Effizient verknüpft

Effizient verknüpft

Automatisierter Palettentransport 
über mehrere Etagen hinweg

Um den Zeit-, Personal- und Logistikaufwand für seinen innerbetrieblichen Palettentransport zu optimieren, entschied sich die ARI Armaturen Albert Richter GmbH & Co. KG dafür, zu automatisieren. Durch die Installation eines neuen Vertikalförderers gelang es, den vorhandenen Lastenaufzug zu entlasten, die Produktionsebenen zu verknüpfen und neue Pufferkapazitäten zu generieren.

1. Der im vorhandenen Schacht installierte Vertikalförderer dient als Entlastung des  Lastenaufzugs. (Quelle: Haro)
2. Die Aufgabe und Abnahme an den Rollenbahnen können stirnseitig und längsseitig erfolgen. (Quelle: Haro)
3. Die Montage des Vertikalförderer erfolgte über eine kleine Öffnung im Dach und wurde binnen weniger Stunden durchgeführt

Tür auf, Paletten rein, Tür zu und der Lastenaufzug fährt nach oben. Im vorgesehenen Geschoss angekommen, ereignet sich selbiges Spiel noch einmal: Ein Mitarbeiter öffnet die Türen, entnimmt die Paletten, schließt die Türen und gibt dem Aufzug das Kommando, wieder nach unten zu fahren. Das kostet nicht nur jede Menge Zeit, sondern verursacht auch einen hohen Personal- und Logistikaufwand. Dass es Abläufe wie diese, insbesondere auf langfristige Sicht, zu rationalisieren gilt, wenn Unternehmen wachsenden Produktionsansprüchen gerecht werden möchten, stellte der familiengeführte Hersteller von Schwerarmaturen mit regionalen Wurzeln in Ostwestfalen-Lippe, ARI-Armaturen Albert Richter GmbH & Co. KG, vor einer Weile fest und wandte sich an den Rüthener Fördertechnikhersteller Haro Anlagen- und Fördertechnik. Ziel des Projektes sollte es nicht nur sein, einen vorhandenen Lastenaufzug zu entlasten, auch die verschiedenen, auf mehreren Etagen angesiedelten Fertigungsbereiche, sollten effizient miteinander verknüpft werden.

Langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit überzeugt

Im Jahre 1950 wurde durch Albert Richter der Grundbaustein für den heute international erfolgreichen Hersteller von Armaturen zum Regeln, Absperren, Sichern und Ableiten von flüssigen und gasförmigen Medien gelegt. Während das inhabergeführte Unternehmen seinen Produktionsschwerpunkt in den ersten Jahren vor allem auf Durchgangs- und Absperrarmaturen legte, entwickelte sich das Fertigungsportfolio in den darauffolgenden Jahren stetig weiter. Neben zahlreichen Produkten für die Industrie, die Chemie, den Schiffsbau oder die Gebäudetechnik wurden auch neue Standorte auf internationalem Terrain in der ARI-Gruppe aufgebaut. Heute besteht das Unternehmen aus vier Produktionsstandorten, 14 Niederlassungen und ist auf nahezu allen Kontinenten vertreten. Kunden aus über 60 Ländern verlassen sich auf die Kompetenz der rund 1.000 Mitarbeiter und dem Label für die über 20.000 Produkte „Qualität made in Germany“.

Qualität aus Deutschland - diesem Grundsatz folgt auch die Rüthener Haro-Gruppe seit über 60 Jahren und überzeugte das Familienunternehmen nach einer ersten erfolgreichen Zusammenarbeit im Jahre 2013 bereits zum zweiten Mal mit einem ganzheitlichen Konzept. „Der langjährige Kontakt, die positiven Erfahrungen sowie die räumliche Nähe zwischen den Firmenzentralen waren für uns als Projektverantwortliche ausschlaggebend, dass wir uns erneut an Haro wandten“, heißt es von Christian Henkenjohann, dem Leiter der Logistik im Hause ARI.

