2. Logistic Maintenance: Fachtreffen in Bönen

Kosteneffizienz versus Rechtssicherheit? Diese beiden Anforderungen an die Wartung und Instandhaltung automatischer Logistikanlagen schließen sich nicht aus – das zeigte die 2. Logistic Maintenance. Im Mittelpunkt der von der Gießener Telogs GmbH organisierten Fachveranstaltung standen die gesetzlichen Grundlagen der Instandhaltung sowie der Brandschutz im Hochregallager. Nach der Premiere der Logistic Maintenance 2011 bei der BLG in Koblenz war dieses Mal die Pharma Logistik GmbH in Bönen Gastgeber für den fachlichen Erfahrungsaustausch mit rd. 40 Teilnehmern.

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Wesentlich für die Entwicklung eines Instandhaltungsplans, der dem Anlagenbetreiber Rechtssicherheit verschafft, sind die Angaben des jeweiligen Herstellers sowie die beratenden Richtlinien und Verordnungen. Diese Regelwerke gehen allerdings von einer Vollauslastung des Lagers aus – entsprechend hoch ist daher der Aufwand, den die Instandhaltung verursacht. „Bei einer geringeren Beanspruchung der Anlage können die Wartungsintervalle verlängert werden, ohne dass eine Gefährdung eintritt“, erläuterte Stephanie Brodhag, Leiterin Complete Maintenance Service (CMS) bei Telogs, in ihrem Vortrag zum Thema „Rechtssicherheit und maximale Verfügbarkeit im Lager durch professionelle Instandhaltung“. „Ein guter Wartungsplan ist stets individuell und an die Anforderungen bezüglich der Anlagenverfügbarkeit angepasst – das lässt natürlich Spielraum für eine Kostenoptimierung“, so Brodhag.

Dass das Abwägen individueller Risiken auch ein zentraler Aspekt bei der Einhaltung von Brandschutzauflagen im Hochregallager ist, wurde in den Vorträgen von Stephan Neef, Gesellschafter der Logistikberatung Neef GmbH in Hilchenbach, und Günter Kohl, Betriebsingenieur Global Logistics bei der Roche Diagnostics GmbH in Mannheim, deutlich. „Ein Pharmaunternehmen, das zur Versorgung seiner Kunden ein Hochregallager betreibt, hat zum Beispiel in puncto Brandschutz ein anderes Gefahrenpotenzial als eine Gießerei“, unterstrich Neef. In einigen Fällen greifen die Verordnungen allerdings auch zu kurz, wie Kohl in seinem Vortrag herausstellte: So seien beispielsweise laut der Richtlinie VDI 3564 Rauchabzugsanlagen im Hochregallager nicht erforderlich.

Im Brandfall erleichterten diese die Arbeit der Feuerwehr aber erheblich und trügen auf diese Weise zu einer Begrenzung des Schadens bei. Zur eigenen Absicherung sei nicht zuletzt eine lückenlose Dokumentation relevant: Von den Gefährdungsanalysen, Wartungen und Prüfungen über die Schulungen und Unterweisungen bis hin zu Kontrollen und besonderen Ereignissen, wie Fang- und Pufferfahrten, sollte alles festgehalten werden. „Wer schreibt, der bleibt“, so Instandhaltungsexpertin Stephanie Brodhag.

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