Vom Einzelhandel zurück zum Hersteller

Vom Einzelhandel zurück zum Hersteller

Laufende Modernisierung ermöglicht nachhaltiges und effizientes Leergutmanagement

Die t-log trinklogistik GmbH – eine hundertprozentige Tochter von EDEKA Rhein-Ruhr – erteilte bereits 2011 den Auftrag für die Umsetzung einer innovativen Automatisierungslösung für die Bearbeitung des Leerguts am Standort Hamm. Damals bestand die Aufgabe darin, neue Technologien in die bestehende Logistiklösung des Standorts zu integrieren. Seitdem wird ständig an der Weiterentwicklung und Modernisierung der Lösung gearbeitet, um optimal auf die Marktentwicklungen und das steigende Leergutaufkommen zu reagieren.

2. Die Modernisierung der Logoerkennungsmaschinen ermöglicht eine fehlerfreie Zuordnung der Gebinde zu den unterschiedlichen Sortierbereichen (Quelle: Knapp)
3. Die Umstellung auf automatisierte Prozesse befreit die Mitarbeiter von körperlich schweren Tätigkeiten.  (Quelle: Knapp)

» Die Umsetzung der Projekte mit KNAPP ist sehr zufrieden-stellend. Von der Projektierung, über den Aufbau bis hin zur Inbetriebnahme verläuft immer alles reibungslos. Das Ergebnis der realisierten Maßnahmen übertrifft des Öfteren unsere Erwartungen und wir können danach meistens eine höhere Leistung als geplant erzielen.

Dirk Bleck, Abteilungsleiter Leergut bei t-log trinklogistik GmbH

 

Die von KNAPP realisierte Lösung bei EDEKA galt bereits nach der Inbetriebnahme im Jahr 2012 als modernste Sortieranlage Europas. Bis dahin bearbeiteten die Mitarbeiter in Hamm die retourkommenden Getränkekästen und die darin enthaltenen Flaschen manuell. Das enorme Volumen und Gewicht der Artikel waren mit einer hohen körperlichen Belastung der Mitarbeiter verbunden. Durch die Installation einer teilautomatischen Lösung konnte die Belegschaft entlastet, eine effiziente Sortierung der Kästen und Flaschen vorgenommen sowie die Pfandwerte exakt und transparent verbucht werden. Bei der Planung der Gesamtlösung wurde großer Wert auf eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung sowie einen geringen Energiebedarf des Gesamtsystems gelegt.

Alle Prozesse – von der Depalettierung des ankommenden Leerguts, über die Sortierung der Kästen und Flaschen bis hin zur Palettierung für die Rückführung an die Hersteller – wurden mithilfe von Bilderkerkennungs- und Robotertechnologien weitgehend automatisiert. Dadurch sind eine Entlastung der Mitarbeiter und eine schnelle sowie effiziente Sortierung möglich. Seitdem wird das retournierte Leergut, welches unsortiert aus den Märkten ankommt, innerhalb kürzester Zeit sortiert und den Getränkeproduzenten sortenrein wieder zur Verfügung gestellt.

Das zentrale Element bildet die Gebindeverwaltungssoftware KiSoft RCS von KNAPP. Diese ist für den komplexen Materialfluss, die Verwaltung des Leerguts und die standortgerechte Verbuchung der Ware zuständig.

Modernisierung als Antwort auf Marktveränderungen

Die Getränkeindustrie unterliegt einem ständigen Wandel, auf den EDEKA reagieren muss. Es kommen immer wieder neue Flaschen- und Kistentypen auf den Markt. Das System muss so konzipiert sein, dass die Lösung das ganze Jahr über effizient betrieben und zudem auf Spitzen reagieren kann. Aktuell werden in Hamm rund 80.000 Kisten pro Tag bearbeitet – bis zu 2,2 Millionen Kisten pro Monat.

Um auf die Änderungen des Marktes zur reagieren, investierte EDEKA bereits 2017 in die erste Modernisierungsmaßnahme. Für die vollautomatische Sortierung von einzelnen Flaschen ist ein Sortierroboter zuständig. Damit der Roboter noch mehr Flaschentypen sortieren kann, wurde das vorgelagerte Erkennungssystem modernisiert. Mithilfe einer Umstellung auf eine neue Version der Bilderkennungstechnologie erfolgt das Einlernen von neuen Flaschentypen oder Sonderflaschen noch schneller. Darüber hinaus wird die Fehlerrate bei der Erkennung der einzelnen Flaschen auf ein Minimum reduziert. Diese Erneuerung macht es dem Roboter möglich, seine Arbeit in noch kürzerer Zeit zu erledigen.

