Edeka automatisiert Einzelstückkommissionierung mit zwei KI-Robotern von Knapp
Das Edeka Nordfrische Center versorgt von seinem Standort in Lüttow-Valluhn täglich rund 650 Märkte mit etwa 2.500 verschiedenen Fleisch- und Wurstartikeln. Um die Leistungsfähigkeit und Flexibilität der bestehenden Intralogistik zu erhöhen, wurden nun zwei „Pick-it-Easy Robots“ in die automatisierten Lagerprozesse integriert.
Die Roboter nutzen Künstliche Intelligenz zur Bildverarbeitung sowie eine intelligente Greiftechnologie, um unterschiedliche Fleisch- und Wurstwaren zu erkennen und zu handhaben. Damit sollen sie auch bei einem heterogenen Artikelsortiment eine gleichbleibende Kommissionierqualität ermöglichen.
Nach Angaben von Knapp erreicht jeder Roboter eine Leistung von rund 450 Kommissioniergriffen pro Stunde. Zusammen ergibt sich daraus eine rechnerische Leistung von rund 900 Griffen pro Stunde. Die Systeme sind für einen kontinuierlichen Betrieb ausgelegt und sollen bei Bedarf eine Kommissionierung an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr ermöglichen.
Automatisierung stärkt Prozess- und Versorgungssicherheit
Neben der eigentlichen Artikelentnahme übernehmen die Roboter weitere Prozessschritte. Dazu zählen das Scannen von Barcodes und die Erfassung des tatsächlichen Artikelgewichts. Durch die Integration dieser Funktionen in den automatisierten Kommissionierprozess sollen manuelle Arbeitsschritte reduziert und die Prozessqualität verbessert werden.
Edeka verbindet mit der Erweiterung zudem eine höhere Unabhängigkeit von personellen und anderen externen Einflussfaktoren. Die zusätzliche Automatisierung soll die Lieferverfügbarkeit unterstützen und die Widerstandsfähigkeit der Lieferkette stärken.
Shuttlelager mit rund 70.000 Stellplätzen
Die neuen Roboter ergänzen eine bestehende Automatisierungslösung, deren Konzept Knapp bereits 2019 auf zukünftige Erweiterungen ausgelegt hatte. Das Distributionszentrum verarbeitet auf einer Fläche von rund 8.000 Quadratmetern bei einer konstanten Temperatur von +2 Grad Celsius täglich bis zu 40.000 Behälter.
In die Lagerprozesse fließen sowohl Fleisch- und Wurstwaren aus der direkt angebundenen Produktionsstätte als auch Produkte externer Lieferanten ein. Nach dem Wareneingang werden die Waren depalettiert und die Behälter entstapelt. Anschließend erfolgt die Einlagerung in ein Shuttlesystem mit rund 70.000 Stellplätzen.
Das automatisierte Lager stellt die Artikel für die nachfolgenden Kommissionierprozesse bereit. Je nach Umschlagshäufigkeit werden die Waren unterschiedlichen Kommissionierbereichen zugeführt.
Mehrere Kommissionierverfahren im Einsatz
Für die filialgerechte Zusammenstellung der Bestellungen nutzt das Edeka Nordfrische Center verschiedene Kommissioniertechnologien. Neben ergonomischen Ware-zur-Person-Arbeitsplätzen der Produktreihe „Pick-it-Easy“ kommen Pick-to-Light-Stationen sowie die beiden neu integrierten Kommissionierroboter zum Einsatz.
Durch die Kombination der unterschiedlichen Verfahren kann das Distributionszentrum die Auftragsbearbeitung an verschiedene Artikelstrukturen und Umschlagshäufigkeiten anpassen. Während die bestehenden Arbeitsplätze und Pick-to-Light-Stationen weiterhin Bestandteil der Kommissionierung sind, übernehmen die Roboter zusätzliche Aufgaben bei der automatisierten Einzelstückentnahme.
Nach der Kommissionierung werden die Aufträge entsprechend der geplanten Ausliefertouren bereitgestellt. Auch die Stapelung der Waren auf Rollbehältern, Paletten oder in gekühlten Thermobehältern erfolgt weitgehend automatisiert. Die Prozesse sind auf eine filialgerechte Belieferung unter Einhaltung der Kühlkette ausgerichtet.
„Kisoft“ steuert Waren- und Prozessflüsse
Für die Steuerung der automatisierten Intralogistik setzt Edeka die Software „Kisoft“ von Knapp ein. Sie koordiniert die Waren- und Prozessflüsse vom Wareneingang über die Lagerung und Kommissionierung bis zum Versand.
Die Softwarelösung „Kisoft Appsuite“ begleitet die Kundenaufträge von der Übermittlung bis zur Auslieferung. Sie stellt Informationen über Bestände, verfügbare Kapazitäten und aktuelle Prozesszustände bereit. Auf dieser Datengrundlage unterstützt das System die Optimierung von Lagerstrategien und die bedarfsgerechte Steuerung der Ressourcen.
Darüber hinaus übernimmt die Software Aufgaben bei der Planung von Kundenaufträgen, Ausliefertouren und Personaleinsatz. Nach Angaben von Edeka erleichtern ähnlich aufgebaute Bedienoberflächen die Nutzung der Anwendungen in unterschiedlichen Arbeitsbereichen, darunter Wareneingang, Kommissionierung und Verladung.
Bestehende Automatisierung schrittweise erweitert
Die Integration der beiden Kommissionierroboter ist Teil der längerfristigen Zusammenarbeit zwischen Edeka und Knapp. Bereits bei der Konzeption der Automatisierungslösung im Jahr 2019 wurden nach Unternehmensangaben mögliche zukünftige Wachstumsschritte berücksichtigt.
Mit der zusätzlichen Robotik erweitert das Nordfrische Center nun die bestehende Lagertechnik um eine vollautomatische Einzelstückkommissionierung. Ziel ist es, die vorhandenen Prozesse an steigende Anforderungen hinsichtlich Leistungsfähigkeit, Flexibilität und Versorgungssicherheit anzupassen.


































