Sieben Millionen Euro für neues BMVI-Projekt

Digitales Testfeld Air Cargo soll Luftfracht digitalisieren
1105
 Bild: IML
Bild: IML

Am 15. September 2021 fiel der Startschuss für eine branchenweite Forschungsaktivität in der Luftfrachtlogistik, die das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML federführend im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) unter dem Titel „Digitales Testfeld Air Cargo“ bearbeitet. Ziel ist es, die Effizienz und Leistungsfähigkeit der Luftfrachttransportkette durch eine bessere Vernetzung aller beteiligten Akteure und die Digitalisierung von Abläufen zu steigern.

Dafür wollen die Projektpartner einen neutralen deutschlandweiten Forschungsrahmen schaffen, der luftfrachtspezifische Forschungsaktivitäten bündelt und Digitalisierungsansätze in den verschiedenen Prozessabschnitten aufzeigt und verfügbar macht.

Über einen Zeitraum von drei Jahren sollen unter der wissenschaftlichen Leitung des Fraunhofer IML und der Frankfurt University of Applied Sciences in sechs Teilprojekten integrierende und übergreifende „Leuchtturm-Lösungen“ entwickelt und demonstriert werden. Die Durchführung dieser Projekte ist mit acht festen operativen Projektpartnern sowie einem assoziierten Partner geplant. Der Zusammenschluss unterschiedlicher Akteure, die die gesamte Luftfrachtlogistik inklusive des Vor- und Nachlaufs abdecken, ermöglicht es, Blickwinkel und Anforderungen an die Weiterentwicklungen aus der gesamten Branche einzubringen und zu berücksichtigen. Das schafft zum einen die Möglichkeit, standortübergreifende Digitalisierungslösungen zu entwickeln und zum anderen die nötige Akzeptanz für eine Implementierung in die bestehenden Prozessabläufe.

„Das digitale Testfeld Air Cargo ist eine großartige Chance, mehr Innovationen für effiziente Luftfrachtprozesse in Deutschland gemeinsam als Konsortium aus Wirtschaft und Wissenschaft in die Praxis zu bringen. Ich bin stolz auf unser Team Aviation Logistics, freue mich über die gute Kooperation mit allen Partnern und wünsche dem Vorhaben viel Erfolg“, sagt Prof. Uwe Clausen, Institutsleiter am Fraunhofer IML.Das BMVI stellt für die Umsetzung rund sieben Millionen Euro zur Verfügung. Inhaltlich umfasst das Projekt die drei Themenfelder „Standardisierter Datenaustausch zwischen den Stakeholdern der Luftfrachttransportkette mit Bezug zu nationalen und internationalen Initiativen“ (z. B. eFTI und ONE Record), „Automatisierung von Disposition, Handling und Transport“ und „Mehrwert durch KI-gestützte Optimierung und Prognosen“. Zu den Konsortialpartnern gehören neben den Flughäfen Köln, Frankfurt, Leipzig und München die Lufthansa Cargo AG, DB Schenker und die Sovereign Speed GmbH als Logistikdienstleister sowie die CHI Deutschland Cargo Handling GmbH. Ebenso ist die LUG Aircargo Handling GmbH als erster assoziierter Partner beteiligt. (ck)

Redaktion (allg.)

· Artikel im Heft ·

Sieben Millionen Euro für neues BMVI-Projekt
Seite bis 0
01.09.2020
IT-gestütztes Risikomanagement in der Supply Chain
Nach überstandener Corona-Pandemie werden IT-Systeme zu den Standardinstrumenten für effizientes Risikomanagement zählen, die maximale Flexibilität beim Supply Chain Network Design und bei den...
07.12.2018
Natur-Modelle für einen effizienten Materialfluss
In Fertigungsunternehmen soll ein effizienter Materialfluss die Transportwege und -zeiten verkürzen, die Produktivität erhöhen und die Kosten reduzieren. Um diese Ziele zu erreichen, ist ein gut...
16.02.2021
Thorsten Schmidt über Digitalisierung, Automatisierung und Autonomie
In Corona-Zeiten ist vieles nicht einfach – auch das Betreten einer Universität. An der TU Dresden ist eine elektronische Voranmeldung nötig, um zum persönlichen Interview – inklusive Abstandsregeln –...
13.08.2019
Intelligente Lösungen für die Kran- und Hebetechnik
Der Begriff Industrie 4.0 bezeichnet die Verzahnung der industriellen Produktion mit Informations- und Kommunikationstechnologien, wodurch intelligente Wertschöpfungsketten entstehen. Übergreifende...
26.05.2020
Die nächste Roboter-Generation ebnet Weg zum Dark Warehouse
Die Anforderungen an intralogistische Automatisierung verändern sich permanent. Früher musste alles strikt strukturiert sein: Roboter, das waren Maschinen, die ein und denselben Arbeitsschritt immer...
05.11.2020
Mit Customer Service & Support 4.0 eine permanent hohe Anlagenverfügbarkeit gewährleisten
Mit der Investition in automatisierte Logistiksysteme erwarten Betreiber vor allem einen Kapazitäts-, Produktivitäts- und Qualitätszuwachs – eine hohe Verfügbarkeit der technischen Anlagen ist hierfür...