Zukunftsfähige Logistik im Bestand
Brownfield bedeutet, vorhandene Hallen und Areale so umzunutzen, dass sie modernen logistischen Anforderungen entsprechen. Ehemalige Produktionsflächen, Lagerhallen oder Gewerbeimmobilien verfügen häufig über eine solide bauliche Basis. Fundament, Dach, Medienanschlüsse und Verkehrsanbindung sind in vielen Fällen bereits vorhanden. Dadurch lassen sich Investitionskosten spürbar reduzieren und Projekte deutlich schneller realisieren als ein kompletter Neubau.
Gerade für über viele Jahre gewachsene Unternehmen oder bei der Erweiterung des Produktsortiments, eröffnet dieser Ansatz interessante Perspektiven. Bestehende Standorte befinden sich häufig in gewachsenen Gewerbegebieten, Erweiterungsflächen sind begrenzt oder teuer. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Teileverfügbarkeit, Sortimentsbreite und schnelle interne Abläufe. Anstatt neu zu bauen, kann die vorhandene Fläche intelligenter genutzt werden.
Schneller realisieren, flexibel reagieren
Ein wesentlicher Vorteil von Brownfield-Projekten ist der Zeitfaktor. Während Neubauten oft mehrere Jahre von der Planung bis zur Inbetriebnahme benötigen, können Bestandsimmobilien in wesentlich kürzerer Zeit modernisiert und aktiviert werden. In einem Marktumfeld, das von kurzfristigen Anpassungen, saisonalen Schwankungen und wachsender Serviceorientierung geprägt ist, schafft diese Geschwindigkeit einen klaren Wettbewerbsvorteil.
Auch aus ökologischer Sicht überzeugt das Bauen im Bestand. Die Weiternutzung vorhandener Strukturen spart Rohstoffe, reduziert CO2-Emissionen und vermeidet zusätzliche Flächenversiegelung. Unternehmen, die ihre Nachhaltigkeitsziele ernst nehmen und ressourcenschonend wirtschaften wollen, finden in Brownfield-Konzepten eine praktikable Lösung, die Ökonomie und Ökologie verbindet.
Individuelle Planung als Erfolgsfaktor
In der praktischen Umsetzung geht es darum, vorhandene Gebäude gezielt weiterzuentwickeln. Bestehende Hallen lassen sich mit modularen Regalsystemen, mehrgeschossigen Anlagen oder optimierten Kommissionierbereichen ausstatten – exakt abgestimmt auf Warenstruktur, Umschlaghäufigkeit und interne Wege. Auch beengte Grundrisse, Stützenraster oder unterschiedliche Deckenhöhen müssen dabei kein Hindernis sein.
Der Schlüssel liegt in einer individuellen Planung. Jede Immobilie bringt eigene Rahmenbedingungen mit, die analysiert und sinnvoll in das Konzept integriert werden müssen. Flexible Systeme mit variablen Rastermaßen und anpassbaren Höhen ermöglichen es, vorhandene Räume optimal auszunutzen und zusätzliche Kapazitäten zu schaffen, ohne neue Flächen zu erschließen.
Zukunft entsteht im Bestand
Zwei Praxisbeispiele von Schulte Lagertechnik zeigen, wie groß dieses Potenzial sein kann: So entwickelte der Regalhersteller aus dem Sauerland für die Hoppmann Autowelt ein maßgeschneidertes Lagerkonzept aus einer hybriden Fachboden- und Palettenregalanlage mit bis zu drei Geschossen, durch das auf rund 1.500 Quadratmetern Fläche circa 11.000 Lagerplätze realisiert werden konnten – inklusive individueller Farbgestaltung im Corporate Design und integrierter Beleuchtung. Durch die effiziente Nutzung der bestehenden Halle konnte Hoppmann die Lagerkapazität deutlich steigern, den straffen Zeitplan einhalten und sogar einen Neubau vermeiden – bei verkürzter Realisierungszeit und geringeren Investitionskosten im Vergleich zu alternativen Lösungen.
„Mit einem Neubau wäre das Projekt aufgrund der hohen Auflagen des Brandschutzes nicht rentabel gewesen. Durch unsere cleveren Lösungen fernab des Standards konnten wir einen teuren Neubau vermeiden“, so Sascha Lichtenthäler, Verkaufsleiter für Lagerkonzepte bei Schulte.
Ein weiteres Beispiel liefert der Fenster- und Türenbauer FeBa Fensterbau: Schulte entwickelte hier ein individuell angepasstes Wabenregal zur Lagerung langer Bauteile wie Fensterkomponenten – exakt zugeschnitten auf die bestehenden räumlichen Gegebenheiten und umgesetzt im laufenden Betrieb. Die Lösung kombiniert Wabenregale mit integrierten Garagen für Transportwagen sowie einer aufgesetzten, begehbaren Ebene zur zusätzlichen Palettenlagerung. Dabei wurden rund 90 Prozent Standardkomponenten eingesetzt und gezielt mit kundenspezifischen Bauteilen ergänzt.
Das Ergebnis: maximale Flächennutzung und ein spürbarer Effizienzgewinn im Tagesgeschäft. „Daran hätte sonst keiner gedacht: Garage für Transportwagen und Seiten-Paneele zur Durchschubsicherung von langen Leisten. Ein Neubau allein hätte das Problem nicht gelöst“, erklärt Lichtenthäler. (ck)
Eine Information der Gebrüder Schulte GmbH & Co. KG
Firmenprofil siehe Seite 63
Redaktion (allg.)
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