Vorbildliche Verbindung von Digitalisierung und Nachhaltigkeit
Und so sieht die Lösung aus: In einem strategischen Netzwerkanalyse- und Planungsprozess fiel zunächst die Entscheidung für einen weiteren – und damit zwölften –DM-Verteilstandort in Deutschland, um das anhaltende Mengenwachstum zu bewältigen. Hintergrund: Im Jahr 2019 sorgten etwa 3.700 Menschen in der DM-Logistik und bei einem Dienstleister für insgesamt 270.000 Filialanlieferungen mit insgesamt 3,5 Millionen Paletten, auf denen 540 Millionen Kommissioniereinheiten gepackt waren. „In der Netzwerkplanung haben wir ermittelt, dass der neue Standort idealerweise westlich von Berlin liegen sollte, um von dort aus unsere DM-Märkte von Nordbayern bis an die Ostsee zu beliefern“, erläutert Dr. Michael Sternbeck, DM-Bereichsverantwortlicher Logistikmanagement Filiale. Die Wahl fiel schließlich auf ein Grundstück im Güterverkehrszentrum der brandenburgischen Gemeinde Wustermark vor den Toren Berlins.
Doch das Projekt umfasste weit mehr als den Bau eines neuen Logistikgebäudes. Gleichzeitig entwickelten die Logistiker auch eine innovative logistische Infrastruktur. In deren Zentrum stehen digitale Filial-Zwillinge für jeden einzelnen Markt. Dazu wurden alle mehr als 2.000 DM-Märkte mit ihrer jeweiligen Regalarchitektur und den individuellen Artikelplatzierungen digitalisiert. Der digitale Zwilling bildet die Grundlage dafür, die Artikel auf den Wareneingangspaletten aus Wustermark intelligent zu kombinieren – und so die Filiallogistik beim Einräumen der Produkte wesentlich zu erleichtern. Dazu hat der stark automatisierte intralogistische Bereitstellungsprozess in Wustermark die Aufgabe, die auf sortenreinen Originalpaletten eintreffenden Artikel für die sieben Kommissionierroboter so aufzureihen und diesen anzudienen, wie sie für den physischen Bau der Filial-Mischpaletten benötigt werden. Gleichzeitig wurden die Mitarbeiter in den DM-Märkten mit 30.000 Smartphones ausgestattet, die ihnen beispielsweise jetzt helfen, die Laufwege zum Befüllen der Regale zu optimieren. Wir haben die Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit miteinander verbunden und durch eine innovative logistische Infrastruktur die Warenversorgung unserer stationären Märkte deutlich effektiver und effizienter gestaltet“, ist Christian Bodi, als DM-Geschäftsführer verantwortlich für das Ressort Logistik, überzeugt.
Im Ergebnis sorgt die nun hochautomatisierte vorgelagerte Logistik für Einsparungen bei den Logistikaufwendungen von mehreren Millionen Euro jährlich. Sie resultieren unter anderem aus einem um mehrere 10.000 Stunden reduzierten Zeitaufwand für die Mitarbeiter in den DM-Märkten und einem um fast zwei Millionen Kilometer verringerten Lkw-Transportaufkommen.
Mit seinem Projekt setzte sich DM-Drogerie Markt gegen drei weitere Finalisten durch, nämlich die Barilla Deutschland GmbH, die Engelbert Strauss GmbH und die Volkswagen Konzernlogistik GmbH. Ausschlaggebend für die 17-köpfige Fachjury unter Vorsitz von Matthias Wissmann war die Konsequenz, mit der das Projekt „Integrativ. Intelligent. Automatisiert.“ auf- und umgesetzt wurde. „Ausgehend vom Menschen, von den Kunden und von den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, wurde ein Logistiksystem (weiter)entwickelt, das den Menschen Erleichterung bringt (17 Prozent weniger schleppen und packen). Gleichzeitig erhöht es die Kommissionierleistung und senkt die Kosten pro Kollo. So trägt es zur Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens bei und ermöglicht es, rund 1.500 Tonnen CO2 allein im Lkw-Transport einzusparen“, fasst der Juryvorsitzende die Ergebnisse zusammen.


















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