Verladen ohne Andockrampe
Ebenerdige Produktionsstätten, Verlade- oder Entladezonen sowie dauerhaft oder befristet genutzte Außen- und Mietlager, bei denen keine Andockrampen vorhanden sind, haben den Nachteil, dass das Be- und Entladen von Containern, Wechselaufbauten und Cargoboxen oft sehr aufwändig ist. Das betrifft einerseits hohe Personalkosten, andererseits den uneffektiven Einsatz der vorhandenen Flurförderzeuge, wie Stapler und Hubwagen. Eine innovative Produktidee zur Lösung des Problems stammt vom Beratungsunternehmen Caloco (Cargo Logistics Consulting) aus Hohberg. In Kooperation mit dem Spezialisten MAHA Maschinenbau aus Haldenwang/Allgäu konzipierte Caloco-Inhaber Thomas Armbruster vor einigen Jahren das System Mob-Con-Lifter, mit dem die Transportbehälter auf die Fahrbahnebene abgesetzt werden, um sie
bequem be- und entladen zu können (s. a. H. 5/2012, S. 264).
Im Fokus der Produktentwicklung standen deshalb die Steigerung der Effizienz beim Be- und Entladen sowie die Reduzierung von Verladerisiken. Das System basiert auf einer Standard-Radgreifertechnik von MAHA, die für die neue Aufgabe entsprechend umgebaut wurde. Wichtigste Bestandteile sind die vier Hubsäulen, die – mit Handgabelhubwagen fest verschweißt – am Einsatzort von einer Person bedient werden können. Begonnen wurde mit der maximalen Tragfähigkeit von 4 × 7,5 t = 30 t. Der Spindelantrieb jedes Hubaggregats wird von einer 12-V-Batterie gespeist, ein Ladegerät ist integriert. Per Funk ist eine elektronische Gleichlauf- und Sicherheitsüberwachung der vier Hubsäulen möglich. Falls die Anlage immer an der gleichen Position im Unternehmen arbeitet, kann sie auch mit Netzstrom betrieben werden.
Eine Standard-Anlage hat eine maximale Hubhöhe von 1750 Millimeter. Für das Absetzen eines Containers oder einer Wechselbrücke vom Lkw-Chassis wird eine Hubhöhe von 1400 Millimeter benötigt. Die Hub- bzw. Senkzeit beträgt 113 bis 150 Sekunden. Bei Stromausfall der Hubanlage kann der Container mithilfe einer Not-Ablass-Einrichtung mechanisch abgesenkt werden. Das Hubsystem Mob-Con-Lifter hat sich in der Umschlagpraxis gut bewährt. So können Seecontainer, Cargoboxen, Wechselbrücken, Möbelkoffer, Wohncontainer, Kühlboxen, Werkstattcontainer, Messe- und Eventcontainer, die mit den entsprechenden Befestigungsbeschlägen ausgestattet sind, geliftet werden. Die Behälterlänge spielt keine Rolle.
Praxiserfahrungen zur Weiterenwicklung genutzt
Nach Erfahrungen in der Praxis wurde das System kürzlich überarbeitet und modifiziert. Das betrifft u. a. die höhere Beweglichkeit der Aufnahmeadapter. Damit können auftretende Spannungskräfte bei ungleicher Lastverteilung in der Transporteinheit (Container) besser kompensiert werden. Dadurch wird die elektronische Steuerung vor allem der 30-Tonnen-Anlage im Akkubetrieb entlastet und ein störungsfreier Lastlauf erzielt. Dank verbesserter Beweglichkeit können auch offene Transportflats, die häufig in der Baulogistik zum Einsatz kommen, geliftet werden. Diese werden zur Beladung und Sicherung in der Fertigungshalle des Herstellers abgesetzt und später zum Abtransport für die Aufnahme durch das Trägerfahrzeug geliftet. Neben der bisherigen Tragfähigkeitsklasse von 30 Tonnen bietet Caloco jetzt mit dem Mob-Con-Lifter MCL22 eine Anlage, deren Tragfähigkeit 4 × 5,5 t = 22 t beträgt. Die Antriebsleistung wird mit 2,2 Kilowatt pro Säule angegeben. Der MCL22, der bisher nur in der kabelgeführten Variante geliefert wird, hat eine Hubhöhe von 1750 Millimeter. Damit können aber jegliche Wechselpritschen mit konventionellen Abstellhöhen von bis zu 1.300 Millimeter sowie Möbelkoffer und Seecontainer bis zu einem Füllgewicht von 15 Tonnen bedient werden.


















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