Nur noch 4 statt 40 Hände

Modulare Förder- und Sortieranlage spart bis zu 90 Prozent Personalaufwand

Große Paketaufkommen führen bei Gurtförderanlagen in der Logistik schnell zu einem Rückstau. Bis vor Kurzem nutzte auch ein Logistik-Dienstleister für den Transport seiner Pakete eine solche reine Gurtförderanlage, bei der erhöhte Stillstandzeiten auftraten. Abhilfe schaffte ein modulares System, mit dem die einzelnen Förderelemente optimal an die Größe der Versandware angepasst werden.

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„Bereits seit Mai 2018 befindet sich unsere neue Einlinienführung im Einsatz und hat sich mittlerweile bewährt – mit der Konstruktion war die benötigte Durchsatzleistung problemlos zu erreichen“, berichtet Olaf Holzapfel, Geschäftsführer der Blume-Rollen GmbH. „Dank der ausführlichen Gespräche im Vorfeld konnten die Förderbänder genau auf die Anforderungen im Arbeitsalltag abgestimmt werden.“ Um eine parallele und einfache Montage im laufenden Betrieb zu ermöglichen, griff das Unternehmen Blume-Rollen dabei auf sein Förderbandsystem „Blulight“ für Stückgüter mit einem Gewicht bis zu 31,5 Kilogramm zurück.

Durchsatzleistung von 3.000 Paketen pro Stunde

Bei der neuen Förderanlage handelt es sich um einen Zusammenschluss von mehreren Verpackungslinien, die parallel stehen und auf eine einzelne Sortierlinie zusammengeführt werden. Die Durchsatzleistung einer Förderlinie ist auf 3.000 Pakete pro Stunde bei Paket-Abmessungen von maximal 800 Millimetern × 600 Millimetern × 600 Millimetern ausgelegt. „Damit kein kompletter Anlagenstillstand durch Rückstau entsteht, besitzt jedes Förderelement die Maße des größtmöglichen Versandpakets“, erläutert Holzapfel. „Dadurch können sämtliche Pakete hintereinander aufgereiht werden, wenn es zu Engpässen kommt. Sobald ein Paket bearbeitet wurde, erfolgt eine Meldung an das Fördersystem über Lichtschranken, wodurch das nächste Paket nachgereicht wird. Auf diese Weise wird das Versandgut Stück für Stück abgearbeitet und ein Komplettstillstand vermieden.“ Dank dieser effizienten Stauvermeidung sind für die manuelle Sortierung nur noch zwei Mitarbeiter notwendig – vorher waren es zwanzig. Die freigewordene Arbeitskraft kommt nun im vergrößerten Verpackungsbereich zum Einsatz.

Sobald das Versandgut auf der gemeinsamen Sortierlinie angekommen ist, wird es durch ein Scannerportal transportiert. Ab dieser Stelle verteilt das intelligente Sortier- und Verteilersystem „Bluintellsort“ die Pakete in Richtung der jeweiligen Zielorte. Mithilfe der omnidirektionalen Laserscannung der Barcodes wird eine Transportgeschwindigkeit von bis zu einem Meter pro Sekunde erreicht. „Für die Steuerung verwenden wir unsere Software „Logiservice“, die direkt auf einem PC oder Server installiert wird“, führt Holzapfel aus. „Das Programm ist mit einer Reihe von Plug-ins ausgestattet, die an die verschiedenen Komponenten des Systems angeschlossen werden können. Auf diese Weise dient es als Übersetzer und vermittelt zwischen den unterschiedlichen Elementen der Anlage.“ So werden beispielsweise beim Scannen die Informationen vom Barcode-Lesegerät aufgenommen und mit dem ERP-System abgeglichen. Dieses gibt dem System Auskunft über den Ankunftsort, woraufhin die SPS aktiviert und das Paket entsprechend ausgeschleust wird. Auf diese Weise überwacht „Logiservice“ den Versandstatus des Pakets, bis es sein Ziel erfolgreich erreicht hat.

