Fraunhofer IML veröffentlicht Studie zu humanoiden Robotern in der Logistik

Fachkräftemangel, geopolitische Unsicherheiten und globale Lieferketten zwingen Unternehmen, effizienter, resilienter und flexibler zu werden. Wo klassische Automatisierung an ihre Grenzen stößt, gelten humanoide Roboter als vielversprechende Technologie. Forschende des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik IML haben nun ihr Potenzial für die Logistikbranche untersucht.

(Bildquelle: Fraunhofer IML)
(Bildquelle: Fraunhofer IML)

Die Anforderungen an Logistiksysteme sind heute so vielfältig, dass weder der Mensch noch klassische Automatisierungslösungen allein alle Herausforderungen bewältigen können. Um die Lücke zu schließen, gelten humanoide Roboter als flexible, generalistische Automatisierungseinheiten, die sich nahtlos in bestehende Prozesse integrieren. Doch wie sind der aktuelle Stand und die Perspektive dieser Technologie in der Logistikbranche? Das hat jetzt eine Studie des Fraunhofer IML untersucht. Mit ihrem branchenspezifischen Fokus und der Verbindung von Marktanalyse, Expertenperspektiven und strategischen Empfehlungen erweitert sie bisherige Erkenntnisse in diesem Feld.

Die Marktanalyse identifizierte rund 80 unterschiedliche Systeme, die sich in Mobilität, Sensorik und Software unterscheiden und macht einen stark fragmentierten, überwiegend von außereuropäischen Anbietern geprägten Markt deutlich. Insgesamt stehe die humanoide Robotik noch am Anfang ihrer Entwicklung, biete jedoch langfristig ein erhebliches Transformationspotenzial für die Logistik, so die Studienautoren. »Form folgt Funktion! Humanoide Roboter sind als flexible Mehrzweckroboter zu verstehen, die in für Menschen gemachten Umgebungen agieren können. Die Entwicklung der dafür notwendigen Fähigkeiten ist ein Ziel, das wir im Rahmen der Hightech-Agenda des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt umsetzen möchten«, erklärt Prof. Alice Kirchheim, Institutsleiterin am Fraunhofer IML.

Die Studie zeigt, dass die Logistikbranche humanoide Roboter mit großem Interesse sieht, aber auch mit einer realistischen Einschätzung des aktuellen Entwicklungsstands. Rund drei Viertel der befragten Unternehmen erwarten einen produktiven Einsatz innerhalb der nächsten zehn Jahre. Aus Sicht der Unternehmen sollen humanoide Roboter nicht den Menschen ersetzen, sondern als flexible, generalistische Automatisierungseinheiten für bestehende Arbeitsumgebungen dienen.

Printer Friendly, PDF & Email
10.02.2026
Mit der Ausgründung eines eigenen Spin-offs Anfang Januar bündelt Schunk seine Aktivitäten in der humanoiden Robotik und positioniert sich als Schlüsselakteur im wachsenden Markt. Ziel des neuen...
01.11.2024
Der Verband der Automobilindustrie (VDA) und der VDMA-Fachverband Fördertechnik und Intralogistik haben eine Aktualisierung der VDA 5050 veröffentlicht. Die Version 2.1.0 integriert den...
25.11.2024
Gerade im B2B-Bereich erwarten Kunden die einwandfreie Qualität der für sie hergestellten Maschinen und Anlagen. Damit diese sicher und unversehrt an ihr Ziel kommen, muss auch die Qualität der...
09.04.2026
Kaum ein Segment der Intralogistik entwickelt sich so dynamisch wie die Automatisierung. Auf der Logimat 2026 stellte Linde Material Handling (MH) die neue Baureihe „Linde I-MATIC core“ für spezielle...
17.12.2025
Die Herausforderungen im E-Commerce nehmen stetig zu: Wachsende Versandvolumina, steigende Material- und Logistikkosten sowie der Bedarf an nachhaltigeren Verpackungslösungen setzen Unternehmen unter...
11.02.2026
Die Supply Chain Branche tritt in eine Phase rasanter Transformationen ein. Herkömmliche Betriebsmodelle reichen heute nicht mehr aus, um den neuen Erwartungen des Marktes gerecht zu werden. Hinzu...