Langjährige Erfahrung überzeugt
Die Kronospan GmbH ist ein global führender Hersteller von Holzwerkstoffprodukten – insbesondere von Spanplatten, MDF-Platten und Laminatböden. Das Unternehmen wurde 1897 im österreichischen Lungötz bei Salzburg gegründet und befindet sich seitdem im Besitz der Familie Kaindl. Heute produziert Kronospan weltweit an 41 Standorten und ist in vielen weiteren Ländern vertreten.
In Lampertswalde fertigt die Kronospan GmbH hauptsächlich Bodenbeläge wie zum Beispiel Laminatböden oder Paneele aus Holz und Holzwerkstoffen. Die Produkte zeichnen sich durch ihre Nachhaltigkeit aus, da das Unternehmen Wert auf umweltfreundliche Herstellungsverfahren legt. Es bietet beispielsweise zertifizierte Produkte, die mit dem Blauen Engel ausgezeichnet sind. Boden- und Wandbeläge aus Lampertswalde werden weltweit vertrieben und sind sowohl im gewerblichen als auch im privaten Bereich gefragt.
Intralogistik-Lösung für mehr Effizienz und stark wachsendes Onlinegeschäft
Der Vertrieb erfolgt entweder über die bekannten Baumarktketten oder über den Onlinehandel. „In den vergangenen Jahren sind unsere Umsätze auch durch den stark wachsenden Onlinemarkt enorm gestiegen. Dies führte dazu, dass Lager und Produktion am Standort Lampertswalde aus allen Nähten zu platzen drohten. Wir mussten den vorhandenen Platz optimieren und haben entschieden, dass wir das bestehende Blocklager durch ein neues und deutlich effizienteres Paletten-Hochregallager ersetzen“, beschreibt Stephan Walther die Ausgangssituation. Dabei, so der Projektleiter bei Kronospan, sollte vor allem die Verfügbarkeit auf sehr hohem Niveau gehalten werden, da durch die Spiegelung der Fördertechnik verteilt auf vier Ebenen eine hohe Ausfallsicherheit gewährleistet ist. „Heute haben wir in der Vorzone in der Mitte unserer beiden Lager volle Redundanz. Baulich wurde auch eine spätere Anbindung des auf der anderen Seite der Bundesstraße geplanten Logistikzentrums durch die mittig ausgerichtete Fördertechnik vorgesehen und ist problemlos möglich.“
Innovatives und technisch ausgereiftes SITLog-Konzept überzeugte
Für das wegweisende Projekt haben sich viele Unternehmen aus der Intralogistikbranche interessiert. Letztendlich hat sich der Holzspezialist für den Systemintegrator SITLog aus Altenstadt an der Waldnaab entschieden. Stephan Walther: „SITLog konnte uns durch ein technisch ausgereiftes und innovatives Konzept mit einem dennoch sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugen. Zu diesem Konzept zählt auch die Umsetzung eines palettenfreien Transports der OSB-Platten im Shuttlelager. Dies konnte durch die von SITLog entwickelte kundenspezifische Sonderkonstruktion eines OSB-Wenders erreicht werden. Auch die jahrzehntelange Erfahrung von SITLog in den Bereichen Steuerung und Software hat uns überzeugt und den Ausschlag für unsere Entscheidung gegeben.“ Dass Auftraggeber und Auftragnehmer inhabergeführte Familienunternehmen sind, hat sich ebenso positiv auf die Vergabeentscheidung ausgewirkt. „SITLog beschäftigt aktuell 130 Mitarbeiter und feierte in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. 2024 erhielt der Betrieb die Auszeichnung „Bayerns Best 50“. Damit würdigt das Bayerische Wirtschaftsministerium alljährlich besonders wachstumsstarke Mittelstandsunternehmen.
24/7-Betrieb für 300 Ein- und Auslagerungen pro Stunde
Im Juli 2021 kam es zur Auftragsvergabe. Die Coronapandemie verursachte zu dieser Zeit einen starken Anstieg der Stahlpreise. Um für beide Seiten eine kalkulierbare Lösung zu finden wurde eine Preisgleitklausel vereinbart. Der Montagebeginn für die Intralogistikeinrichtungen erfolgte Mitte 2022. Hinzu kamen im weiteren Verlauf Engpässe bei der Materialbeschaffung.
