Wenn Verfügbarkeit das Produkt ist

Wartung als fester Teil der operativen Planung und Leistungserbringung

Dass Intralogistik-Anlagen ausfallfrei funktionieren, ist kein Zufall. Es ist auch das Ergebnis konsequenter Servicearbeit. Der Logistikdienstleister NewCold zeigt in Rheine exemplarisch, wie sich Wartung, Instandhaltung und Modernisierung als strategische Erfolgshebel nutzen lassen – und wie die langfristige Partnerschaft mit der Stöcklin Group über Effizienz, Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit mitentscheidet.

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 Bild: Stöcklin Group
Bild: Stöcklin Group

„Stillstand ist kein Fortschritt.“ Dieser Satz ist bei NewCold in Rheine weit mehr als ein Leitspruch: Er beschreibt den operativen Kern eines Geschäftsmodells, das vollständig auf funktionierenden Prozessen basiert. In einem der größten automatisierten Tiefkühllager Deutschlands, in dem täglich bis zu 170 Lkw abgefertigt und Zehntausende Paletten bei konstant –23 °C bewegt werden, ist Verfügbarkeit keine Kennzahl unter vielen. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass das Geschäftsmodell überhaupt funktioniert. NewCold versteht sich als ganzheitlicher Logistikdienstleister und Spezialist für temperaturgeführte Supply Chains.

Von der Produktion über die Einlagerung bis zur Auslieferung wird die gesamte Kühlkette abgebildet. Unterbrechungen darf es da nicht geben, alle Prozesse müssen stets hoch präzise und lückenlos ineinandergreifen. Genau daraus ergibt sich die zentrale Anforderung an die Intralogistik: absolute Betriebssicherheit. „Wenn ich meine Dienstleistung nicht mit dieser Verlässlichkeit erbringen kann, werde ich nicht bezahlt“, bringt es Jörn Schoo, Technischer Leiter bei der NewCold Germany Rheine GmbH, auf den Punkt. Von den resultierenden Risiken für Kunden und Verbraucher ganz zu schweigen.

Service als integraler Bestandteil der Wertschöpfung

Die hohe Betriebsbereitschaft ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis eines konsequent aufgebauten Service- und Instandhaltungskonzepts. Wartung ist bei NewCold keine nachgelagerte Funktion, sondern fester Teil der operativen Planung und Leistungserbringung. Die Anlage ist 24/5 in Betrieb, in saisonalen Spitzen auch 24/6. Insbesondere in der Hochsaison von März bis August, wenn große Mengen Speiseeis eingelagert und umgeschlagen werden, sind Belastung hoch, Wartungsfenster äußerst begrenzt. Nur mit vorausschauenden Ansätzen und klaren Abreden lassen sich hier die hohen Verfügbarkeitserwartungen erfüllen. Seit mehr als zehn Jahren setzt NewCold auf ein hybrides Modell: Ein eigenes, hochqualifiziertes Maintenance-Team übernimmt einen Großteil der operativen Instandhaltung, während die Stöcklin Group gezielt als Systemhersteller und externer Servicepartner eingebunden ist. Diese Kombination ermöglicht sowohl schnelle Reaktionszeiten im Alltag als auch fundierte Eingriffe auf Systemebene.

Auch die externe Perspektive spiele eine wichtige Rolle. „Man wird irgendwann betriebsblind“, erklärt Schoo und unterstreicht: „Regelmäßige Sicherheitsprüfungen und systematische Bewertungen durch den Hersteller helfen uns, Risiken frühzeitig zu erkennen und kontinuierlich Verbesserungen umzusetzen.“

Langfristige Partnerschaft entlang des Lifecycles

Die bewusst langfristig ausgelegte Zusammenarbeit begünstige die nachhaltigen Optimierungen: „Der Schulterschluss mit der Stöcklin Group umfasst den gesamten Lebenszyklus der Anlage“, so Schoo. „Neben klassischen Wartungsleistungen stehen zunehmend auch strategische Themen wie Modernisierung und Effizienzsteigerung im Fokus.“

Ein konkretes Beispiel: die Optimierung hochbelasteter Übergabepunkte im Bestandslager. Gemeinsam wurden konstruktive Anpassungen entwickelt, um Verschleiß zu reduzieren und die Lebensdauer der Komponenten zu verlängern. Solche Maßnahmen seien typisch für moderne Retrofit-Strategien, bei denen bestehende Anlagen gezielt weiterentwickelt werden, ohne dass ein vollständiger Austausch erforderlich ist.

