Intralogistik-Konjunktur im Pandemiejahr 2020

Die deutschen Intralogistikhersteller verbuchten 2020 ein geschätztes Minus von 10 Prozent im Produktionsvolumen. In Summe ging die Produktion auf 22 Milliarden Euro zurück. Im Vergleich dazu lag der Wert 2019 noch bei 24,5 Milliarden Euro.

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„Die Pandemie hat sich natürlich auch auf die Intralogistikbranche ausgewirkt, wenn auch in den einzelnen Produktbereichen sehr unterschiedlich. Neben einem Auftragsrückgang in einigen Sparten waren wir vor allem mit Kurzarbeit, Materialengpässen und unterbrochenen Lieferketten konfrontiert. Seit dem Herbst stabilisiert sich die Situation wieder“, sagt Gordon Riske, Vorstandsvorsitzender des VDMA-Fachverbands Fördertechnik und Intralogistik und CEO der Kion GROUP AG. „Ein stark positiver Treiber war 2020 vor allem der E-Commerce. Das zusätzliche Onlinegeschäft, bspw. mit Waren des täglichen Bedarfs, hat für eine verstärkte Nachfrage nach hochautomatisierten Intralogistiklösungen gesorgt“, äußert sich Riske. Für das laufende Jahr erwartet der Fachverband ein Wachstum von 8 Prozent und damit ein Produktionsvolumen von 23,8 Milliarden Euro.

Internationale Märkte

Das Exportgeschäft der deutschen Intralogistikhersteller verbucht für 2020 ebenfalls ein Minus. „Wir schätzen, dass das Exportvolumen insgesamt um etwa 15 Prozent rückläufig ist. Gerade in den wichtigsten Kernmärkten gab es starke Rückgänge“, sagt Sascha Schmel, Geschäftsführer des VDMA-Fachverbands Fördertechnik und Intralogistik.

Das betrifft beispielsweise den EU-27-Binnenmarkt, der bis einschließlich November 2020 knapp 20 Prozent weniger Exporte verzeichnete als im Vorjahreszeitraum. „Die hiesigen Hersteller profitierten in den vergangenen Jahren stark von der Nachfrage innerhalb der EU. Besonders Frankreich, die Niederlande und Italien waren hier die Hauptabnehmer. Diese Exportbeziehungen gingen 2020 deutlich zurück“, sagt Schmel. Auch Ausfuhren in die USA, bislang wichtigster Einzel-Abnehmer deutscher Intralogistiklösungen, gingen in diesem Zeitraum um geschätzt 23 Prozent zurück. Exporte nach China nahmen um rund 10 Prozent ab.

Blick über den Tellerrand

Im gesamten Maschinen- und Anlagenbau wirkte sich das Krisenjahr 2020 deutlich aus: die Produktion ist nach vorläufigen Berechnungen um real 12,1 Prozent gesunken. Das war das schlechteste Ergebnis seit der Finanzkrise des Jahres 2009. Für das laufende Jahr rechnet der VDMA mit einem realen Produktionszuwachs von vier Prozent, was angesichts des hohen Rückgangs im vergangenen Jahr nur den Beginn einer Aufholphase von niedrigem Niveau aus darstellt.

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