Für die Zukunft gerüstet

Für die Zukunft gerüstet

Schlüssiges Umbaukonzept sichert Hochregallagersanierung

Vorwerk, Spezialist für die Herstellung und den Direktvertrieb hochwertiger Haushaltsgeräte, setzt die Kooperation mit dem Systemintegrator Sitlog fort. Jüngster Meilenstein der langjährig währenden Projektpartnerschaft ist die erfolgreich abgeschlossene Modernisierung eines weiteren bestehenden Hochregallagers am Produktionsstandort Wuppertal. Die sukzessiven Umbauarbeiten an den vier Regalbediengeräten starteten zu Beginn der zweiten Märzwoche 2020 und mussten aufgrund der Corona-Beschränkungen kurz unterbrochen werden. Mit geringer Verzögerung wurden sie aber erfolgreich umgesetzt.

1. Das viergassige, modernisierte HRL mit 3.800 Stellplätzen (Quelle: Sitlog)
5. Notwendig: neue Motoren und Getriebe für die über 30 Jahre alten Regalbediengeräte. (Quelle: Sitlog)
45. S7 basierende neue SPS-Software von Sitlog gibt nun den Ton für weitere 10 Jahre an. (Quelle: Sitlog)

Seit mehr als 130 Jahren steht der Name „Vorwerk“ für Kontinuität bei gleichzeitiger Bereitschaft zum Wandel. 1883 als Teppichfabrik in Wuppertal gegründet, hat sich das nach wie vor in Familienhand befindliche Unternehmen zu einer breit aufgestellten, internationalen Firmengruppe entwickelt. Kerngeschäft ist die Produktion und der Vertrieb hochwertiger Produkte und Dienstleistungen. Und wer kennt sie nicht – die Thermomix- Küchenmaschine, den Kobold-Staubsauger oder das Temial-Teegerät? Angeboten werden zudem Kosmetika der Marke „Jafra“, aber auch Teppiche und Bodenbeläge (Vorwerk Flooring). Mehr als 611.000 Menschen sind weltweit für Vorwerk tätig, darunter knapp 600.000 selbständige Berater, die 2019 einen Umsatz von 2,9 Milliarden Euro generiert haben.

Voraussetzung für Serienfertiger: uneingeschränkte Produktivität

Am historisch gewachsenen Hauptsitz im Bergischen Land betreiben die Vorwerk Elektrowerke mehrere Lager mit direkter Produktionsanbindung. Hier ist 2019 bereits ein neues Motorenwerk samt integriertem dreigassigen Hochregallager entstanden und in die am Standort vorhandene Infrastruktur eingefügt worden. Die Planung und Umsetzung des vollautomatisch arbeitenden Produktionsversorgungssystems erfolgte unter Federführung des Generalunternehmers Sitlog, der bereits mehrere unter Optimierungsaspekten initiierte Intralogistik-Projekte für die Vorwerk Elektrowerke erfolgreich abgewickelt hat.

Mit der Modernisierung eines viergassigen Hochregallagers (HRL) mit 3.800 Paletten-Stellplätzen wurde 2020 ein weiteres Kapitel der Zusammenarbeit eingeläutet. Die Aufgabe des HRL besteht darin, mehreren Produktionslinien für Handstaubsauger und Vorsatzgeräte, wie etwa Elektroteppichbürsten, die benötigten Materialien und Baugruppen zuzuführen. Nach einer Betriebsdauer von mehr als 30 Jahren setzen die Vorwerk Elektrowerke auch in diesem Bereich auf eine Modernisierung.

„Die Antriebe sowie die Regelungstechnik waren veraltet und die Komponenten vom Ausfall bedroht – und als Serienfertiger haben wir besonders hohe Ansprüche an unsere Fertigung“, umschreibt Martin Papa dos Santos, Gruppenleiter Materialmanagement, den Status quo vor dem Retrofit. Daher war es erklärtes Ziel des Projekts, die Verfügbarkeit des Hochregallagers für die Zukunft zu sichern und auf diese Weise weiterhin die gewohnte Vorwerk Qualität zu gewährleisten.

Anlage während des Umbaus zu 75 Prozent befüllt

Die Wahl des Realisierungspartners kommentiert Martin Papa dos Santos mit den Worten: „Sitlog ist Bestandslieferant und hat schon einige Projekte für die Vorwerk Elektrowerke in der Intralogistik sehr gut realisiert. Der Mannschaft war die Anlage in unserer Halle bereits bekannt, der Systemanbieter konnte wie gewohnt alles aus einer Hand anbieten und überzeugte erneut durch ein ausgeklügeltes Umbaukonzept sowie ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis.“ Speziell das Umbaukonzept war nahezu essentiell, denn eine zentrale Prämisse war, die Ver- und Entsorgung der Produktion während der durchzuführenden Maßnahmen aufrechtzuerhalten.