Nachhaltiger und sicherer Betrieb mit geringem Lärmpegel

Üblicherweise werden bei Fördergutanlagen lautstarke Getriebemotoren verwendet, um die schwerfälligen Rollen in Bewegung zu setzen. „Dies ist für die Gesundheit der Mitarbeiter ein Problem, denn die dauerhafte Lärmbelästigung erhöht auch den Stresspegel“, ergänzt Holzapfel. „Gemäß Unfallverhütungsvorschriften und Berufsgenossenschaft gibt es eine Normierung, dass die Geräusche einer Anlage 78 Dezibel nicht übersteigen sollten – im Arbeitsbereich ist dies mit unter 70 Dezibel noch einmal geringer. Daher nutzen wir eine 24-Volt-Antriebstechnik, deren Lärmpegel sich unter einem Wert von 65 Dezibel bewegt.“ Dank der mit 24 Volt elektrisch betriebenen Motorrollen verhalten sich diese besonders geräuscharm. Zusätzlich unterstützt die 24-Volt-Antriebstechnik einen energieeffizienten Förder-

betrieb. „Um Nachhaltigkeit zu gewährleisten und nicht unnötig teure Druckluft an die Umgebung abzugeben, haben wir bei dieser Anlage komplett auf Pneumatik verzichtet“, erläutert Holzapfel. „Außerdem werden nur die Motoren eingeschaltet, die auch wirklich Versandgut befördern. Auf diese Weise wird genau so viel Energie verbraucht, wie auch wirklich benötigt wird.“ Sobald an einer Stelle kein Paket mehr transportiert werden muss, schaltet sich dieses Element ab. Erst wenn weiteres Versandgut die Verpackungsstraße verlassen will, wird dank einer Lichtschranke das benötigte Förderelement der Sortierlinie wieder aktiviert.

Hohe Fertigungstiefe mit zeitnahem Support

Auch nach der Montage und Installation des Fördersystems betreut Blume-Rollen den Dienstleister zuverlässig weiter. „Im Versandhandel ist eine Anlagenverfügbarkeit rund um die Uhr wichtig“, so Holzapfel. „Um diese zu gewährleisten, haben wir daher eine Hotline für unseren Anwender eingerichtet – 24 Stunden an sechs Tagen in der Woche.“

Für die Fernwartung kann Blume-Rollen dabei über ein Modem auf die Steuerung vor Ort zugreifen. Auf diese Weise lassen sich Fehler und Probleme in der Anlage analysieren und die Spezialisten für Fördertechnik können den Anwender bei der Lösung zuverlässig unterstützen. Damit die Anlage stets vor unerlaubtem Zugriff abgesichert ist, muss jede externe Bedienung erst durch den Kunden freigegeben werden

Um auftretende Verschleiß-erscheinungen zu beheben, erhielt der Versanddienstleister ein entsprechendes Ersatzteilpaket, mit dem er für den Notfall gewappnet ist. „Sollte es aber zu einem unerwarteten mechanischen Crash kommen, beispielsweise wenn ein Gabelstapler in die Anlage fährt, können wir den Anwender bei den Reparaturen aufgrund unserer hohen Fertigungstiefe und unseres umfangreichen Lagers unterstützen“, führt Holzapfel weiter aus. „Dank unseres deutschlandweiten Service-Netzes können wir unsere Monteure innerhalb von einem Tag vor Ort entsenden und bei der Problemlösung assistieren.“ Somit muss der Kunde nicht auf externe Dienstleister zurückgreifen und kann sich voll und ganz auf die Unterstützung der Spezialisten für Fördertechnik aus Radevormwald verlassen. Auf diese Weise ist auch im schnelllebigen Versandhandel die Anlagenverfügbarkeit stets gewährleistet. (ck)

Christina Kasper

Christina Kasper
Redakteurin, Zeitschrift "Technische-Logistik-Hebezeuge Fördermittel", HUSS-Verlag GmbH
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Nur noch 4 statt 40 Hände 1.64 MB

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Nur noch 4 statt 40 Hände
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