Die massive Störung der weltweiten Lieferketten wurde durch die Nachwirkungen der Pandemie sowie den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine ausgelöst. Ein aktives und permanentes Krisenmanagement sowie vorausschauendes Bestellwesen stellten dennoch eine termingerechte Abnahme des Großprojektes Ende 2023 sicher. Heute werden im ca. 144 × 49 × 40 Meter großen Hochregallager mit sechsgassigem Palettenlager für Standardpaletten und dreigassigem Kanallager für Langgutpaletten Fertigwaren bevorratet und auftragsbezogen zum Versand bereitgestellt. Dafür stehen 34.500 Stellplätze für Paletten sowie 13.100 Stellplätze für Langgut zur Verfügung. Sechs Regalbediengeräte mit doppeltiefem Lastaufnahmemittel (LAM) sowie drei Regalbediengeräte mit zwei kabellosen, durch die SITLog-Steuerung synchronisierte Palettenshuttles, die je nach Palettengröße einzeln oder parallel im Einsatz sind, leisten im 24/7-Betrieb insgesamt mehr als 300 Ein- und Auslagerungen pro Stunde. Die Anbindung an die Produktion erfolgt über zwei Doppel-Querverschiebewagen. Eine Förderbrücke mit vier Senkrechtförderern dient zur Anbindung an das HRL und je ein weiterer Querverschiebewagen auf jeder der vier Lagerebenen zur Übergabe der Waren an die Fördertechnik des Paletten- beziehungsweise Langgutlagers.
Technik aus einer Hand: Warehouse-Management-System an Bestandssystem gekoppelt
SITLog hat als Generalunternehmer die komplette Mechanik inklusive der installierten Regelbediengeräte, die Fördertechnik mit FSA-Toren, den tragenden Stahlbau – inklusive Dach und Wand – realisiert und das „SITLog WMC“ (Warehouse Management Control) mit integriertem „SITLog MFC“ (Material Flow Control) implementiert. Das Lagerverwaltungssystem WMC steuert und kontrolliert sämtliche Lagerprozesse, während der Materialflussrechner MFC alle Transporteinheiten unter Berücksichtigung von Kapazitäten, Ressourcen und Anlagenzuständen verwaltet und steuert. „Wir haben ein komplett neues Lagerverwaltungssystem an das Bestandssystem mit Produktionsanbindung gekoppelt. Dabei hat SITLog für die Integration des vorgelagerten wie auch für das nachgelagerte Bestandssystem eine sehr gute Softwarelösung gefunden“, lobt Stephan Walther. Zudem gebe die übersichtliche Anlagenvisualisierung jederzeit Auskunft über den aktuellen Zustand der Anlage. „Dies unterstützt uns, eine hohe Verfügbarkeit aufrecht halten zu können.“
Fazit
Die komplette Anlage funktioniert problemlos, wie der Logistikspezialist Walther bestätigt: „Alle Leistungsdaten und Werte werden vollumfänglich erreicht – die Anlage läuft nahezu störungsfrei. Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis eines doch sehr anspruchsvollen Projekts, mit dem wir als Kronospan ein deutliches Zeichen in der Branche setzen konnten. Diesen Erfolg verdanken wir auch dem Expertenteam von SITLog, das sehr gute Arbeit termingerecht geliefert hat“. Bei Kronospan werde jetzt darüber nachgedacht, das Logistikkonzept aus Lampertswalde auch auf andere Werke des globalen Holzwerkstoffherstellers auszuweiten. (ck)
Eine Information von SITLog


Je zwei Shuttles auf dem Regalbediengerät verfahren das Ladegut im Langgutkanallager mit 13.100 Stellplätzen, drei RBG und sechs Paletten-Shuttle. Bild: SITLog


Bild: SITLog
» In dem Projekt wurden alle Leistungs-daten und Werte vollumfänglich erreicht. Die Anlage läuft nahezu störungsfrei. Diesen Erfolg verdanken wir auch dem Expertenteam von SITLog, welches sehr gute Arbeit termingerecht geliefert hat.
Redaktion (allg.)
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