Völlig losgelöst: Wie Automatisierung Lager unabhängig macht

Aktuell hat so gut wie jede Branche mit dem Fachkräftemangel zu kämpfen – auch die Logistik. Der Sektor hat ebendiesen als einen der gravierendsten Risikofaktoren identifiziert.[1] Fehlende Lager- und Logistikmitarbeitende führen zunehmend zu Engpässen, sinkender Produktivität und steigenden Personalkosten. Unternehmen beschäftigen sich damit, wie ein Ausweg aus dieser misslichen Lage aussieht.

Um ein Lager sinnvoll zu automatisieren, geht es letztlich darum, zu analysieren, an welchen Stellen sich Automatisierung eignet und wo es mehr Sinn macht, manuelle Tätigkeiten beizubehalten. (Bildquelle: Sysmat)
Um ein Lager sinnvoll zu automatisieren, geht es letztlich darum, zu analysieren, an welchen Stellen sich Automatisierung eignet und wo es mehr Sinn macht, manuelle Tätigkeiten beizubehalten. (Bildquelle: Sysmat)

„Der Fachkräftemangel trifft die Logistik mit voller Wucht – besonders in kleinen und mittelständischen Unternehmen. Intelligente und skalierbare Automatisierungslösungen, die sich auch in kleineren Betrieben wirtschaftlich realisieren lassen, schaffen hier Abhilfe“, erklärt Rainer Schulz, Geschäftsführer der Sysmat GmbH und Experte für Automatisierung. „Dieses Vorgehen gilt längst nicht mehr als Privileg der Großindustrie. Dank moderner, modularer Technologien lassen sich auch kleinere Lager nach und nach automatisieren – passend zum individuellen Bedarf und Budget.“

Mehr als nur Lückenfüller

Gezielte Umsetzung stabilisiert Prozesse und macht zugleich unabhängiger von schwer zu besetzenden Personalstellen. Allerdings schrecken viele Mittelständler vor dem Begriff „Automatisierung“ zurück – aus Sorge wegen möglicherweise hohen Investitionskosten, langen Projektlaufzeiten oder betrieblichen Umwälzungen. Dabei lassen sich schon mit kleinen Maßnahmen große Effekte erzielen. Fahrerlose Transportsysteme (FTS) übernehmen Routinetätigkeiten wie den Transport von Paletten oder Behältern. Automatisierte Kleinteilelager entlasten die Kommissionierung. „Häufig sorgt bereits die Einführung von halbautomatisierten Lösungen für große Produktivitätsgewinne und gleichzeitige Reduzierung des Personalbedarfs in den entsprechenden Bereichen“, so Schulz. „Zudem überbrückt dies nicht nur Personalengpässe, sondern verbessert auch die Qualität, Verfügbarkeit und Transparenz von Prozessen.“ Deswegen bieten sich skalierbare Lösungen an, die sich an die bestehende Lagerstruktur sowie das jeweilige Auftragsvolumen anpassen lassen.

Blick nach vorne gerichtet

Bei der Umsetzung geht es letztlich darum, zu analysieren, an welchen Stellen sich Automatisierung eignet und wo es mehr Sinn macht, manuelle Tätigkeiten beizubehalten. „Wichtig ist, dass die Lösung zum Unternehmen passt und einen echten Mehrwert bringt – nicht nur technologisch, sondern vor allem wirtschaftlich und operativ. Dabei sollte Unabhängigkeit vom Arbeitsmarkt entstehen“, zeigt der Experte auf. Die Suche nach geeignetem Lagerpersonal wird in den kommenden Jahren nicht einfacher. Bereits heute fehlen im Bereich Lager und Logistik zehntausende Arbeitskräfte – Tendenz steigend. Für mittelständische Betriebe bedeutet das: Wer heute investiert, kann morgen unabhängiger agieren und hat langfristig eine bessere Position inne. „Gerade für kleine Lager ist das ein enormer Hebel, um wettbewerbsfähig zu bleiben, auch ohne zusätzliche Köpfe“, schließt Schulz ab.

[1] Trend Survey, Logistics Hall of Fame & Schunck Group, 2025.
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