Zum Lager der Zukunft

Neue Plattform führt Daten aus verschiedenen Systemen zusammen

IT-Landschaften in Lager- und Distributionszentren werden immer komplexer. Zahlreiche Anwendungen, von Lagerverwaltungssystemen über Transportsteuerungen bis zu Analyseplattformen, müssen intelligent miteinander interagieren, um Materialflüsse dynamisch zu koordinieren und Engpässe frühzeitig zu erkennen. Mit dem neuen „Dematic Command Center“ präsentiert Dematic eine Softwarelösung, die alle relevanten Daten zentral bündelt und Entscheidungen direkt auf Grundlage von Echtzeitinformationen unterstützt.

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 Bild: Dematic
Bild: Dematic

Ob einzelne Automatisierungslösung oder komplexe Anlage mit mehreren integrierten Systemen: Entscheidend im Lager ist die Transparenz aller relevanten Betriebsdaten. Nur wenn diese zentral zusammengeführt und verständlich aufbereitet sind, lassen sich Prozesse effizient steuern und messbare Mehrwerte schaffen. In vielen Logistikzentren jedoch werden Anlagen, Mitarbeitende und Prozesse noch über isolierte Systeme koordiniert. „In heterogenen IT-Umgebungen sehen wir oft fragmentierte Datenstrukturen, die zu einem hohen administrativen Aufwand führen“, weiß Brett Webster, Leiter Produktmanagement bei Dematic. „Störungen oder Engpässe werden oft erst erkannt, wenn sie den Betrieb bereits beeinträchtigen, sei es durch Anlagenausfälle, verpasste Versandfenster oder nicht eingehaltene Kundenversprechen.“ Das „Dematic Command Center“ ist besonders wertvoll für Unternehmen mit unterschiedlichen Automatisierungslösungen, vom einzelnen Autostore-Subsystem über AGV und AMR bis hin zu komplexen, integrierten Anlagen.

Vom reaktiven zum proaktiven Lager

Das „Dematic Command Center“ vereint Echtzeit-Monitoring, KI-gestützte Entscheidungsunterstützung und operative Analysen in einer zentralen Benutzeroberfläche. Die cloudbasierte Lösung ist sowohl für neue als auch bestehende Dematic-Kunden verfügbar und verbindet sich direkt mit Automatisierungs- und Datenplattformen wie etwa dem Warehouse Management System (WMS) oder dem „Supervisory Control and Data Acquisition“ (SCADA). Dabei konsolidiert sie Informationen aus allen operativen Quellen zu einer einzigen Darstellung.

Vielfältige Bausteine für optimierte Prozesse

So werden fragmentierte Daten in sofort nutzbare Erkenntnisse transformiert, die Mitarbeitenden erlauben, Abläufe proaktiv zu steuern. Anwendende erhalten nicht nur einen umfassenden Überblick über das laufende Betriebsgeschehen, sondern auch detaillierte Einblicke in die Ursachen von Leistungsabweichungen. So schafft die Plattform die Grundlage für schnelle, fundierte und datengetriebene Entscheidungen im Lager. Webster: „Das Command Center bündelt erstmals Lager- und Automatisierungssysteme in einer einzigen, konsistenten Datenebene. So erkennt es Engpässe, Leistungsabfälle und Ungleichgewichte im Materialfluss frühzeitig und verhindert Störungen, bevor sie überhaupt entstehen.“

Mit leistungsstarken Funktionen und speziell entwickelten Modulen ermöglicht das Dematic Command Center eine proaktive Steuerung der gesamten Anlage. Abläufe lassen sich effizient überwachen, gezielt steuern und kontinuierlich optimieren. Auch manuelle Prozesse profitieren: Kommissionierung, Wareneingang und Einlagerung werden durch Echtzeit-Einblicke deutlich einfacher planbar und nachvollziehbar, sodass Mitarbeitende schneller reagieren und Entscheidungen auf Basis verlässlicher Daten treffen können.

Ein zentraler Bestandteil ist dabei das Modul „Operational Visibility“, das Mitarbeitenden über Bildschirme alle für die tägliche Arbeit relevanten Informationen liefert. Dadurch entsteht Transparenz über Bestände, Aufträge und Abläufe, während gleichzeitig tiefgehende Einblicke in Leistungskennzahlen auf unterschiedlichen Ebenen möglich sind. So lassen sich sowohl Anomalien als auch Trends frühzeitig erkennen, die auf Optimierungspotenziale hinweisen.

