Warum Arnold Umformtechnik Verbindungselemente nicht mehr in Polybeutel packt

Der neue Versandprozess spart Kunststoff und senkt Fehlerpotenziale. Bisher ist ein Teil der Verpackungen umgestellt, weitere Produkte sollen folgen.

Bauteile werden direkt in wiederverwendbare oder recyclingfähige Verpackungen gefüllt und versandt. (Bildquelle: Arnold)
Bauteile werden direkt in wiederverwendbare oder recyclingfähige Verpackungen gefüllt und versandt. (Bildquelle: Arnold)

Arnold Umformtechnik stellt den Versand von Verbindungselementen schrittweise auf eine polybeutelfreie Direktverpackung um. Nach Angaben des Unternehmens werden Bauteile nicht mehr grundsätzlich zuerst in Polybeutel abgefüllt und anschließend in wiederverwendbare Kleinladungsträger gelegt. Stattdessen gelangen die Komponenten direkt in Kleinladungsträger oder Kartonagen. Ziel ist es, Kunststoff, CO2 und Arbeitszeit einzusparen sowie die Prozesssicherheit zu erhöhen.

Direkt in den Ladungsträger

Bei dem neuen Verfahren werden Verbindungselemente automatisiert in wiederverwendbare oder recyclingfähige Verpackungen gefüllt. Je nach Anwendung erhalten die Kleinladungsträger einen Deckel oder werden durch eine aufgestapelte Box verschlossen. Ergänzend kann ein Palettenabschlussdeckel eingesetzt werden. Die gesamte Palette wird anschließend mit Umreifungsband oder Stretchfolie gesichert. Damit soll verhindert werden, dass Einzelteile während des Transports herausfallen oder Fremdteile eingebracht werden.

Für Anwendungen, die weiterhin eine Verpackung im Polybeutel erfordern, bietet Arnold Umformtechnik diese Variante nach eigenen Angaben weiterhin an. Die Umstellung erfolgt deshalb nicht pauschal, sondern produkt- und anwendungsbezogen.

Sensorik ersetzt manuelle Mengensteuerung

Die Direktverpackung soll den Verpackungsprozess standardisieren und das Fehlerpotenzial verringern. Bisher wurden Polybeutel von Hand in der gewünschten Menge in die Kleinladungsträger gegeben. Im neuen Ablauf erfasst die Sortieranlage per Sensor die Anzahl der Komponenten, die dem jeweiligen Behälter zugeführt werden.

Der befüllte Behälter wird aktuell noch von einem Mitarbeitenden vom Band genommen. Anschließend wird das Etikett mit den Produktinformationen eingelegt. Dieser Prozessschritt ließe sich laut Unternehmen künftig einfacher automatisieren, weil ein Roboter Kleinladungsträger zuverlässiger greifen kann als Polybeutel. Durch den Verzicht auf Folienbeutel lassen sich zudem Füllmengen optimieren.

Schrittweise Umstellung wegen Aufwand und Kosten

Arnold Umformtechnik verweist darauf, dass die Umstellung mit hohem Aufwand und hohen Kosten verbunden sei. Deshalb erfolge sie schrittweise. Bislang wurden rund 15 Prozent der Verpackungen auf Direktverpackung umgestellt. Weitere Produkte sollen nach und nach folgen.

Kunden sollen von einer einfacheren Weiterverarbeitung profitieren. Die Bauteile lassen sich leichter entnehmen, was die Produktivität erhöhen kann. Zudem entfallen Schnittverletzungen, die beim Öffnen von Polybeuteln entstehen können. Auch bei Anschaffung und Entsorgung sollen Vorteile entstehen, weil weniger Kunststoff eingesetzt wird.

Das Unternehmen ordnet die polybeutelfreie Verpackung als weiteren Schritt in Richtung nachhaltigeres Wirtschaften ein. Arnold Umformtechnik gehört seit 1994 zur Würth Gruppe und bietet neben Verbindungselementen auch Maschinen- und Verarbeitungstechnik für die automatisierte Montage an. Die Umstellung im Versand soll ökologische Ziele mit sichereren und stärker automatisierbaren Verpackungsprozessen verbinden.

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