In gemeinschaftlicher Zusammenarbeit entwickelten die Projekt- und Konstruktionsleiter der HaRo-Gruppe mit dem künftigen Anwender eine ganzheitliche Förderanlage, bestehend aus Senkrechtförderer, angetriebenen Rollenbahnen und entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen. „Das Besondere an diesem Projekt war, dass die Bearbeitung der Produkte bei ARI auf insgesamt drei Ebenen verteilt ist. Diese Ebenen mussten für einen effizienten und daher automatisierten Materialfluss miteinander verknüpft werden“, so Thorsten Koopmann als Projektleiter seitens HaRo. Zwar war bei ARI-Armaturen bis dato bereits ein Lastenaufzug im Einsatz, der aufgrund des hohen Personalaufwands und fehlenden Puffermöglichkeiten jedoch verhältnismäßig kostenintensiv war und mit dem steigenden Transportaufkommen durch einen automatischen Senkrechtförderer ergänzt werden konnte. Schließlich ist die ARI-Gruppe, um die Produktion ihrer 20.000 Produkte in über 200.000 Ausführungen gewährleisten zu können, im Zwei-Schicht-Betrieb tätig.

Schlanker Vertikalförderer plus Palettenstraße

„Die örtlichen Begebenheiten, darunter etwa ein vorhandener Schacht, ließen eine schlanke Vertikalförderer-Lösung zu“, erklärt Thorsten Koopmann im Hinblick auf den neuen Senkrechtförderer, der seit Mitte 2019 die Hauptlast des innerbetrieblichen Materialflusses im Hause Armaturen trägt. In Kombination mit einer Palettenstraße. bestehend aus angetriebenen Haro-Rollenbahnen, können Euro- und Sonderpaletten mit Überlängen ebenso automatisiert und zuverlässig zwischen den Etagen transportiert werden, wie Gitterboxen. Mit einer Taktleistung von 960 Paletten am Tag und über 250.000 Paletten im Jahr konnte den wachsenden Produktionsanforderungen des Armaturen-Herstellers damit gerecht werden. Zusätzlich bieten der neue Vertikalförderer sowie die doppelstöckig angeordneten Rollenbahnen großzügige Puffermöglichkeiten, die zuvor aufgrund der benötigten Staplerwege zum Lastenaufzug nicht gegeben waren.

Um auch den Brandschutz zwischen den Etagen gewährleisten zu können, wurden im Erd- und ersten Obergeschoss Brandschutztore installiert und durch Haro steuerungstechnisch in das Konzept der Förderanlage integriert. Konturenkontrollen an den Rollenbahnen sorgen zusätzlich dafür, dass die zulässigen Abmessungen der Fördergüter beim Einfahren in den neuen Lift nicht überschritten werden und Beschädigungen am Vertikalförderer oder an den Brandschutztoren und damit einhergehenden Unterbrechungen im Materialfluss gänzlich ausgeschlossen werden können. „Eine weitere Besonderheit ist die Motorposition im Vertikalförderer: Normalerweise werden die Motoren oben außen angebracht, angesichts des engen baulichen Raumes, der bei ARI-Armaturen zur Verfügung stand, haben wir den Motor unten im Innenraum angebracht“, weiß Thorsten Koopmann.

Installation per Kran

Ebenso besonders, wie die Anlage selber ist, war auch die Installation des Palettenliftes an seinem neuen Bestimmungsort in Schloß Holte-Stukenbrock: So wurde dieser mithilfe eines Krans durch die geöffnete Dachhaut unmittelbar in den Schacht der Produktionshalle eingesetzt, sodass einer aufwendigen Montage von Einzelmodulen erfolgreich umgangen werden konnte.

Auch für solch außergewöhnliche Anforderungen bietet die Haro-Gruppe aus dem sauerländischen Rüthen stets individuelle Logistik- und Materialflusslösungen an. Von der Planung bis hin zur Installation bietet das Unternehmen einen umfangreichen Service aus einer Hand an. (ck)

Eine Information der HaRo Anlagen- und Fördertechnik GmbH, Rüthen

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