Effizient vereint

Optimierte Lagerstrategie für Logistik und Produktion

Der Spezialist für elektrotechnische Lösungen Jäger Direkt hat in seiner Elektrofabrik in Heppenheim sein volles Vertrauen in die Implementierung der Warehouse-Management-Software „SuPCIS-L8“ gesetzt. Der Lagerkomplex am Standort Heppenheim vereint seit der Eröffnung im Sommer 2016 die Bereiche Logistik und Produktion. Auf diese Weise kann das Unternehmen nun noch schneller auf Kundenwünsche reagieren.

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Das Unternehmen Jäger Direkt hat in seiner Elektrofabrik in Heppenheim die Bereiche Logistik und Produktion in einem Lagerkomplex vereint. Bild: S&P
Das Unternehmen Jäger Direkt hat in seiner Elektrofabrik in Heppenheim die Bereiche Logistik und Produktion in einem Lagerkomplex vereint. Bild: S&P

„Auf der Suche nach einem geeigneten Projektpartner stand für uns schnell fest, dass wir uns für die S&P Computersysteme GmbH und das flexible ‚WMS SuPCIS-L8‘ entscheiden“, sagt Jochen Schirmer, Logistikleiter bei Jäger Direkt. Bei der Konzeption und Realisierung der Anlage hat Jäger Direkt sein Vertrauen zudem in das Planungsbüro Maier Intraplan GmbH gesetzt.

Die Steuerung und Verwaltung sämtlicher logistischer Abläufe übernimmt die Lagerverwaltungssoftware „SuPCIS-L8“ und ermöglicht die Integration zu dem ERP-System „Microsoft Dynamics NAV“, so dass Informationen zum Auftragsfortschritt und zur aktuellen Bestandssituation in Echtzeit zur Verfügung stehen. Durch die nahtlose Interaktion des „SuPCIS-L8“-WMS und MFC mit den Anlagensteuerungen der Gebhardt Fördertechnik GmbH profitiert der Elektrogroßhändler von einem maßgeschneiderten und effizienten Materialfluss im Lager. Der verantwortliche Projektleiter Gerd Müller (Senior Projektleiter, S&P Computersysteme GmbH) führt weiter aus: „Dadurch, dass es sich um einen Neubau handelt, war es, wie man so schön sagt, eine Planung ‚auf der grünen Wiese‘. In partnerschaftlicher Zusammenarbeit konnten wir so bestmöglich auf die individuellen Anforderungen von Logistik und Produktion eingehen und die logistischen Abläufe neu planen.“

Transparente Logistikprozesse

Über den Wareneingangsbereich treffen die zahlreichen Lieferungen, wie die Fertigwaren aus der Produktion, externe Lieferantenbestellungen und Kundenrücklieferungen ein, werden dort von den Mitarbeitern vereinzelt und es wird entschieden, in welchen Lagerbereich die Ware eingelagert werden soll. Die Übertragung von eingehenden Bestellungen bzw. Auftragsdaten an das LVS erfolgt permanent. Kundenbestellungen werden im ERP erfasst und ohne Verfügbarkeitsprüfung in Form eines Kommissionierscheins an das LVS übermittelt und dort als Entnahmeauftrag angelegt.

Für die Kommissionierung der Ware werden bei Jäger Behälter, Paletten und Kartons eingesetzt. Im Fachbodenlager wird wegeoptimiert in Behälter und unter Einsatz von Kommissionierwagen kommissioniert. Nach Beendigung des Sammelgangs werden die Behälter auf der Fördertechnik abgegeben. Sofern weitere Entnahmen für den jeweiligen Auftrag offen sind, wird ein weiterer Transportauftrag mit den restlichen anzufahrenden Ziel-Stationen im Kommissionierkreisel erstellt. Dabei entscheidet die Software, an welcher Ziel-Station als nächstes ausgeschleust werden kann. Wurde der Behälter abgeschlossen, wird entweder ein Transport der Behälter in den Warenausgangspuffer oder direkt zu einem der zehn Packplätze generiert. Im Palettenlager erfolgt die Kommissionierung für Stückgut. Die Bereitstellung der Ware wird hier im Stückgutversand vorgenommen und auftragsbezogen auf einem Lagerplatz im Versandbereich für bereitgestellt.

Reibungslose Produktions-Abläufe

Für eine effiziente Logistikstrategie wurde am Standort in Heppenheim auch die eigene Produktion der Werk28 GmbH, einem Tochterunternehmen von Jäger Direkt, in den logistischen Prozess integriert. Hier werden neben der Lagerware auch die kundenbezogenen Produkte produziert. Um eine bestmögliche Versorgung zu erreichen, wird die Materialbereitstellung für die Produktion durch das WMS „SuPCIS-L8“ unterstützt. Der Informationsaustausch erfolgt auch über die Schnittstelle zwischen dem WMS und dem ERP-System und schafft damit einen transparenten und aktuellen Überblick über die Bestandssituation im Lager und der Produktion.

Bevor das Produktionsmaterial weiterverarbeitet werden kann, wird es im Wareneingang vereinnahmt und als Bestand im Lager gepuffert sowie datentechnisch im WMS hinterlegt. Benötigt die Produktion Material, wird die Materialbereitstellung aus dem Lager über einen Fertigungsauftrag aus dem ERP-System angestoßen. Die benötigte Ware wird nach Terminierung und Reihenfolgebildung durch das Lagerverwaltungssystem „SuPCIS-L8“ reserviert, durch die Mitarbeiter kommissioniert und an den Produktionsarbeitsplätzen bereitgestellt. Die aus der Produktion stammende Ware wird anschließend über ein Avis im WMS aufgenommen. Je nachdem, ob es sich um kundenbezogene Ware handelt oder eine größere Menge an Lagerware produziert wurde, wird die Ware im Lager entsprechend weiterverarbeitet.

Dashboards und Cockpits auf Großbildschirmen in den Lager- und Produktionsbereichen helfen die Menschen in die weitgehend digitalisierten und automatisierten Vorgänge zu integrieren.

Durch die Flexibilität, Skalierbarkeit und verfügbaren Schnittstellen der Warehouse-Management-Software von der S&P Computersysteme GmbH verfügt Jäger Direkt insgesamt auch zukünftig über die Möglichkeit, seine Lagerlogistik weiterauszubauen und auf Kundenwünsche bestmöglich reagieren zu können. (ck)

Redaktion (allg.)

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Effizient vereint
Seite 53
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