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Die 7 Schritte eines Air-Cargo-Systemanbieters

Als Systemanbieter für den Air-Cargo-Bereich gilt es, die Kundenanforderungen zu erkennen und diese in ein funktionales und aufeinander abgestimmtes System zu übersetzen. Dabei profitiert der Kunde davon, nur einen Experten zur Seite zu haben, statt viele einzelne Unternehmen anzusprechen. Doch wie sieht eine Prozessplanung von der Beratung bis hin zur Abwicklung bei führenden Herstellern von Air-Cargo-Lösungen im Detail aus? An der Systempartnerschaft, die zwischen den Unternehmen Dimos und Hubtex besteht, soll dies beispielhaft erläutert werden.

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 Bild: Jan Kaulfuhs-Berger
Bild: Jan Kaulfuhs-Berger

Kunden aus dem Air-Cargo-Bereich verlassen sich zunehmend auf Systemanbieter, statt mit vielen einzelnen Unternehmen zusammenzuarbeiten. Denn ein Systemanbieter stimmt alle Schritte, die im Rahmen eines Projektes umgesetzt werden müssen, optimal aufeinander ab. Das bedeutet für den Kunden vor allem, dass er nur einen langfristigen Ansprechpartner für den kompletten Ablauf zur Seite hat – angefangen bei der Planung und Abwicklung bis hin zum After-Sales-Service. Dadurch ist eine unmittelbare und direkte Kommunikation zwischen Kunde und Anbieter gewährleistet.

Ein Full-Service-Experte mit jahrzehntelanger Erfahrung liefert demnach keine kombinierten Komponenten, sondern eine integrale Lösung, die den Prozess, die Funktion und die kundenspezifischen internen Abläufe berücksichtigt. Internationale Hersteller von Sonderfahrzeugen für den Air-Cargo-Bereich sind sich auch dessen bewusst, dass die strategische Ausrichtung und das geplante Wachstum des Kunden feste Bestandteile der Planung und Realisierung sein müssen.

Schritt für Schritt Richtung Take-Off

Schritt 1: Experten im Air-Cargo-Bereich, so beispielweise auch die Partner Dimos und Hubtex, die seit Anfang 2021 eine Abteilung Projects & Systems eigens für das Air-Cargo-Systemgeschäft geformt haben, beginnen jeden Prozess mit der Beratung und der Planung. Dabei stehen die Anforderungen und Umsatzzahlen in Bezug auf die Tonnagen im Mittelpunkt. Denn diese gilt es im Nachgang in ein effektives und zuverlässiges System zu übersetzen und anhand dessen ein Systemlayout zu erarbeiten, welches als Grundlage für die weitere Prozessplanung und Integration dient.

Schritt 2: An diese Beratungsleistung knüpft die statische oder dynamische Simulation an. Anhand dieser Simulation werden die geplanten Schritte verdeutlicht. Die erarbeiteten Systeme, die im Layout verankert worden sind, werden nun in einzelne Komponenten übertragen.

Schritt 3: Damit steht auch der Konstruktion nichts im Weg. Systemanbieter wie Dimos konstruieren alle benötigten Komponenten im Haus. Dank tiefem Prozess- und Marktwissen kann der erfahrene Hersteller, der neben Standardprodukten auch auf individuelle Lösungen spezialisiert ist, auf jegliche Kundenwünsche eingehen. Möglich wird das unter anderem dank State-of-the-Art-Technik in Mechanik, SPS (Speicherprogrammierbare Steuerung) und IT, was auch bei der anknüpfenden Produktion eine wichtige Rolle spielt.

Schritt 4: Diese wird – ebenso wie die Konstruktion – bei führenden Systemanbietern im Air-Cargo-Bereich Inhouse angeboten und in der eigenen Fertigung und Endmontage produziert. Bei Dimos beispielsweise werden auch die Elektrik und die Steuerung im Haus designed und umgesetzt – angefangen bei Stromlaufplänen, über die Konzeptionierung und Komponenten-Auswahl bis hin zur Programmierung inklusive Simulation und Emulation. Um sicherzustellen, dass der Implementierung vor Ort nichts im Weg steht, werden vorab umfangreiche Inhouse-Tests aller zu steuernden Komponenten durchgeführt.

Schritt 5 und 6: Systemanbieter wie Dimos haben in der Abteilung für das Air-Cargo-Systemgeschäft auch eine eigene Projekt- und Baustellenleitung, die die Abwicklung der Projekte und die Implementierung vor Ort auf globaler Basis durchführt. Das wiederholte Ausführen von Systemimplementierungen erzeugt Erfahrungen, die von der Baustelle als Wissenstransfer, als „Lessons Learned“, in die Konstruktion und Projektvorbereitung einfließen.

In der Phase der Lieferung und Baustellenplanung wird stets nach der Safety-First-Policy gearbeitet. Die Montage und Inbetriebnahme der Systeme läuft streng unter Einhaltung aller HSE-Richtlinien (Health, Safety & Environment). Die Inbetriebnahme und Abnahmen der Anlage erfolgen nach einer mit dem Kunden festgelegten Prozedur. Es soll nicht nur erkannt werden, ob alle Funktionen der Anlage erwartungsgemäß funktionsfähig sind, es sollen dem Kunden auch die systemtechnischen Zusammenhänge der Anlage verdeutlicht werden, die eine optimale Nutzung und Fehlervermeidung gewährleisten. Auch das Training des Bedien- und Wartungspersonals erfolgt während des Aufbaus der Anlage mit Einbindung des Kunden.

Schritt 7: Der Ansatz, alles aus einer Hand zu liefern bzw. zu erhalten, beinhaltet auch die Garantie und die Wartung der Systeme. Das bedeutet für Kunden führender Air-Cargo-Systemanbieter, dass die Zusammenarbeit nicht bei der Abwicklung endet, sondern auch darüber hinaus über Jahre hinweg bestehen bleibt. So bieten beispielsweise Dimos und Hubtex einen eigenen First-Level-Support sowie die Dokumentation für die Wartung und Instandhaltung an.

Beratung, Vertrieb und Produktion

Neben den aus der Produktion stammenden Air-Cargo-Lösungen liefert Dimos eigenen Angaben zufolge auch Beratung und Vertrieb aus einer Hand. Zusammen mit Hubtex hat das Unternehmen zu diesem Zweck die neue Abteilung Projects & Systems gegründet. „Mit Projects & Systems gründen wir eine Abteilung, die sich rein auf die Akquise und die Abwicklung von intelligenten Systemlösungen im Flughafenbereich konzentriert. Sie vereint Beratung, Vertrieb, Konstruktion, Produktion, Lieferung, Inbetriebnahme und Wartung unter einem Dach. Damit ermöglicht es uns die Abteilung, unabhängig von anderen Systemlieferanten zu agieren und unser Know-how als Systemanbieter in jedem Prozessschritt einzusetzen“, sagt Arne Röhrig, Leiter der Abteilung Projects & Systems bei Dimos. (jak)

Redaktion (allg.)

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