Automation in einer neuen Dimension

Automation in einer neuen Dimension

Gartenbau- und Maschinenexperte Nobels BV setzt auf modulares Automationskonzept

Die Garten- und Agrarbranche hat in der jüngsten Vergangenheit einen großen Boom erlebt. Die Nobels Group, bestehend aus den Unternehmen Nobels, Javo, Agro Techniek und Javo International, gehört zu den weltweit innovativsten Anbietern von Automationslösungen für Landwirtschaft, Gartenbau und Industrie. Nobels BV fungiert in diesem Zusammenschluss als Maschinenentwicklungs- und -produktionsstandort. Im Zuge des Neubaus und der Neuausrichtung seiner Produktionshalle entschied sich das Unternehmen, seine Laseranlagen mithilfe von modularen Systemen zu automatisieren.

123. Mit der „Flex-Familie“ gelingt es Nobels, seine Produktivität zu erhöhen. Die Flexibilität und Anbieterunabhängigkeit der Anlage ermöglicht ein zukunftssicheres Materialflusssystem. (Quelle: Remmert)

Das in den Niederlanden ansässige und international agierende Unternehmen Nobels BV hat sich auf die Produktion von Maschinen für die Landwirtschaft und den Gartenbau spezialisiert. Hierzu gehören sowohl Klein- als auch Großserien. Die gesamte, teils sehr kundenspezifische Konstruktion und Entwicklung erfolgt dabei im Geschäftssitz in Noordwijkerhout, Provinz Südholland. 1955 begann Arnold van Nobelen hier mit der Entwicklung einer Sortiermaschine. Drei Jahre später stellte Nobels die ersten Prototypen einer Ernte- und Pflanzmaschine her, die 1958 in den Handel kamen. Heute ist Nobels fokussiert auf die Forschung, Entwicklung und Herstellung von Topfmaschinen, Tray-Automation, Erd- und Robotersysteme. Um noch besser auf Markt- und Kundenanforderungen reagieren zu können, erweitert das Unternehmen sein Portfolio und den Produktionsstandort kontinuierlich. Dies geht einher mit einer Modernisierung und Automation der Maschinen und Fabriken. Schnelle und effiziente Prozesse sind hierbei unerlässlich. In diesem Zusammenhang stellen Laseranlagen eine besondere Herausforderung hinsichtlich ihrer Automation dar. „Wir haben mittlerweile 30 Jahre Erfahrung auf dem Gebiet des Laserschneidens. Daher wussten wir genau, was wir uns diesbezüglich vorstellten und wünschten“, berichtet Ber van Nobelen, Geschäftsinhaber der Nobels Group.

Ganzheitliches System aus Modulen der Flex-Familie

Oberste Zielvorgabe des Projektes bei Nobels war es, die Produktivität zu erhöhen und den Materialfluss zu optimieren. Um dies zu erreichen, wollte das Unternehmen die Nachtschicht in der neuen Halle durcharbeiten können, ohne dabei die Auslastung des schnellen Fiberlasers zu verringern. Hierfür integrierte der Maschinenexperte neben einem „Basic Tower“, der als Rohblechlager fungiert, den „Laserflex“ von Remmert als Automationslösung im Zusammenspiel mit dem Gurtbandförderer „Loopflex“ in den Prozess und setzte einen zweiten „Basic Tower“ als Fertigteileturm ein. Der erste „Basic Tower“ dient mit seinen 85 Plätzen als Lagerturm für Rohbleche im Format 3015; der zweite Tower bietet 43 Plätze. Das System aus „Laserflex“ und „Loopflex“ ermöglicht eine schnelle manuelle Absortierung der lasergeschnittenen Blechteile. Damit Nobels die Nachtschicht effizienter und unterbrechungsfrei gestalten kann, lässt sich tagsüber Material aus dem Fertigteileturm auf das Förderband oder über die Warenausgangsstation zur Weiterverarbeitung bereitstellen.

Alleinstellungsmerkmal der Lösung: gleichzeitiges Be- und Entladen des Lasers

Im Wareneingang wird hierbei zunächst das Rohblech bereitgestellt und in den „Basic Tower“ eingelagert. In einem nächsten Schritt fährt der Turm das Material zur Transfer-Einheit, die es dann wiederum an die Beladeeinheit weitergibt. Mit einer Wechselzeit von circa einer Minute ist der „Laserflex“ die schnellste Lösung am Markt zum Be- und Entladen von Laserschneidanlagen. Beim Auslagern sind zwei Strategien möglich: Entweder werden die gelaserten Bleche direkt nach dem Laserschneiden über den Gurtbandförderer „Loopflex“ zur manuellen Absortierung bereitgestellt oder in das Pufferlager BASIC Tower II eingelagert. Hierbei sind wiederum zwei Varianten möglich: Zum einen können diese zur manuellen Absortierung im Automatikmodus zurück zum Förderband gebracht werden. Zum anderen können die gelaserten Bleche im Totmannbetrieb über den Warenausgang zur Weiterverarbeitung bereitgestellt werden. „Die Anlage kann somit auf verschiedene Arten auslagern, sodass wir in der Auswahl der Auslagerstrategie absolut flexibel sind. Je nach Situation haben wir damit Zugriff auf die passende Vorgehensweise. Dies bringt zwei große Vorteile mit sich: Wir haben nicht nur den Materialfluss der Remmert-Anlage genau im Blick, sondern gestalten auch unsere gesamte Intralogisitk sehr viel effektiver“, erklärt van Nobelen.

