Beitrag: Autonome Roboter für präzise Lagerinventur: Induktive Ladetechnik sorgt für aktuelle Daten

Alle Bestände im Blick - mit seinen autonomen Scan-Robotern schafft Dexory in Echtzeit einen digitalen Zwilling des Lagers. Große Player wie DB Schenker und Maersk setzen auf die Technologie des Londoner Start-ups. Zum Erfolg trägt auch eine Komponente aus Deutschland bei. Alle Roboter sind serienmäßig mit der induktiven Ladetechnik von Wiferion ausgestattet.

Dexory kombiniert AMR und Software, um auf Knopfdruck einen sofortigen Überblick über Bestände und Prozesse zu erhalten. (Bildquelle: Wiferion)
Dexory kombiniert AMR und Software, um auf Knopfdruck einen sofortigen Überblick über Bestände und Prozesse zu erhalten. (Bildquelle: Wiferion)

Das Londoner Start-up Dexory ist ein schnell wachsendes KI- und Robotikunternehmen, das autonome mobile Roboter einsetzt, um in Echtzeit Daten aus Lagerhäusern zu sammeln. Das Unternehmen wurde 2015 von den drei Gründern Andrei, Oana und Adrian gegründet und gilt als eines der vielversprechenden Projekte in der Logistik. An den Finanzierungsrunden von Dexory haben sich unter anderem Schenker Ventures, der Investmentarm von DB Schenker, und Maersk Growth beteiligt. Dexory arbeitet bereits mit großen Branchenführern wie Menzies Aviation, Maersk, Denso, Huboo und anderen zusammen, um den Lagerbetrieb durch Automatisierung, Datenintelligenz und digitale Zwillingstechnologie zu verbessern. Im Oktober 2024 konnte Dexory eine weitere Finanzierungsrunde in Höhe von 80 Millionen Dollar abschließen.

Mittlerweile werden die autonomen Roboter inklusive dem Betriebssystem in rund 50 Lagern auf der ganzen Welt eingesetzt. Die Branchen reichen dabei von Logistik über Pharmazie, Fertigung und Automobilbau bis hin zur Luft- und Raumfahrt.

Palettenscan bis zwölf Metern Höhe

Die Lösung von Dexory kombiniert Hardware und Software, um auf Knopfdruck einen sofortigen Überblick über Bestände und Prozesse zu erhalten. Die autonomen Lagerscanner-Roboter scannen mit Hilfe hochwertiger Kameras und Sensoren das Lager in 3D und erfassen Etiketten und Barcodes auf Paletten und Produkten. Die gesammelten Daten werden in eine digitale Plattform eingespeist, um genaue Modelle der Lagerregale und Artikel zu erstellen und Einblicke in den Warenfluss zu ermöglichen. Ein zentrales Merkmal der Roboter ist ihr ausfahrbarer Turm, der bis zu 12 Meter hoch ist und das Scannen von Lagern jeder Form und Größe ermöglicht. So entsteht ein stets aktueller digitaler Zwilling des Lagers.

Die extrahierten Analysen beheben betriebliche Engpässe, steigern die Effizienz (ermöglichen schnelleres Einlagern und Kommissionieren) und bieten aussagekräftige Einblicke in den Betrieb des Lagers (zum Beispiel Auslastungsschwankungen in Echtzeit, Routenplanung) - all dies musste bisher manuell erfolgen. Durch KI erhalten Unternehmen die Informationen, die sie für eine genauere Prognose und Planung ihres gesamten Lagerbestands sowie für ein intelligenteres Personalmanagement benötigen.

Induktive Ladetechnik sorgt für hohe Zuverlässigkeit

Um sicherzustellen, dass die Kunden immer aktuelle Daten erhalten, müssen die Scan-Roboter regelmäßig im Einsatz sein. Entscheidend dafür ist die automatisierte Energieversorgung. Um dies zu gewährleisten, verbaut Dexory in allen Robotern das induktive Schnellladesystem von Wiferion. Andrei Danescu, CEO von Dexory, betont die Wichtigkeit eines zuverlässigen Ladesystems: „Herkömmliche Technologien mit Schleifkontakten haben uns nicht überzeugt, vor allem wegen des Verschleißes der Ladekontakte und der Notwendigkeit, die AMR genau zu positionieren, um einen sicheren Ladevorgang zu gewährleisten. Wir haben uns für Wiferion entschieden, weil das „etaLINK“-System robust, leistungsstark und zuverlässig ist.“

Das Batterieschnellladesystem „etaLINK 3000“ ist in die Fahrzeuge integriert und ermöglicht das schnelle Laden der AMRs während des Betriebs. „Wir positionieren die Ladepunkte an Orten, die häufig von den AMR frequentiert werden“, erklärt Andrei Danescu. Dadurch entfallen Ladezeiten und Fahrten zu stationären Ladestationen, was die Produktivität der AMR um bis zu 32 Prozent erhöht. An einem Ladepunkt startet die Stromübertragung automatisch und erreicht nach einer Sekunde die volle Leistung von drei Kilowatt. Selbst bei unpräziser Positionierung eines Fahrzeugs an einem Ladepunkt startet der Ladevorgang zuverlässig. Die Ladepunkte sind omnidirektional anfahrbar und damit flexibel.

 

Wartungsfreie und einfache Implementierung

Dexory muss sich keine Sorgen um die Wartung der Energieversorgung machen. Das „etaLINK“-System ist gekapselt (IP67), ohne mechanische Teile und somit komplett wartungsfrei. Andrei Danescu sieht einen weiteren Vorteil in der einfachen Integration des Systems in die AMR: „Im Vergleich zu Schleifkontakten ist das etaLINK-System kompakt, was mehr Platz im Fahrzeug für andere Komponenten schafft.“ Zudem lassen sich die Ladegeräte ohne große Umbaumaßnahmen an der Gebäudestruktur installieren. „Das ist ein großer Vorteil, denn viele Unternehmen mieten die Lagerhallen nur an.“

Fazit

Die induktive Ladetechnik bietet Dexory und seinen Kunden zahlreiche Vorteile, die entscheidend zur Effizienzsteigerung und Zuverlässigkeit der autonomen mobilen Roboter beitragen. Durch die Integration des robusten und leistungsstarken „etaLINK“-Systems in die Scanroboter garantiert Dexory eine ständige Betriebsbereitschaft und eine kontinuierliche Datenerfassung. Den Anwendern stehen damit alle relevanten Analysen zur Verfügung, um ihre Prozesse zu optimieren und die Produktivität zu steigern.

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