Buchstabensuppe: FTF, AGV, AMR, MR ...: Was 53 Experten unter den Begriffen verstehen
Begriffe für mobile Roboter technisch präzisieren
Die zunehmende Zahl an Bezeichnungen für mobile Roboter erschwert deren eindeutige Einordnung. Forschende der Technischen Universität Dortmund haben deshalb untersucht, welche technischen Eigenschaften Fachleute mit FTF, AGV, AMR und MR verbinden. Grundlage waren eine explorative Befragung von 53 Experten aus Forschung und Industrie sowie eine systematische Literaturauswertung.
AGV und AMR ließen sich am deutlichsten voneinander unterscheiden. Die Befragten verbinden AGV vor allem mit vorgegebenen Wegen und zentraler Steuerung. AMR stehen dagegen für dynamische Routenplanung, Hindernisumfahrung, umfangreiche Sensorik und dezentrale Entscheidungen. FTF und AGV werden von den Experten weitgehend als Synonyme wahrgenommen. MR eignet sich laut Untersuchung als übergeordneter Begriff, bleibt ohne weitere Angaben jedoch unscharf.
Literaturauswertung mit 177 Publikationen
Für die Literaturstudie prüften die Forschenden nach einer Bereinigung eigenen Angaben zufolge 1.110 Veröffentlichungen aus den Jahren 2000 bis 2025. Insgesamt 177 Publikationen flossen in die Auswertung ein, darunter 26 mit direkten Definitionen von AGV, AMR und MR.
Die Analyse unterscheidet nach Worten der Forschenden unter anderem nach dem Ort der Steuerung, der Kooperationsfähigkeit und den Softwarefähigkeiten. MR beschreibt demnach eine breite Kategorie mobiler Plattformen, ohne einen bestimmten Autonomiegrad vorzugeben. AGV werden als Spezialisierung für den Materialtransport auf physisch oder virtuell vorgegebenen Wegen beziehungsweise Korridoren eingeordnet. AMR verfügen dagegen über Sensorik, Rechenleistung und Software für eigene Lokalisierung, dynamische Navigation und lokale Entscheidungen.
Autonomie nicht allein am Fahrzeug festmachen
Zugleich weisen die Forschenden darauf hin, dass eine zentrale oder dezentrale Steuerung für sich genommen noch nichts über den Autonomiegrad aussagt. Autonome Funktionen könnten sowohl im einzelnen Fahrzeug als auch auf Systemebene entstehen. Für Ausschreibung, Integration und Abnahme sollte deshalb konkret beschrieben werden, welche Entscheidungen der mobile Roboter selbst trifft und welche Aufgaben ein übergeordnetes System übernimmt.
Statt weitere Kürzel einzuführen, empfehlen die Autoren eine Beschreibung anhand überprüfbarer Eigenschaften. Dazu zählen insbesondere Navigation, Autonomiegrad, Einsatzkontext und Systemgrenze. Eine derzeit entwickelte Taxonomie soll Anwendungen, operative Aufgaben, Roboteraktionen, Fähigkeiten und Hardware miteinander verknüpfen und damit eine technisch belastbare Einordnung mobiler Robotik ermöglichen.
Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von "Technische Logistik" 6/26 oder unter folgendem Link: Buchstabensuppe: FTF, AGV, AMR, MR ... - SPECIAL Zwischen Wissenschaft, Technik und Marketing: Was die einzelnen Abkürzungen unterscheidet | Fachartikel | Technische Logistik - Hebezeuge Fördermittel

