Effizient auf allen Ebenen: Materialfluss aus einem Guss

Nobels kann vom Pufferlager aus nicht nur den Warenausgang bedienen, sondern auch gleichzeitig oder alleinig geschnittenes Material wieder auf das Gurtband „Loopflex“ transportieren. „Hierdurch kann die Nachtschicht die geschnittenen Bleche im zweiten Turm puffern, und die Tagschicht stellt die Bleche zur Weiterverarbeitung bereit”, berichtet van Nobelen. „Das Remmert-System bietet uns eine effizientere Gestaltung unserer Produktion ohne Unterbrechung durch Um- oder Nachlagern.“

„Laserflex“ ist mit zwei Komponenten, Be- und Entlader, ausgestattet, die autark agieren. Hierdurch lässt sich die Beschickung der Laseranlage entkoppeln. Während der Belader neues Rohmaterial auf den Laser legt, kann der Entlader Fertigteile zum Beispiel auf dem Gurtbandförderer bereitstellen. Nach dem Blechzuschnitt hebt der Entlader des Systems die bearbeitete Metallplatte vom Laserwechseltisch. Zeitgleich holt der Belader eine neue Platine aus dem angeschlossenen „Basic“-Tower. Sobald der Entlader die Blechplatte rücklagert oder sie neben der Maschine bereitstellt, bestückt der Belader den Laser mit der neuen Platte. Hierfür benötigt „Laserflex“ lediglich circa eine Minute, was Stillstandzeiten nahezu ausschließt und für eine deutlich verbesserte Laserauslastung sorgt.

Modularer Ansatz stärkt Zukunftssicherheit

Bei den ganzheitlichen und stets auf die Produktionsanforderungen des Kunden zugeschnittenen Automationslösung von Remmert können Anwender den Hersteller ihres Lasers frei wählen. Dies stellt ein weiteres Plus an Flexibilität und Anbieterunabhängigkeit dar. Ein zusätzliches Auswahlkriterium von Nobels war das gute Konzept von Remmert, das den Gesamtprozess im Blick hat. Die Komponenten sind trotz ihrer Komplexität einfach und barrierefrei an die Software anschließbar und bieten den Vorteil modularer Bauweise. Konkret zeigt sich dies am Beispiel der Planung der Laserschneidanlagen: Zunächst wünschte Nobels den Einsatz zweier Laser, entschied sich dann aber erst einmal für einen Laser. Aufgrund der problemlosen Erweiterbarkeit der „Laserflex“-Lösung ist dies kein Problem: Ausbau, Veränderungen und auch unabhängiger Herstellerwechsel sind jederzeit möglich. Aufgrund ihrer Flexibilität und Modularität, kann die Anlage schnell und einfach umgerüstet werden und bietet individuelle Anpassungsmöglichkeiten. Eine weitere zentrale Komponente des ganzheitlichen und flexiblen Remmert-Baukastensystems ist neben den Hardware-Komponenten die Steuerung „Smart Control“, ein einfach und intuitiv anwendbares Software- und Kontrollsystem für den gesamten Produktionsprozess, das sich modular und durch offene Schnittstellen problemlos in bestehende Anlagen integrieren und einfach erlernen lässt. Mit selbsterklärenden, international verständlichen Piktogrammen und wenig Text lassen sich die angeschlossenen Remmert-Komponenten „Laserflex“ und „Basic Tower“ intuitiv bedienen. Durch die Visualisierung von Fehlermeldungen hat der Anwender sofort einen Überblick, an welcher Stelle der Anlage das Problem besteht und kann auf diese Weise den Stillstand schnell beheben.

Mit ganzheitlicher Beratung zum Gesamtlösungskonzept

„Ein großer Vorteil ist zweifelsohne, dass Remmert alles aus einer Hand bietet“, sagt van Nobelen. „Wir hatten sehr komplexe Anforderungen an die Arbeitsprozesse. Trotzdem haben wir es in enger Zusammenarbeit mit Remmert geschafft, diese in einem bedarfsgerechten Konzept zu einer individuellen Gesamtlösungen zusammenzuführen. Bei allen Projektschritten standen uns die Experten von Remmert kompetent mit Rat und Tat zur Seite.“ Matthias Remmert, Geschäftsführer der Remmert GmbH, erklärt: „Die Modularität unseres Ansatzes gestattet uns, jeden Kunden, basierend auf den Anforderungen seiner Produktion zu unterstützen und damit das bestmögliche Materialflusskonzept zu entwickeln. Die Modularität unserer Standardkomponenten erlaubt es uns auch, die Anlage im Laufe der Zeit an die sich verändernden Anforderungen anzupassen.“ Jan Schimmelpfennig, Produktmanager bei der Remmert GmbH ergänzt: „Auf diese Weise können auch wir auf neue Kundenbedarfe reagieren und je nach Bedarf Module oder Prozesse erweitern oder nachrüsten.“

Effizienzsteigerung um 200 Prozent mit nur einem Laser

Mit Hilfe der Kombination aus einem leistungsstarken Fiberlaser und dem Einsatz des „Laserflex“ kann Nobels heute doppelt so viel Material durchlaufen lassen und die Laserschneideanlage besser auslasten als zuvor. Damit leistet ein Laser mit „Laserflex“ doppelt so viel wie zuvor beide Laser zusammen. „Diese Produktivitätssteigerung um 200 Prozent ist bemerkenswert“, resümiert van Nobelen. „Durch die Modularität der Anlage ist ein zweiter Laser ohne weiteres möglich und in Planung, was die Zukunfts- und Planungssicherheit zusätzlich steigert. Wir sind mit der Lösung, der fundierten und umfassenden Beratung und der erfolgreichen Partnerschaft mit Remmert sehr zufrieden und sind davon überzeugt, damit auch in Zukunft einen stabilen Partner an der Seite zu haben.“ (ck)

Eine Information der Remmert GmbH, Löhne

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