ESD-zertifiziertes Schlauchpaket für maximale Sicherheit in der Elektronikproduktion von Igus

Igus bringt mit „triflex TRE ESD“ ein anschlussfertiges Schlauchpaket für Industrieroboter auf den Markt, das jetzt ESD-zertifiziert ist, einschließlich aller Anschlusselemente. Die vom Fraunhofer IPA geprüfte Lösung reduziert laut Igus den Konstruktionsaufwand deutlich und erhöht gleichzeitig die Sicherheit in sensiblen Produktionsbereichen wie in der Mikroelektronik, Halbleiterindustrie oder in der Komponentenfertigung von Batteriesystemen. Erstmalig zu sehen war das System auf der Automatica 2025 in München.

Mit dem „triflex TRE ESD“ bringt Igus ein anschlussfertiges Schlauchpaket auf den Markt, das als Gesamtsystem ESD-fähig ist. (Bildquelle: Igus)
Mit dem „triflex TRE ESD“ bringt Igus ein anschlussfertiges Schlauchpaket auf den Markt, das als Gesamtsystem ESD-fähig ist. (Bildquelle: Igus)

Stress in der Produktionslinie für Miniaturkameras: Ein Industrieroboter greift ein Kameramodul vom Förderband, um es auf eine Prüfplattform zu legen. Dabei springt ein winziger Entladungsfunke über, für das menschliche Auge unsichtbar. Das Modul ist zerstört. Diese elektrostatischen Entladungen (ESD) wiederholen sich, bis schließlich der Übeltäter gefunden ist: eine Schelle, mit der das Schlauchpaket am Industrieroboter befestigt ist.

Mit „triflex ESD“ schließt Igus eine Sicherheitslücke

„Bislang gab es kein ESD-zertifiziertes System, das sowohl die Energiekette als auch alle Anbindungen im kritischen Bereich umfasst“, sagt Matthias Meyer, Geschäftsbereichsleiter triflex e-ketten und Robotics bei Igus. „Viele Anwender haben deshalb eigene Anschlüsse realisiert. Das führte neben einem hohen konstruktionstechnischen Aufwand auch immer wieder zu Fehlern, die in der Produktion schließlich elektrostatische Entladungen verursachten.“ Um dieses Problem zu beheben, bringt Igus jetzt „triflex TRE ESD“ auf den Markt. „Dabei handelt es sich um das erste anschlussfertige Schlauchpaket der Welt, das ESD-fähig ist.“ Das Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) hat das System auf Ableitfähigkeit geprüft und zertifiziert – von der Kette, über die Spannschelle bis hin zur Zugentlastung. „Dank spezieller Beschichtungen und ableitfähiger Materialien ist garantiert, dass alle Bauteile elektrostatische Aufladung zuverlässig ableiten“, so Meyer. „Konstrukteure müssen sich beim Einsatz in Sicherheitszonen keine Gedanken mehr über ESD-Gefahren machen."

Basissysteme bereits seit über 15 Jahren erfolgreich bei Kunden im Einsatz

Die „triflex ESD“ besteht aus beweglichen, runden Gliedern aus dem Hochleistungskunststoff igumid ESD. In die Energiekette eingelegt sind Energie- und Datenleitungen sowie Hydraulikschläuche, die vom Fuß des Roboters zu seinem Arbeitswerkzeug führen. Für einen automatischen Rückzug oder eine freitragende Länge, die einen Kontakt zwischen Roboter und Energiekette verhindert, sorgen das Standard RS-Rückzugsystem oder ein Federstabsystem, die beide auf der gleichen Rückzugsbasis basieren – innenliegende Glasfaserstäbe. Diese werden vollständig von der ableitfähigen „triflex R“-Energiekette umschlossen, sodass mögliche auftretende Spannungen direkt abgeleitet werden können. Optional ist die Kette auch als geschlossenes TRC-ESD-System erhältlich, das zusätzlich über eine Trockenreinraum-Zertifizierung (ISO Klasse 4-5) des Fraunhofer IPA verfügt. „Beide Systeme sind adaptierbar auf alle gängigen Robotertypen und Hersteller und sind in Standardausführung bereits seit über 15 Jahren erfolgreich im Kundenumfeld im Einsatz“, sagt Meyer. „Die zusätzliche ESD-Zertifizierung für Energiekette und alle Anbindungen im kritischen Bereich bietet unseren Kunden nun noch mehr Sicherheit.“

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