Darüber hinaus würden auch energetische Optimierungen diskutiert. „Während die neuen Regalbediengeräte bereits über Rekuperation und Energiespeicher verfügen, besteht im Bestand noch Nachrüstpotenzial“, so Schoo. „Ziel ist es, die Effizienzvorteile der Neuanlage schrittweise auf bestehende Systeme zu übertragen und so die Gesamtperformance des Standorts fortwährend zu verbessern.“

Erweiterung unter laufendem Betrieb

Wie belastbar dieses Service- und Partnerschaftsmodell ist, zeigte sich bei der jüngsten Erweiterung des Standorts. Innerhalb von zwei Jahren wurde die Kapazität um rund 50 Prozent erhöht – von etwa 63.000 auf über 100.000 Palettenstellplätze.

Die besondere Herausforderung lag dabei in der Umsetzung unter laufendem Betrieb. „Wir hatten zwei Sommer, in denen wir normal weiterarbeiten mussten“, beschreibt Schoo die Situation. In dieser Zeit durfte es weder zu signifikanten Unterbrechungen noch zu Einbußen in der Leistungsfähigkeit kommen.

Die eigentliche Komplexität lag jedoch weniger im Bau selbst als in der Integration von Alt- und Neuanlage. Neben baulichen und thermischen Anforderungen – etwa der Vermeidung von Kälteverlusten oder Feuchtigkeitseinträgen – spielte vor allem die softwareseitige Integration eine zentrale Rolle. „Das größere Problem war nachher die Verbindung der alten und der neuen Anlage – vor allem programmtechnisch“, resümiert Schoo.

Dass diese Integration ohne nennenswerte Betriebsunterbrechungen gelang, ist ein klares Ergebnis der engen Zusammenarbeit zwischen Betreiber und Intralogistik-Partner sowie der etablierten Serviceprozesse.

Neue Technologien verändern die Instandhaltung

Mit der Erweiterung zogen auch neue Technologien in die Anlage ein. So gab es einen Wechsel von kabelgebundenen zu batteriegetriebenen PowerShuttle-Systemen. Sie sind energieeffizienter und flexibler einsetzbar. In Wartung und Betrieb verlangen sie eine andere Aufmerksamkeit – insbesondere unter Tiefkühlbedingungen. So zeigte sich in der Anlaufphase, dass die Akku-Technologie sensibel auf die extremen Temperaturen in der Tiefkühle reagiert. „Wenn ein Power-Shuttle im Dauereinsatz tiefentlädt, dauert es etwas länger, es wieder betriebsbereit zu bekommen“, beschreibt Schoo eine der frühen Herausforderungen. Dagegen helfen heute häufige Zwischenladungen an gut erreichbaren Schnellladepunkten und eine vorausschauende Pflege der mobilen Energiespeicher.

Redundanz und Planung für maximale Verfügbarkeit

Solche Erfahrungen verdeutlichen, dass technologische Innovation immer auch eine Anpassung der Service- und Wartungsstrategien erfordert. Der Lifecycle-Ansatz von der Stöcklin Group trägt diesem Umstand Rechnung, indem er Betrieb, Wartung und Weiterentwicklung als zusammenhängende Systemlösung betrachtet.