„Um dies gewährleisten zu können, haben wir entschieden, die Regalbediengeräte Schritt für Schritt dem erforderlichen Retrofit zu unterziehen“, sagt Sitlog-Projektverantwortlicher Ludwig Stein. „Dies hatte auch den Vorteil, dass stets nur die gerade umzubauende Gasse geleert werden musste, die restlichen drei jedoch weiter in uneingeschränkter Produktivität zur Verfügung standen.“

Wenngleich sich die Überlegungen anfänglich darauf konzentrierten, allein die Antriebstechnik zu modernisieren, wurde nach tiefgreifender Analyse schnell klar, dass – wie es bei Retrofitvorhaben nicht selten der Fall ist – weitere Komponenten der Regalbediengeräte zu erneuern waren. Dazu zählten unter anderem Fahr- und Hubwerksgetriebe, Getriebemotoren für die Teleskoptische, die mitfahrenden Schaltschränke, Ein- und Rückspeiseeinheiten sowie Weg-Messsysteme für die Hubwerke und Signalgeber für die Durchschubkontrolle.

Sukzessive Retrofits mit kurzzeitigem Stillstand

Am 9. März 2020 wurde mit den Arbeiten begonnen, indem zunächst die veraltete Steuerungstechnik abgelöst und abgenutzte Bauteile ersetzt wurden. Weiterhin funktionsfähige Komponenten verblieben in der Anlage. Es wurde also nur das tatsächlich Erforderliche ausgetauscht. Vereinfachend und beschleunigend sowie unter Qualitätsaspekten relevant wirkte sich die von Sitlog angewandte Standardmethodik aus. Im Rahmen dessen wurde die auf S7 basierende neue SPS-Software am Unternehmenssitz in Altenstadt an der Waldnaab Vorabtests unterzogen. Es folgte deren Kopplung an das übergeordnete Rechnersystem unter Beibehaltung der vorhandenen Schnittstellen. Die Inbetriebnahme und der Produktivstart des ersten aufgerüsteten Regalbediengeräts konnten bereits am 19. März 2020 erfolgreich abgeschlossen werden. Während des Anlaufbetriebs wurde das Bedien- und Wartungspersonal von Vorwerk im Stand-by-Modus über einen Tag auf die neuen Anlagenspezifika geschult.

Kurz darauf traten die coronabedingten, bundesweiten Reisebeschränkungen in Kraft. Die Arbeiten mussten abrupt eingestellt werden, doch die Unterbrechung währte nur kurz. „Dank der vorbereitenden Maßnahmen und angesichts des Fakts, dass die aufgrund von Covid-19 gebotenen Abstandsregelungen sowie weitere Sicherheitsvorkehrungen hier in Wuppertal ohne Abstriche eingehalten werden konnten, stand einer Wiederaufnahme der Arbeiten nach vier Wochen nichts mehr im Wege“, berichtet Martin Papa dos Santos.

Als großer Vorteil erwies sich daher auch das durchdachte Umbaukonzept, da während der Projektpause alle RBGs produktiv eingesetzt werden konnten.

Für weitere zehn Jahre auf der sicheren Seite

Die drei verbliebenen Regalbediengeräte – beginnend am 21. April 2020 – sind anschließend ebenfalls sukzessive modernisiert worden. Die Produktivsetzung des vierten und letzten Geräts fand am 3. Juni 2020 statt. Dem vorangegangenen Umbau lag auch hier das Prinzip zugrunde, ausschließlich die betroffene Gasse zu leeren, sodass die Versorgung der Produktionslinien für die an Kunden in aller Welt adressierten Handstaubsauger und Vorsatzgeräte der Marke Vorwerk kontinuierlich gewährleistet war. „Es ist beachtlich, dass sich trotz der Corona-Thematik nur eine terminliche Verzögerung von vier Wochen ergeben hat“, merkt der Gruppenleiter Materialmanagement der Vorwerk Elektrowerke in Wuppertal an.

„Unser Ziel war, in einem überschaubaren Zeitfenster die Nutzbarkeit des Lagers für weitere zehn Jahre sicherzustellen, und genau das haben wir trotz gewisser Herausforderungen gemeinsam mit dem Team von Sitlog erreicht“, so Martin Papa dos Santos weiter. Das Projekt sei in gewohnt partnerschaftlicher Kooperation mit den Beteiligten abgewickelt worden. Explizit eingeschlossen sind die Mitarbeiter des Logistikdienstleisters Fiege, der das Lager im Auftrag der Vorwerk Elektrowerke betreibt. Auch diese haben flexibel und engagiert zum Gelingen des Modernisierungsvorhabens beigetragen, das einen offenen, kollegial organisierten Kommunikationsfluss einforderte. Kunden, die sich auf ihren neuen Handstaubsauger made by Vorwerk freuen, können also auch weiterhin auf die von Vorwerk gewohnte Qualität und Lieferung vertrauen. (jak)

Eine Information der Sitlog GmbH, Altenstadt an der Waldnaab

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