Nach fast 30 Jahren: Veltins tauscht zentrales Logistiksystem aus
Nach fast drei Jahrzehnten Betrieb modernisiert die Brauerei C. & A. Veltins ihr Logistikleitsystem am Standort Meschede-Grevenstein. Wie das Unternehmen mitteilt, übernimmt Unitechnik die Erneuerung der bestehenden Softwarelandschaft. Das Projekt startete im März 2026 und soll bis 2029 abgeschlossen werden.
Das bisherige Logistikleitsystem ist seit 1997 im Einsatz. Laut Veltins stößt die bestehende Software inzwischen an technische Grenzen. Die Modernisierung umfasst deshalb die vollständige Ablösung der bisherigen Lösungen durch ein neues Gesamtsystem für Lagerverwaltung, Materialflusssteuerung und Anlagenvisualisierung.
Komplexe Infrastruktur mit mehreren Lagerbereichen
Das Logistikzentrum verwaltet sämtliche Materialflüsse des Standorts. Dazu zählen Vollgut und Leergut ebenso wie Flaschen, Dosen, Fässer und Magazinware. Die Infrastruktur umfasst drei Hochregallager, mehrere Verladebereiche sowie Sortier- und Abfüllanlagen. Verbunden sind die Bereiche über rund sechs Kilometer Palettenfördertechnik auf mehreren Gebäudeebenen. Nach Unternehmensangaben durchlaufen jährlich rund 800.000 Paletten die Anlage.
Historisch gewachsene Systeme werden zusammengeführt
Bislang existieren am Standort zwei getrennte Leitsysteme für Alt- und Neulogistik. Laut Unitechnik erschwert diese Struktur sowohl die Bedienung als auch die Wartung der Anlage. Künftig sollen beide Systeme in einem gemeinsamen Leitsystem zusammengeführt werden.
Basis dafür ist das Lagerverwaltungssystem „UniWare“. Das System bündelt Lagerverwaltung, Materialflusssteuerung und Visualisierung in einer Plattform. Zudem integriert es Schnittstellen zu rund 100 unterlagerten Subsystemen, darunter SPS-Steuerungen. Über eine SAP-Schnittstelle sollen bislang getrennte Lagerbereiche zentral zusammengeführt werden. Die Bedienoberflächen werden nach Angaben des Unternehmens ebenfalls überarbeitet. Anstelle komplexer Masken sollen grafische Dialoge die Steuerung vereinfachen und einen schnelleren Überblick über die jeweiligen Anlagenbereiche ermöglichen.
Digitale Zwillinge für Tests vorgesehen
Aufgrund der hohen Anlagenkomplexität setzt Veltins zusätzlich auf mehrere digitale Zwillinge. Damit sollen Tests einzelner Teilbereiche mit der Originalsteuerungssoftware möglich sein, ohne in die reale Anlage eingreifen zu müssen.
Die Inbetriebnahme des neuen Systems erfolgt schrittweise in voraussichtlich drei Phasen. Diese sollen jeweils während der Nebensaison von September bis April umgesetzt werden. Darüber hinaus vereinbarten beide Unternehmen eine langfristige Zusammenarbeit. Unitechnik soll Veltins auch nach Projektabschluss bei künftigen Erweiterungen und Modernisierungen unterstützen.


