Echtzeit-Einblicke in Betrieb und Leistung

Ein weiteres Modul visualisiert die Prozessabläufe und macht Materialflüsse zwischen den Betriebsbereichen anschaulich nachvollziehbar. „Mitarbeitende können so Engpässe, Durchsatzprobleme und Auswirkungen auf nachgelagerte Bereiche schnell erkennen, ohne mehrere Systeme zu nutzen oder die Halle zu begehen“, erklärt Webster. Ergänzt wird dies durch die „Automation Visualization“, die Echtzeit-Einblicke in den Anlagenbetrieb liefert. Das verbessert die Abstimmung zwischen Wartung und Betrieb, reduziert Ausfallzeiten und unterstützt schnellere, datenbasierte Entscheidungen.

Zusätzlich überwacht das „Dematic Command Center“ zentrale Betriebskennzahlen und Ereignisse. „Fällt beispielsweise der Durchsatz unter einen bestimmten Schwellenwert, erhalten Mitarbeitende sofort eine Benachrichtigung, sodass Probleme frühzeitig erkannt und behoben werden können“, erklärt Webster. Auch ein KI-gestützter „Dematic Chat Agent“ ist direkt in die Plattform integriert. Er stellt kontextbezogene, systemorientierte Anleitungen bereit, beantwortet Fragen und hilft Anwendenden so dabei, die Anlagen effizienter zu betreiben.

Künstliche Intelligenz eröffnet neue Chancen

Zusätzlich zu den bereits vorhandenen Modulen werden in Zukunft noch mehr KI-basierte Funktionen in die Plattform integriert, um die Prozesse im Lager noch dynamischer und effizienter gestalten zu können. Eine zentrale Rolle spielt dabei die sogenannte Advanced Orchestration. Diese Funktion entscheidet, welche Bestände entnommen oder eingelagert werden und wie sie optimal im Lager positioniert sind. Ziel ist es, Bestände so zu ausbalancieren, dass Engpässe minimiert und reaktive Nachfüllprozesse reduziert werden, während gleichzeitig ausreichend Kapazitäten für kommende Wareneingänge erhalten bleiben. Mithilfe von KI und Machine Learning stellt das System sicher, dass die richtigen Produkte in der passenden Menge am richtigen Ort verfügbar sind, ohne das System zu überfüllen oder die Nachfrage zu gefährden.

Ein weiteres Modul, dessen Veröffentlichung noch in diesem Jahr geplant ist, ist die Szenarienmodellierung auf Basis einer Datensimulation der Anlage. Damit können Unternehmen verschiedene „Was-wäre-wenn“-Szenarien simulieren, beispielsweise Veränderungen beim Personal, Anlagenstillstände oder Nachfragespitzen. „Diese Simulationen erfolgen außerhalb des Live-Betriebs und ermöglichen es, Auswirkungen möglicher Entscheidungen im Voraus zu bewerten. Verantwortliche können so fundierte Entscheidungen treffen und optimieren, ohne den laufenden Betrieb zu stören“, sagt Webster.

Mit dem neuen „Dematic Command Center“ entsteht eine zentrale Steuerungs- und Analyseplattform, die bislang getrennte Datenquellen im Lager erstmals in einer gemeinsamen Sicht zusammenführt. Die Plattform bietet Transparenz über Bestände und Prozesse, visualisiert Abläufe und ermöglicht detaillierte Analysen sowie Auswertungen, um den gesamten Lagerbetrieb zu optimieren. „Damit verändert sich auch die Art und Weise, wie Logistikzentren betrieben werden: Statt erst auf Störungen zu reagieren, können Mitarbeitende Entwicklungen frühzeitig erkennen und Prozesse vorausschauend steuern“, resümiert Webster. Die Kombination aus zentraler Datenbasis, Echtzeitanalysen und KI-gestützter Entscheidungsunterstützung schafft die Grundlage für eine neue Generation intelligenter Lager, mit stabileren Abläufen, höherer Anlagenverfügbarkeit und mehr Handlungsspielraum für die operativen Teams. (jak)

» Das Command Center bündelt erstmals Lager- und Automatisierungssysteme in einer einzigen, konsistenten Datenebene.

Brett Webster, Leiter Produktmanagement, Dematic

Redaktion (allg.)

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Seite 38 bis 39
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