Effiziente Verbindung von Autostore und Robotik

Erstes Autostore-System mit KLT-Pickroboterzelle realisiert

Hörmann Intralogistics hat für die Siemens AG in Rastatt eine innovative Intralogistik-Lösung mit Autostore-System und integrierter Roboterzelle für den automatischen Kleinladungsträger-Wareneingang realisiert. Dieses Zusatzfeature macht Autostore nach Angaben von Hörmann Intralogistics kompatibel für etablierte Produktionsumgebungen, ohne auf Effizienz zu verzichten oder Prozesse aufwändig anpassen zu müssen. Jetzt wurde die Anlage erfolgreich an den Kunden übergeben.

Der KLT-Pickroboter in Aktion beim Einlagern von KLTs aus der Siemens Produktion. (Bildquelle: Hörmann Intralogistics)
Der KLT-Pickroboter in Aktion beim Einlagern von KLTs aus der Siemens Produktion. (Bildquelle: Hörmann Intralogistics)

Zur vollständigen Automatisierung des Wareneingangs wurde eine speziell entwickelte Roboteranlage mit „Bin-in-Bin, Bin-out-Bin“-Technik eingesetzt. Ein Kuka-Roboter, ausgestattet mit MechMind-3D-Vision-Technik und speziellem Greifer kann unterschiedliche KLT-Typen erkennen und präzise in Autostore-Behälter einlegen. Mit 55 Einlagerungen pro Stunde übertrifft die Anlage konventionelle, manuelle Lösungen deutlich. Die Roboterzelle verfügt darüber hinaus über integrierte Barcodeleser und Gewichtsüberwachung. INXPECT-Radartechnik zur Sicherheitsüberwachung mit Schleusen, Lichtgittern und Rolltoren ermöglicht einen vollautomatisierten, gefahrlosen 24/7 Betrieb ohne Personal.

Die Roboteranlage übernimmt befüllte Behälter von Paletten oder Trollies, welche mittels fahrerloser Transportfahrzeugen (FTF) - bereitgestellt von Siemens - vollautomatisch in Bahnhöfe eingebracht wurden. Die nahtlose Einbindung in SAPEWM mit Echtzeit-Synchronisation, die automatische Anbindung mittels Agilox-FTF und die intelligente KLT-Prüfung schaffen eine durchgängige, autonome Materialfluss-Lösung

Die Vorteile für den Kunden

Die zentrale Herausforderung bei Siemens waren die sehr heterogenen Artikel, die unterschiedlich groß und schwer sind. So können sie nicht einzeln erfasst und ein- beziehungsweise umgelagert werden. Bei einem konventionellen Ansatz müssten sie manuell in Autostore-Behälter umgepackt werden, da Autostore ein geschlossenes System ist und die Bins das Grid nicht verlassen dürfen. Die innovative, direkt angeschlossene Roboterzelle eliminiert diesen aufwändigen Schritt vollständig. Das neue System bei Siemens ersetzt ein über 30 Jahre altes AKL, das eine zukunftsgerechte, KI-gesteuerte und vollautomatisierte Gesamtlösung erschwerte. Mit dem Autostore-System konnte wertvolle Hallenfläche gespart und den Mitarbeitern monotone sowie körperlich anstrengende Arbeitsschritte erspart werden.

Durchgängige Automatisierung der Lagerlogistik

 

„Mit der neuen Kombilösung schaffen wir eine durchgängige Automatisierung in unserer Lagerlogistik, die nicht nur Prozesse beschleunigt, sondern auch die Grundlage für eine zukunftsorientierte Materialflussstrategie legt. Wir danken für die Zusammenarbeit mit Hörmann Intralogistics“, sagt Jonas Wilhelm, Projektleiter Logistik bei Siemens.

„Die Kombination von Autostore mit einer Roboterzelle für den vollautomatisierten Wareneingang ist für uns eine unglaublich spannende Sache“, erklärt Sebastian Behrens, Projektleiter New Technologies bei Hörmann Intralogistics. „Besonders herausfordernd war das KLT-Greifkonzept sowie die Integration des Roboters in das Gesamtsystem. Wir freuen uns, dass wir dieses Pionierkonzept gemeinsam mit dem Siemens-Projektteam realisieren durften und so für noch effizientere Prozesse sorgen können.“

Die erfolgreiche Übergabe der Anlage erfolgte Ende 2025.

 

 

Auf einen Blick

Die Fakten der Bin-in-Bin, Bin-out-Bin Roboterzelle

  • Ein Roboterarm nimmt die Kleinladungsträger (KLT) an, welche ebenfalls vollautomatisch durch „Agilox ONE“ und den „Agilox ODM“ angedient werden und führt diese automatisiert in das Autostore-Grid ein.
  • 55 Einlagerungen pro Stunde an einem Arbeitsplatz
  • Leere KLT werden automatisiert aus den Autostore-Behältern entnommen.
  • Mithilfe moderner 3D-Vision-Technik kann die Roboterzelle vier unterschiedliche KLT-Typen erkennen und handhaben.
  • Die Sicherheitsbereiche werden mittels INXPECT-Radartechnik überwacht.
  • Die gesamte Lösung wird in das bestehende SAP-EWM-System integriert
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