Digitale Lagertransformation gemeistert
Bislang wurde die Lagerverwaltung über ein AS/400-System abgewickelt, dessen Stilllegung konzernweit zum 2. Januar 2025 terminiert war. Ziel war die vollständige Migration auf Microsoft D365 – inklusive Integration aller Lagerprozesse – ohne Unterbrechung des laufenden Betriebs. Dabei musste die neue Lösung nicht nur die bisherigen Funktionen abbilden, sondern sie auch in Bezug auf Transparenz, Effizienz und Nachverfolgbarkeit deutlich verbessern. Die Projektlaufzeit betrug elf Monate – von der Analyse bis zum Go-Live.
Das Projekt war von mehreren außergewöhnlichen Rahmenbedingungen geprägt, die eine besonders sorgfältige Planung und Umsetzung erforderten. Eine zentrale Herausforderung bestand etwa in der harten Systemabschaltung zum 2. Januar 2025, die keine Übergangs- oder Parallelbetriebsphase zuließ. Zudem erfolgte die vollständige Migration bei aktivem Lagerbetrieb, was höchste Anforderungen an die Koordination und Abstimmung zwischen IT, Logistik und die verschiedenen Fachbereiche stellte und es musste eine komplexe Abbildung von Mischpaletten- und Trackingprozessen gewährleistet werden, um die Nachverfolgbarkeit und Prozessstabilität im Tagesgeschäft sicherzustellen.
Eine weitere Herausforderung war die Integration heterogener Entwicklungsumgebungen, die ein hohes Maß an technischer Abstimmung und Schnittstellenmanagement erforderte. All dies geschah unter erheblichem Zeitdruck bei gleichzeitig hoher Anforderung an die Systemverfügbarkeit, was das Projekt sowohl organisatorisch als auch technisch besonders anspruchsvoll machte.
Die Umsetzung – effizient, präzise, maßgeschneidert
Die Integration der RBG- und Fördertechniksteuerungen in D365 erfolgte vollständig durch das Projektteam von A+K – von der Spezifikation über die Entwicklung und Testphase bis zur produktiven Inbetriebnahme. Ziel war nicht nur eine funktionale 1:1-Ablösung, sondern die gezielte Verbesserung bestehender Abläufe. Während des Go-Live wurden einzelne Prozesslogiken situativ angepasst, um eine präzise Abbildung realer Abläufe sicherzustellen – ein Beispiel für die flexible, praxistaugliche Arbeitsweise von A+K.
Trotz eines leichten, erwartbaren Rückgangs der Produktivität unmittelbar nach der Umstellung konnte das Lager ohne Unterbrechung weiterarbeiten. Bereits wenige Wochen nach dem Go-Live zeigten sich erste Effizienzgewinne – etwa durch kürzere Buchungszeiten und die Reduktion manueller Eingriffe. Erste messbare Erfolge waren beispielsweise, dass sich die Durchlaufzeiten im Wareneingang um etwa 30 Prozent reduzieren ließen, die Buchungsschritte in mehreren Prozessschritten automatisiert wurden und die Fehleranfälligkeit in der Chargenrückverfolgung deutlich minimiert werden konnte.
Strategische Bedeutung und Ausblick
In einem von Klimawandel, E-Mobilität und zunehmender Ressourcenknappheit geprägten Marktumfeld ist die Digitalisierung interner Prozesse ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Mit der erfolgreichen Migration des Lagersystems auf Microsoft D365 hat das Unternehmen nicht nur einen Meilenstein seiner ERP-Strategie realisiert, sondern zugleich die Basis für weitere Digitalisierungsinitiativen geschaffen – darunter die Integration mobiler Endgeräte, Analytics-Funktionen und KI-gestützter Bestandsoptimierung.
Im nächsten Projektabschnitt ist die Erweiterung der bestehenden Systemarchitektur auf weitere Lagerstandorte und die Einführung mobiler Applikationen geplant, welche die operative Logistik direkt vor Ort unterstützen. Ergänzend soll Echtzeit-Dashboarding realisiert werden, das ein prozessorientiertes KPI-Monitoring erlaubt.
Erfolgsfaktor: Zusammenarbeit auf Augenhöhe
Der Erfolg dieses Projekts war maßgeblich von der engen, lösungsorientierten Zusammenarbeit zwischen den Projektteams des Unternehmens und A+K geprägt. Insbesondere die Fähigkeit, unter Zeitdruck schnell und flexibel auf neue Anforderungen zu reagieren, erwies sich als zentraler Erfolgsfaktor. „Die Migration auf Microsoft D365 unter Echtbedingungen war eine besondere Herausforderung. Entscheidend war, dass unser Team im Go-Live flexibel auf situative Anforderungen reagiert hat – ohne die Kontinuität des Lagerbetriebs zu gefährden. Unser Projektleiter hat mit seiner Erfahrung und Weitsicht entscheidend zum Erfolg beigetragen“, resümiert die Geschäftsleitung von Artschwager und Kohl. (ck)
Eine Information von Artschwager & Kohl
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