NewCold setzt zudem gezielt auf Redundanz bei essenziellen Komponenten. Für sie wird bewusst Ersatz vorgehalten, um im Störungsfall schnell reagieren zu können. Ein zusätzliches PowerShuttle, in Reserve, ist dafür ein gutes Beispiel: Fällt eines aus, kann es flexibel ersetzt werden. Das erhöht die Planbarkeit und verschafft Zeit für nötige Reparaturen.

Datengetriebene Instandhaltung als nächster Schritt

Parallel dazu entwickelt NewCold die Instandhaltung zunehmend in Richtung datenbasierter Modelle. Dazu erhebt der Logistikspezialist umfangreiche Betriebsdaten und nutzt diese, um Muster zu erkennen und Optimierungspotenziale zu identifizieren. Der Austausch über verschiedene Standorte hinweg ermöglicht zusätzliche Erkenntnisse, auch im Vergleich unterschiedlicher Technologien. Die Vernetzung mit Gerätedaten der Hersteller soll die Auswertungsmöglichkeiten in naher Zukunft wertvoll ergänzen. In Stöcklin finden sie einen Partner, der am gleichen Strang zieht, um Predictive Maintenance und datenbasierte Services nach vorn zu bringen. „Der Vorteil liegt in der Planbarkeit“, sagt Schoo. „Wenn wir vorausschauend agieren können, dann haben wir vielleicht zwei Stunden Stillstand, die wir vorbereiten können – statt einer unerwarteten Reparatur mit ungewisser Dauer.“ Ungeplante Ausfälle werden so in kontrollierbare Eingriffe überführt – ein wesentlicher Faktor für stabile Prozesse.

Die Zielrichtung ist für Schoo klar: „Wir möchten noch viel mehr in Richtung präventiver Wartung und Instandhaltung gehen, um proaktiv gegen Schäden zu arbeiten, ungeplante Stillstände zu minimieren und die Verfügbarkeit weiter zu steigern.“

Retrofit als Schlüssel zur nachhaltigen Weiterentwicklung

Das Beispiel zeigt nicht zuletzt: Starke Wartungskonzepte bereiten auch den Weg für kostenschonende, leistungssteigernde Modernisierung. Statt komplette Systeme zu ersetzen, lassen sich bei gut gewarteten Anlagen gezielt einzelne Komponenten modernisieren, neue Technologien sowie Erweiterungen integrieren und so neue Abläufe unterstützen. Eine enge Zusammenarbeit ist dabei entscheidend, um die richtigen Maßnahmen zu identifizieren und umzusetzen – und diesen Ansatz wirtschaftlich, nachhaltig und leistungsstark zu realisieren. Intelligent geplant, können solche Retrofits und Erweiterungen bestehender Anlagen mit mondernsten Technologien sehr gut Schritt halten.

Fazit: Verfügbarkeit ist das Ergebnis von Service

Verfügbarkeit ist kein Zufall, sondern das Ergebnis konsequenter Servicearbeit. NewCold zeigt exemplarisch, wie die Kombination aus langfristiger Partnerschaft, gezieltem Retrofit, datengetriebener Wartung und klarer Verfügbarkeitsstrategie – selbst unter anspruchsvollsten Bedingungen in der Tiefkühllogistik – zur Grundlage für einen stabilen Betrieb wird. (jak)

Eine Information der Stöcklin Group

Firmenprofil siehe Seite 69

» Der Schulterschluss mit der Stöcklin Group umfasst den gesamten Lebenzyklus der Anlage. Neben klassischen Wartungsleistungen stehen zunehmend auch strategische Themen wie Modernisierung, Retrofit und Effizienzsteigerung im Fokus.

Jörn Schoo, Technischer Leiter bei der NewCold Germany Rheine GmbH

» Regelmäßige Sicherheitsprüfungen und systematische Bewertungen durch den Hersteller helfen uns, Risiken frühzeitig zu erkennen und kontinuierlich Verbesserungen umzusetzen.

Jörn Schoo, Technischer Leiter bei der NewCold Germany Rheine GmbH

Redaktion (allg.)

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