Hyundai: Ehrgeizige Ziele im europäischen Staplermarkt
Hyundai Material Handling richtet seinen Fokus verstärkt auf den europäischen Markt. Mit einer neuen Wachstumsstrategie, dem Ausbau des Händlernetzes und einer konsequenten Elektrifizierung des Produktportfolios will das Unternehmen seine Marktposition in Europa stärken. Seit Januar 2026 verantwortet Dongjoon „DJ“ Lee das Europageschäft.
Die strategische Bedeutung des Geschäftsbereichs unterstreicht die Gründung von HD Hyundai „XiteSolution“ im Jahr 2023. Die Zwischenholding bündelt die Aktivitäten von HD Hyundai Construction Equipment und HD Hyundai Infracore und soll Synergien in Entwicklung, Produktion und Vertrieb schaffen.
Elektrifizierung im Mittelpunkt
Ein zentraler Bestandteil der Europa-Strategie ist die Erweiterung des Angebots elektrischer Flurförderzeuge. Nach Unternehmensangaben sollen bis zum dritten Quartal 2026 neue Hochvolt-Elektrostapler im Schwerlastsegment mit Tragfähigkeiten von 10 bis 18 Tonnen auf den Markt kommen.
Für November 2026 ist zudem die Einführung einer neuen dreirädrigen Elektrostapler-Baureihe im Segment von 1,5 bis 2 Tonnen vorgesehen. Bis 2028 plant Hyundai darüber hinaus eine umfassende Modernisierung und Erweiterung seiner Elektrobaureihen im Bereich von 1,5 bis 5 Tonnen. Neben dem Produktangebot sollen auch die Serviceleistungen ausgebaut werden. Das Unternehmen strebt eine Ersatzteilverfügbarkeit von 97 Prozent an und will Finanzierungsangebote für Händler und Endkunden erweitern.
Händlernetz wächst weiter
Parallel investiert Hyundai in den Ausbau seiner europäischen Vertriebsorganisation. Im ersten Quartal 2026 wurden nach Unternehmensangaben neun neue Händlerverträge in Frankreich, Italien und der Baltikum-Region abgeschlossen. Bis Ende des Jahres sollen weitere 20 Vertriebspartner hinzukommen.
Besonders im Fokus stehen dabei Deutschland, Spanien und Großbritannien. Nach Angaben des Unternehmens liegen die Lieferzeiten für Fahrzeuge nach Auftragseingang bei etwa 3,5 bis 5 Monaten. Darüber hinaus werden ausgewählte Modelle in europäischen Lagern vorgehalten und sollen kurzfristig verfügbar sein.
Hohe Fertigungstiefe als strategischer Vorteil
Als wichtigen Wettbewerbsvorteil nennt Hyundai die hohe vertikale Integration innerhalb der Unternehmensgruppe. Durch die Einbindung von HD Hyundai Infracore verfügt das Unternehmen über eigenes Know-how bei Motoren, Getrieben und Hydrauliksystemen. Die Fertigung erfolgt weiterhin am Standort Ulsan in Südkorea. Dort verfügt Hyundai über eine Produktionskapazität von rund 25.000 Flurförderzeugen pro Jahr.
Für in Korea gefertigte Modelle gewährt das Unternehmen eine Garantie von drei Jahren oder 4.000 Betriebsstunden auf Ersatzteile. Die Antriebsbatterien sind für fünf Jahre beziehungsweise 10.000 Betriebsstunden abgesichert. Nach fünf Jahren garantiert Hyundai nach eigenen Angaben noch eine Batterierestkapazität von 85 Prozent.
Marktanteil soll deutlich steigen
Mit dem Ausbau seines Produktprogramms, zusätzlichen Vertriebspartnern und einer stärkeren Elektrifizierungsstrategie verfolgt Hyundai ambitionierte Wachstumsziele. Innerhalb der kommenden fünf Jahre soll der Marktanteil im europäischen Markt für Gegengewichtsstapler auf vier bis fünf Prozent steigen.












































