Fulfillment-Kosten im Fokus: Ferag Solutions setzt auf CoOF-Ansatz

Volatile Marktbedingungen und wachsender Wettbewerbsdruck erhöhen in vielen Branchen den Druck auf die Intralogistik-Kosten. Ferag Solutions setzt deshalb auf eine ganzheitliche Bewertung der Lagerhaltung und auf die gezielte Automatisierung einzelner Fulfillment-Prozesse.

Ferag rückt den "Lowest Cost of Order Fulfilment" in den Fokus. (Bildquelle: Ferag AG)
Ferag rückt den "Lowest Cost of Order Fulfilment" in den Fokus. (Bildquelle: Ferag AG)

Im Mittelpunkt steht die Kennzahl CoOF für Cost of Order Fulfillment. Sie soll sämtliche Kosten pro abgewickeltem Auftrag erfassen und damit eine kanalunabhängige Grundlage für die wirtschaftliche Bewertung von Fulfillment-Prozessen schaffen. Berücksichtigt werden laut Ferag Kosten für Arbeit, Handling, Platz, Energie, Software, Wartung und Rücksendungen.

Kosten je Auftrag im Fokus

Mit dem CoOF-Faktor lasse sich der Aufwand für die Intralogistik nicht mehr nur pauschal, sondern anhand konkreter Stückkosten bewerten. Die Auswertung der Daten zeigt, wie sich Betriebsstrukturen, Prozessqualität und Entscheidungen über den Einsatz bestimmter Technologien auf die Rentabilität der Lagerhaltung auswirkten. Investitionen in Automatisierung können so gezielter eingeordnet werden. Ziel sei es, Fulfillment-Prozesse effizienter zu steuern und wirtschaftlicher auszurichten. Damit werde laut Ferag auch sichtbar, an welchen Stellen Kosten entstehen, die in herkömmlichen Kennzahlen nur unzureichend abgebildet werden.

Personalkosten, Fehler und Retouren als Kostentreiber

Auf Basis des CoOF-Ansatzes können Unternehmen laut Ferag Solutions Fehlerkosten, Personalbedarf und Prozessrisiken frühzeitig erkennen. Einsparpotenziale sieht das Unternehmen insbesondere bei den Personalkosten, die nach seinen Angaben in vielen Fällen mehr als die Hälfte der Kosten der Auftragsabwicklung ausmachen. Weitere Kostentreiber liegen demnach in Kommissionierung und Konsolidierung. Fehler können je nach Branche bis zu acht Euro Zusatzkosten pro Auftrag verursachen. Auch die Flächennutzung bewertet Ferag als entscheidenden Faktor. Während bodenbasierte Systeme bei begrenztem Durchsatz vergleichsweise viel Platz beanspruchten, könnten vertikale Systeme die Flächeneffizienz um bis zu 60 Prozent verbessern.

Technologiemix statt Einzellösung

In der Praxis führen laut Ferag Solutions häufig hybride Kombinationen unterschiedlicher Technologien zu niedrigeren Betriebskosten. Autonome mobile Roboter ließen sich flexibel, schnell und skalierbar einsetzen, erreichten jedoch einen geringeren Durchsatz als stationäre Automatisierungslösungen. Shuttle-Systeme seien wiederum bei hoher Lagerdichte insbesondere für den E-Commerce geeignet, erforderten aber hohe Anfangsinvestitionen und zeichneten sich durch eine starre Anordnung aus. Taschensorter wie „ferag.skyfall“ bündelten die Prozessschritte Sortieren, Puffern und Sequenzieren in einem System und könnten Energie sparen. Voraussetzung sei jedoch, dass die baulichen Gegebenheiten ausreichend hohe Räumlichkeiten zuließen.

Laut Ferag soll der CoOF-Faktor dabei helfen, für unterschiedliche Anforderungen die jeweils passende Lösung präziser zu bestimmen, als dies mit bislang üblichen Kennzahlen möglich war.

 

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