Auch der Prozess der Kastensortierung wurde bereits modernisiert. Abhängig von der Anzahl und der Umschlagshäufigkeit, kommen die Gebinde in unterschiedliche Sortierbereiche. Um die Zuordnung der retournierten Getränkekästen zu den Sortierbereichen noch schneller und zuverlässiger zu gestalten, werden laufend die Logoerkennungsmaschinen erneuert. An den insgesamt neun Erkennungsmaschinen werden die Logos auf den Kisten erkannt, und auf Basis dessen entscheidet das System, wohin die Kiste innerhalb des Lagers transportiert wird. Durch eine Umrüstung der Maschinen auf eine neue Technologie ist die Genauigkeit der Erkennung um ein Vielfaches besser. Dies ermöglicht eine fehlerfreie Zuordnung der Kisten zu den unterschiedlichen Sortierbereichen, was Zeit und Kosten spart sowie eine manuelle Nachbearbeitung vermeidet.

Trotz des hohen Automatisierungsgrades steht bei der Gesamtlösung eine sinnvolle Automatisierung im Mittelpunkt. Bei der Planung des Konzepts ging man davon aus, dass ein Großteil der einlangenden Gebinde automatisch depalettiert werden kann. Auf Basis dessen wurden neben zwei manuellen Depalettierstationen auch zwei Roboter für eine lagenweise Depalettierung realisiert. In den letzten Jahren stellte sich heraus, dass nicht die erwartete Menge automatisiert abgewickelt werden kann. Aus diesem Grund überarbeitete KNAPP gemeinsam mit EDEKA das ursprüngliche Konzept und arbeitet aktuell an der Umrüstung des Wareneingangsbereichs. In Kürze steht dort eine zusätzliche manuelle Depalettierstation zur Verfügung. Um Kosten und Platz zu sparen erfolgt die Integration ins System einfach und mit geringem Aufwand: Die automatische Station wird entsprechend adaptiert und kann zukünftig – je nach Aufkommen – manuell oder vollautomatisch genutzt werden.

Bei der Einbindung von neuen Technologien und Features ist vor allem eines wichtig: Die Umbauarbeiten dürfen so wenig Auswirkungen wie möglich auf den laufenden Betrieb haben. Aus diesem Grund führen die Mitarbeiter von KNAPP mechanische Umrüstungen und Umstellungen im System hauptsächlich an den Wochenenden durch. So kann EDEKA das Leergut immer zeitgerecht sortieren und den Getränkeproduzenten wieder zur Verfügung stellen. Auch die Märkte müssen aufgrund von Umbauarbeiten nicht länger als gewohnt auf die Gutschrift der Pfandwerte warten.

Langjährige Partnerschaft für neue Konzepte

Die Zusammenarbeit zwischen EDEKA und KNAPP ist von Partnerschaft und gegenseitigem Vertrauen geprägt. „Das KNAPP-Team und unsere Ansprechpartner bei EDEKA stehen in ständigem Austausch miteinander. Gemeinsam beobachten wir sowohl die Marktentwicklungen als auch die Effizienz und Produktivität des bestehenden Systems. Wir arbeiten gemeinsam an einer sinnvollen Weiterentwicklung der Lösung, damit sie optimal an die aktuellen Bedürfnisse angepasst ist. EDEKA vertraut auf unsere Erfahrungen und das Know-how im Bereich Leergutmanagement“, erzählt Tino Menzel stolz, der als Customer Care Manager bei KNAPP Systemintegration seit Jahren für die Betreuung der Leergutlösungen bei Edeka verantwortlich ist.

„Die Umsetzung der Projekte mit KNAPP ist sehr zufriedenstellend. Von der Projektierung, über den Aufbau bis hin zur Inbetriebnahme verläuft immer alles reibungslos. Das Ergebnis der realisierten Maßnahmen übertrifft des Öfteren unsere Erwartungen, und wir können danach meistens eine höhere Leistung als geplant erzielen. Wir freuen uns bereits auf zukünftige Projekte“, zeigt sich auch Dirk Bleck, technischer Leiter der Leergutanlagen von t-log Trinklogistik GmbH, über die Zusammenarbeit mit KNAPP zufrieden. (ck)

Eine Information der KNAPP AG, Graz

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