Ifoy Award 2017 Klarer Sieger: Hamburg
In Summe elf Fahrzeuge und Lösungen von sieben Herstellern waren in diesem Jahr nominiert – sprich von der international hochkarätig besetzten Jury für würdig befunden, mit der begehrten Auszeichnung belohnt zu werden. Belohnt für „Innovationen, ... die in puncto Kundennutzen nicht nur Quantensprünge versprechen“, wie es die Geschäftsführende Vorsitzende der Ifoy-Jury, Anita Würmser, ausdrückt, „sondern auch messbar nachweisen“. Und, das darf an dieser Stelle auch nicht unerwähnt bleiben, für das erfolgreiche Bestehen eines harten sechsmonatigen Auswahl- und Testprocederes.
In der Kategorie „Automated Guided Vehicle“ ging der Award nach Bielefeld. Torwegge, Spezialist im intralogistischen Komponentenbereich, holte sich den Sieg in einem „packenden Finish“ mit seinem flexiblen FTS-Konzept „Torsten“. Das omnidirektionale Schwerlast-FTS kann Lasten von bis zu 7,5 Tonnen bewegen. Es arbeitet mit verschiedenen Ladungsträgern, die je nach Kundenwunsch mit passenden Regalen und Behältern ausgestattet sind. Entwickelt wurde „Torsten“ in enger Zusammenarbeit mit SEW und der RWTH Aachen Universität.
Klarer Sieger beim diesjährigen Ifoy-Award jedoch wurde Hamburg. In die Hansestadt gingen gleich drei Auszeichnungen. Still holte sich den Preis in der Kategorie der Lagertechnikgeräte. Prämiert wurde der weltweit erste autonome Horizontalkommissionierer. Ausschlaggebend für die Entscheidung war der hohe Innovationsgrad des „iGo neo CX 20“, verbunden mit, wie es in der Laudatio weiter hieß, „einem überragenden Kundennutzen und einer professionellen Umsetzung“. Das ausgezeichnete Fahrzeug schließe die Lücke zwischen Robotik und Intralogistik, war der Jury-Bewertung zu entnehmen. Beim Ifoy-Test überzeugte das Fahrzeug mit „spektakulären Einsparungen im Vergleich zu konventionellen Kommissionierern“.
Zum „Must-have“ des Jahres beförderte die Jury in der Kategorie „Special of the Year“ die „Indoor-Ortung“ des Hamburger Intralogistik-Spezialisten Jungheinrich. Das auf Smartphones, Beacons und Bluetooth basierende System zur Lokalisierung von Flurförderzeugen überzeugte die Jury insbesondere durch einen hohen Kundennutzen und seine Marktrelevanz. „Das Konzept ist nicht nur für Fahrzeugtypen verschiedener Hersteller anwendbar, sondern außerdem flexibel, schnell und kostengünstig zu implementieren“, so die Jury.
Und schließlich die Kategorie „Special Vehicle“. Hier hatte wiederum Still die Nase vorn. Mit seinem Schwerlast-Routenzug mit automatischer Be- und Entladung holte sich das Hamburger Unternehmen seinen zweiten Preis beim diesjährigen Ifoy-Award. Das im Auftrag eines englischen Baumaschinenherstellers eigens gefertigte Fahrzeug für die Produktionsversorgung erweitert nach Ansicht der Jury nicht nur das Einsatzspektrum von Routenzügen. Vielmehr biete es im Hinblick auf das steigende Durchschnittsalter von Beschäftigten „offensichtliche Vorteile, da die körperliche Leistungsfähigkeit des Operators“ keine Rolle mehr spiele.
Die Geheimnisse wurden im Laufe des Abends Schritt für Schritt gelüftet. Jubelnde Sieger präsentierten stolz und bis weit nach Mitternacht die begehrte Trophäe aus Glas und Metall, die ihrerseits nun in Bielefeld und Hamburg Ehrenplätze erhalten.
Jan Kaulfuhs-Berger
































