischer Netzwerke und widerstandsfähige Lieferketten in den Vordergrund.

Aus einer regionalen Messe wird ein internationaler Branchentreff

Nicht nur das Technologiespektrum hat sich in den vergangenen 25 Jahren verändert. Auch die internationale Beteiligung ist deutlich gestiegen. 2024 und 2025 kamen jeweils rund 35 Prozent der Aussteller aus dem Ausland. Bei den Fachbesuchern lag der internationale Anteil bei rund 30 Prozent.

Die Ausgabe 2026 brachte nach Angaben des Veranstalters neue Höchstwerte. Insgesamt beteiligten sich 1.671 Aussteller, 69.856 Fachbesucher besuchten die Messe. Der Anteil internationaler Aussteller erreichte 37 Prozent. Unternehmen aus 46 Ländern waren vertreten. Damit hat sich die Ausstellerzahl seit der Premiere mehr als verzehnfacht. Die Besucherzahl liegt heute nahezu 19-mal so hoch wie 2003.

Jubiläumsausgabe im März 2027

Vom 16. bis 18. März 2027 steht in Stuttgart die Jubiläumsausgabe der Logimat an. Der Rückblick auf 25 Jahre zeigt, wie stark sich die technische Intralogistik in dieser Zeit verändert hat. Viele Lösungen, die Anfang der 2000er-Jahre noch als neue Ansätze diskutiert wurden, gehören inzwischen zum festen Bestandteil moderner Lager- und Materialflusssysteme.

Mit künstlicher Intelligenz, autonomer Robotik und zunehmend vernetzten Systemen setzt sich dieser Wandel fort. Auch künftig will die Logimat nach Angaben des Veranstalters neue Technologien und Entwicklungen der Branche aufgreifen. Stuttgart bleibt dabei der feste Standort der Fachmesse.

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