1.500-mal in der Produktion: Igus bringt Low-Cost-Automation in die eigene Fabrik

Weniger langweilige Tätigkeiten, schnellere Abläufe und mehr Effizienz: Der Kunststoffspezialist Igus setzt in seiner eigenen Fertigung und Logistik auf umfassende Automatisierung. Über 1.500 Anwendungen wie Cobots, autonome Fahrzeuge und Deltaroboter sind bereits im Einsatz – und es werden täglich mehr. Die Botschaft: Automatisierung muss weder teuer noch kompliziert sein. 

(Bildquelle: Igus)
(Bildquelle: Igus)

Es gibt Jobs, die kaum noch ein Mensch machen möchte. Ein Beispiel: das Entfernen von überflüssigem Kunststoff von Spritzgussbauteilen – tausendfach am Tag. „Es wird zunehmend schwerer, Menschen für solche Routinetätigkeiten zu begeistern. Das ist mehr als verständlich", bestätigt Alexander Mühlens, Leiter Geschäftsbereich Low-Cost-Automation bei igus. „Wir haben deshalb eine Initiative namens ‚No boring jobs' gestartet. Durch die Automatisierung einfacher Tätigkeiten wollen wir Mitarbeiter unterstützen, von monotonen und langweiligen Aufgaben entlasten und Prozesse effizienter gestalten."

Automations-Wissen weitergeben

Was klein anfing, hat mittlerweile Fahrt aufgenommen: Bereits 1.500 Anwendungen in der eigenen Fertigung in Köln hat Igus mit Robotern kostengünstig automatisiert. Für die nächsten zwei Jahre sind weitere 1.000 Robotikanwendungen geplant. „Wir haben unter anderem enorm viel Erfahrung in unserer eigenen Produktion gesammelt und dutzende Anwendungen mit einem Return-on-Invest unter drei Monaten entwickelt und in Betrieb genommen.  Dieses Wissen wollen wir an Kunden weitergeben, die sich bislang von den hohen Kosten und der Komplexität von marktüblichen Automationslösungen abgeschreckt fühlten." Alle Lösungen, die Igus in der Inhouse-Automation einsetzt, können Betriebe nachbauen oder komplett aufgebaut bei sich vor Ort in Betrieb nehmen. Basis dafür ist die Online-Plattform RBTX.de. Hier finden sich über 1.000 Low-Cost-Roboter und Komponenten wie Greifer und Vision-Systeme von über 200 Herstellern, die sich nach dem Baukastenprinzip kombinieren lassen – immer mit Kompatibilitätsgarantie. „Das Motto lautet: Robotik für Jedermann, auch für kleine Betriebe mit geringen Budgets und wenig Automationserfahrung", sagt Mühlens.

Cobot ReBeL: Investitionen in nur acht Wochen amortisiert

Der Gelenkarmroboter ReBeL, ein Cobot aus Hochleistungskunststoff, kostet gerade einmal 4.970 Euro. Das Festlegen von Bewegungen ist dank einer intuitiven Software so leicht wie Computerspielen. Mühlens erklärt: „Der Cobot ist somit ideal geeignet für einfache Pick-and-Place-Aufgaben oder als Montagehilfe – Tätigkeiten, für die große Industrieroboter vollkommen überdimensioniert wären." Dass sich der ReBeL bei diesen ‚boring jobs‘ im Alltag bewährt, beweist Igus in der eigenen Produktion. Dort bohrt der ReBeL jeden Tag tausende Gewinde in Gelenkköpfe und markiert Bauteile in der Extrusion mit einer Tintenstrahl-Druckeinheit an seiner Roboterhand. Er wird nie müde und ist nie gelangweilt. „Der Return-on-Invest (ROI) war bereits nach acht Wochen erreicht“, betont Mühlens.

Autonome Fahrzeuge, Anguss-Picker und Deltaroboter

Ähnliche schnelle ROI erreichen auch die anderen Automationslösungen von Igus. Das beweist zum Beispiel der „ReBeL Move“. Der autonome mobile Roboter auf vier Rädern transportiert in den Werken von Igus bis zu 200 Kilogramm schwere Bauteile. Eingerichtet ist das Fahrzeug innerhalb von 15 Minuten mit einer App. „Die Kosten von rund 30.000 Euro haben sich in knapp acht Monaten amortisiert", erklärt Mühlens. Noch schneller ging es bei Automationslösungen, die an den über 1.000 Spritzgussmaschinen von Igus bei gegossenen Bauteilen die Kunststoff-Angüsse entfernen. „Nach nur sechs Monaten hat sich die Investition refinanziert.“ Ein weiteres Beispiel: Deltaroboter, die Glieder von Energieketten in einen Montageautomaten legen. Hier waren die Kosten von rund 40.000 Euro innerhalb von zehn Monaten ausgeglichen. „All diese Beispiele zeigen: Es ist heutzutage für viele Unternehmen möglich, Routineprozesse mit überschaubarem Budget und wenig Vorerfahrung zuverlässig zu automatisieren und sich damit vom Fachkräftemangel unabhängiger zu machen. Wir unterstützen sie dabei“, so Mühlens.

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